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Hallen-EM der Leichtathleten in Göteborg : Bartels wills noch einmal wissen

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Der Neubrandenburger Kugelstoßer Ralf Bartels geht als Titelverteidiger in die Hallen-EM der Leichtathleten in Göteborg. Stabhochspringer Björn Otto und Sprinterin Verena Sailer sind die großen DLV-Medaillenhoffnungen.

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erstellt am 28.Feb.2013 | 09:40 Uhr

Göteborg | 28 Frauen und Männer umfasst das Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes für die heute beginnenden Hallen-EM in Göteborg, für die insgesamt 578 Athleten aus 47 Ländern gemeldet haben. Das DLV-Team ist eine Mischung aus erfahrenen Kadern und vielen jungen Leuten. Zu den Titel- oder Medaillenkandidaten gehören zum Beispiel Stabhochspringer Björn Otto, Sprinterin Verena Sailer und auch Kugelstoßer Ralf Bartels vom SC Neubrandenburg. Bei den Europameisterschaften 2009 und 2011 hatte das deutsche Nationalteam jeweils zehnmal Edelmetall erobert.

Dreimal Gold gab es vor zwei Jahren - auch Bartels gehörte zu den Champions, gewann unter dem Dach in Paris mit 21,16 Meter. Und der 35-Jährige greift im letzten Jahr seiner leistungssportlichen Laufbahn noch einmal an; diesmal gemeinsam mit dem Sindelfinger Marco Schmidt. Die erste Rechnung bei den "Deutschen" vor wenigen Tagen in Dortmund ging schon ’mal auf: Titel erobert und eine "20" vor der Weitenangabe.

Heute um 19.30 Uhr gilt es in der Markthalle der schwedischen Metropole. Denn die "Quali" der Kugelstoßer wurde "ausgelagert", um an attraktivem Ort unweit des Stadions einem breiten Publikum ein Spektakel zu bieten. Entgegen der Freiluft-Regel kommen nur die besten acht in das morgige Finale. In der europäischen Bestenliste von 2013 ist Bartels offiziell Neunter mit eben jenen 20,08 von Dortmund. Es führt der Tscheche Martin Stasek (20,73). Es ist eine EM ohne den Polen Majewski, ohne Landsmann Storl (beide Verzicht wegen OP) und ohne den Belorussen Mikhnevich. Andere starke Europäer aus Bulgarien, Serbien und Russland haben sich allerdings angekündigt.

"Ralf kann da normalerweise ganz locker antreten. Aber gerade die Lockerheit hat zuletzt im Wettkampf gefehlt - siehe das Drama in Dortmund. Erst mit dem letzten Versuch war alles klar. Wenn es Ralf gelingt, sein derzeitiges Leistungsvermögen abzurufen, dann ist eine Medaille drin. Es wird eine Kopfsache", erklärte Trainer Gerald Bergmann. "Immerhin, Göteborg liegt ihm, ist ein gutes Pflaster. Dort wurde Ralf 2006 Europameister."

"Ich darf mich im Kopf nicht festfressen", so Bartels. "Das ist meist leichter gesagt als getan. Denn man will eine vernünftige Leistung bringen und setzt sich dann doch irgendwie unter Druck."

Im Fünfkampf ist SCN-Kollegin Julia Mächtig deutsche Einzelkämpferin. "Wäre schön, wenn ich in den Bereich meiner Bestmarke käme, die bei 4556 Punkten liegt", meinte die 27-Jährige. "Aber es ist nicht das erste Ziel. Ich möchte aus dieser Hallen-EM mit einem guten Gefühl in die Freiluftsaison gehen können. Das ist das Wichtigste. Mehr Punkte als bei der Hallen-DM sollten es aber schon werden." Die hatte Mächtig Ende Januar mit 4397 Zählern gewonnen. Damit belegt die SCN-Athletin derzeit Rang zwölf in Europas Bestenliste. Spitzenreiterin ist die Russin Yekaterina Bolshova (4851).

"Wettkämpfe sind nun mal das Salz in der Suppe", unterstrich Trainer Klaus Baarck. "Das gilt gerade dann, wenn man noch bestimmte Schwachstellen beseitigen muss. Alles, was jetzt erarbeitet wird, kann mit Blick auf die WM in Moskau nur von Nutzen sein."

Weitsprung-Starterin mit mecklenburgischen Wurzeln

Noch eine weitere deutsche EM-Starterin ist aus Nordost-Sicht von besonderem Interesse: Stefanie Voss. Die 23-Jährige trägt den gleichen Namen wie der frühere Weltklasse-Athlet Torsten Voss vom SC Traktor Schwerin. Und das aus gutem Grund. Der Weltmeister von 1987 und Olympiazweite von 1988 im Zehnkampf sowie als Anschieber Vizeweltmeister von 1997 im Viererbob ist der Papa und zugleich auch der Trainer der Weitspringerin von Bayer Uerdingen/Dormagen. Mit 6,33 m war Stefanie bei der Hallen-DM am Wochenende in Dortmund zwar "nur" Dritte geworden. Weil sie aber Anfang Februar bei den westdeutschen Hallenmeisterschaften ebenfalls in Dortmund schon 6,54 vorgelegt und damit zumindest bis auf einen winzigen Zentimeter an die Norm für die Hallen-EM herangesprungen war, darf sie morgen ab 10.05 Uhr in der Weitsprung-Qualifikation der Frauen ihre Feuertaufe in der Leichtathletik-Nationalmannschaft erleben. Mit ihren 6,54 steht Stefanie Voss auf Rang 16 der europäischen Bestenliste, die angeführt wird von der Russin Olga Kucherenko. Und auch wenn vor ihr noch weitere fünf Russinnen platziert sind, aber nur zwei bei der Hallen-EM starten können, dürfte ein Weiterkommen für die Nr. 12 der Meldeliste schwierig werden. Denn auch im Weitsprung erreichen - wie im Kugelstoßen - nur die besten acht das Finale am Samstag (16 Uhr).

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