Bin froh über Dialog mit den Fans

 <strong>Thomas Abrokat,</strong> Vorsitzender des Aufsichtsrats des FC Hansa <foto>Georg Scharnweber</foto>
Thomas Abrokat, Vorsitzender des Aufsichtsrats des FC Hansa Georg Scharnweber

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07. März 2013, 10:14 Uhr

Rostock | Der Dialog mit den Fans hat sich nach Ansicht von Thomas Abrokat ausgezahlt. Der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Hansa verkündet im Gespräch mit unserer Zeitung die Vertragsverlängerung mit der Lübzer Brauerei. Er spricht auch über die Trainerfrage und die Zukunft der ausgeliehenen Spieler.

Herr Abrokat, ist Ihnen nach dem 1:0 über Burghausen ein Felsbrocken vom Herz gefallen?

Felsbrocken ist das richtige Wort. Das trifft es genau. Ich denke, dass wir auf allen Ebenen des Vereins in den zurückliegenden Monaten sehr engagiert gearbeitet haben. Doch wenn man am Ende sportlich keinen Erfolg hat, zählt vieles nicht. Aber jetzt, so denke ich, hat sich die Mannschaft mit diesem positiven Erlebnis Selbstbewusstsein geholt. Wir können zuversichtlicher nach vorn schauen.

Mehr aber auch nicht, denn sprichwörtlich ist die Kuh nicht vom Eis…

Wir dürfen jetzt absolut nicht den Fehler machen und in Euphorie verfallen. Das war ein knapper Sieg, den sich die Mannschaft aber ehrlich erarbeitet hat. Die letzten Minuten des Spiels gegen Burghausen habe ich mehr auf die Anzeigetafel und die dort laufende Uhr geschaut als auf den Ball auf dem Rasen. Ich erwarte, dass die Truppe auf diesem Weg jetzt weitergeht und am Wochenende in Halle genauso engagiert und geduldig spielt. Das ist die Aufgabenstellung. Bei dieser Herangehensweise werden Punkte herausspringen.

Die Negativserie des FC Hansa hat viele Diskussion ausgelöst, verhalten auch die um die Zukunft von Trainer Marc Fascher. Wie schwierig war diese Konstellation für Sie?

Verdrängen darf man nicht in einer solchen Situation. Wir haben den Anspruch, dass wir Kontinuität in den Verein bringen wollen. Deshalb wäre eine Trainerdiskussion aktuell fehl am Platz. Aber wenn Erfolg dauerhaft ausbleibt, könnten wir diesem Thema nicht dauerhaft aus dem Weg gehen. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir gestern diesen Sieg eingefahren haben. Ich hoffe, dass wir so in die Spur kommen und sich damit dieses Thema ganz erledigt hat.

In der Winterpause gab es Bemühungen, die Mannschaft zu verstärken. Es sind einige Spieler ausgeliehen worden. Aber alle sind nur bis zum Ende dieser Saison in Rostock. Ist das eine gute Basis, um im Kampf gegen den Abstieg alles zu geben, auch für die eigene Zukunft?

Es wäre schön, wenn wir Spieler, die uns voranbringen, über das Saisonende hinaus halten könnten. Ich glaube aber, dass jetzt zunächst alle im Team dafür kämpfen müssen, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Wer die Fußballer, die wir in der Winterpause geholt haben, auf dem Platz agieren sieht, wird erkennen, dass wir Qualität verpflichtet haben. Insofern war die Entscheidung, dass in der Winterpause so zu machen, absolut richtig.

Positiv hat sich in den vergangenen Wochen auch die Kommunikation mit den Fans ausgezahlt. Bei den Spielen gab es keine Vorfälle. Wie zufrieden sind Sie?

Das ist und bleibt ein schmaler Grat. Ich bin sehr froh, dass wir mit den Fans in einen Dialog eingetreten sind, dass wir respektvoll miteinander umgehen. Ganz wichtig ist natürlich, dass beide Seiten wirklich alles daran setzen, sich an die getroffenen Vereinbarungen zu halten. Wir sollten das als gute Basis sehen und alles dafür tun, dass es keine Rückschläge gibt. Wir werden uns vom Dialog mit den Fans nicht abbringen lassen. Er ist die Basis für Vertrauen und Einsatz im Sinne des FC Hansa. Ich freue mich total, wie die beiden vergangenen Heimspiele im Fanbereich abgelaufen sind. Das bringt uns positive Wahrnehmung, was für den Verein sehr wichtig ist.

Sympathie ist ja auch ganz wichtig für das Engagement von Sponsoren. Jetzt gab es mit der vorfristigen Verlängerung des Hauptsponsors Palmberg ein erfreuliches Signal. Lässt sich auf diesem Gebiet optimistisch auf die neue Saison schauen?

Wenn ich zurückblicke, was wir in den zurückliegenden drei Monaten angeschoben haben, sage ich ja. Wir haben viele Gespräche mit unseren Partnern geführt. Ich weiß, dass wir auf starke Partner bauen können, die auch Vertrauen in unsere Arbeit haben. Das zeigt sich insbesondere auch im frühen Abschluss des neuen Hauptsponsorvertrags. Ich bin Uwe Blaumann mit seiner Firma sehr dankbar, dass er sich so früh erneut für den FC Hansa entschieden hat. Übrigens gibt es eine weitere gute Botschaft für den FC Hansa. Unser langjähriger treuer Partner, die Lübzer Brauerei, wird sein Engagement erweitern. Wir sind sehr froh, dass dieser Premiumpartner seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 für die 1., 2. und 3. Liga verlängert hat. Kurzum, ich bin optimistisch für die neue Saison. Ich gehe davon aus, dass wir nicht darüber nachdenken müssen, Stadionanteile zu verkaufen.

Wirtschaftlich geht es bergauf?

Wir haben derzeit eine Achillesferse, das sind die Einnahmen aus den Zuschauerzahlen. Wir müssen daheim attraktiven Fußball spielen, um Besucher ins Stadion zurück zu holen. Das ist unsere wirtschaftliche Basis, die wir ausbauen müssen.

Es gilt ja auch für die neue Saison sportlich die Weichen zu stellen. Ist vorge-sehen, die ausgeliehenen Spieler bei Hansa zu halten?

Das sind Planungen, die Manager Uwe Vester mit dem Trainer betreibt. Sicher werden wir auch darüber nachdenken, den einen oder anderen Akteur längerfristig zu binden. Mal sehen, ob uns das möglich ist. Nichtsdestotrotz bin ich mir sicher, dass die sportliche Leitung genügend Alternativen schaffen wird. Wir müssen sowieso einen neuen Anlauf nehmen und so die kommende Saison personell vorbereiten.

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