Schweriner Offroad-Team startet zur Silkway-Rallye : Bereit für das große Abenteuer

<strong>Optimistisch vor der Abreise:</strong> Ingo Kaldarasch und Juliane Haendschke.  <foto>Foto: privat</foto>
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Optimistisch vor der Abreise: Ingo Kaldarasch und Juliane Haendschke. Foto: privat

Heute fliegt das Schweriner Offroad-Team Ingo Kaldarasch/Juliane Haendschke zu seiner bislang größten Herausforderung, der nach der "Dakar" zweithärtesten Rallye der Welt: Der Sechs-Tage-"Silkway"-Rallye in Russland.

svz.de von
05. Juli 2012, 09:36 Uhr

Schwerin | Die Monate der Vorbereitung sind vollbracht, das Reisefieber vorhanden und die Vorfreude gleichermaßen wie der Respekt vor der Aufgabe auf dem Höhepunkt: Heute fliegt das Schweriner Offroad-Team Ingo Kaldarasch/Juliane Haendschke zu seiner bislang mit Abstand größten Herausforderung, der nach der berühmt-berüchtigten "Dakar" zweithärtesten Rallye der Welt. "Silkway" - auf deutschen Seidenstraße - ist der harmlose Name dieser Sechs-Tage-Tortur durch Steppen, Sandwüsten, Flußbetten und Berge. Knapp 4000 Kilometer sind zwischen dem Start am Sonnabend in Moskau und dem Ziel in Gelendzhik am Schwarzen Meer unweit von Sotschi, dem Olympiaort von 2014, zu absolvieren.

"Wir haben nur ansatzweise eine Ahnung von dem, was uns erwartet", gibt Pilot Ingo Kaldarasch unumwunden zu. "Ich kenne das Fahren in der Wüste, aber nur als Tourist. Die längsten Rallyes, die wir bis jetzt absolviert haben, dauerten vier Tage. Auf den Punkt gebracht: Wir werden uns auf völlig unbekanntem Terrain bewegen!"

Zumindest die Regularien hat der Schweriner schon verinnerlicht: "Auf den Überführungs-Strecken müssen wir die vorgegebene Zeit peinlich genau einhalten - sonst gibt es Geld- oder Zeitstrafen. Es haben schon Fahrer wegen einer solchen Zeitstrafe den Gesamtsieg verpasst…" Wesentlich härter und anspruchsvoller werden aber die Wertungs-Kilometer im freien Gelände in unwirtlicher Natur werden. Aber darauf sieht sich Kaldarasch mit seiner Partnerin bestens vorbereitet. "Wir haben zuletzt bis zu sieben Mal pro Woche trainiert, haben dafür eigens eine Trainerin engagiert, die für Fitness und Kraft zuständig war. Auch unsere Kondition ist hervorragend: Ich habe neulich meinen ersten Halbmarathon absolviert, und für Juliane ist der 15-Kilometer-Strecke kein Problem mehr."

Das alles hilft natürlich wenig, wenig die Technik nicht mitspielt. Aber auch da ist der 45-Jährige guter Dinge: "Wir haben das Auto in den letzten Wochen optimiert, können beispielsweise die Fahrwerkseinstellung während der Fahrt von innen verstellen. Durch die vielen Trainingskilometer kommen wir damit inzwischen gut klar. Und auch taktischen fühlen wir uns bestens vorbereitet, da wir mit Spezialisten wie beispielsweise dem früheren Dakar-Sieger Dirk von Zitzewitz gute Mentoren gefunden haben, die uns sehr gut unterstützt haben." Die zahlreichen Tipps und Kniffe, die das erst seit vergangenem Herbst bestehende Team Kaldarasch/Haendschke dabei bekommen haben, wurden auf etlichen erfolgreichen Renn-Kilometern getestet. "Wir haben uns als Team sehr gut entwickelt!", lobt die Pilot seine 32-jährige Navigatorin.

Um bei den 105 Startern in der Automobilwertung zu den geschätzt 50 zu gehören, die das Ziel erreichen, gibt es eine klare Marschroute: "Vor allem am Anfang müssen wir sehr defensiv fahren. Viele Erststarter überschlagen sich schon auf den ersten 20 Kilometern, weil sie zu nervös sind. Wenn wir die ersten paar hundert Kilometer überstanden und uns besser eingefunden haben, kann man versuchen, anzugreifen. Bis dahin heißt es: Lieber vorsichtig fahren und ein paar Sekunden verlieren als alles zu riskieren und alles zu verlieren."

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