"Ballack-Bezwinger" Neitzel: Rückkehr in Startelf

<fettakgl>Endlich:</fettakgl> Enrico Neitzel kann wieder ein Tor für Hansa bejubeln. <foto> Andy Bünning</foto>
Endlich: Enrico Neitzel kann wieder ein Tor für Hansa bejubeln. Andy Bünning

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27. Juli 2010, 07:35 Uhr

Rostock | Enrico Neitzel ist angekommen. Endlich. Nach einem Jahr zwischen Ersatzbank, Tribüne und Patientenstuhl hat der 33 Jahre alte Angreifer den Sprung in Hansa Rostocks Startelf geschafft. "Das war ein ganz besonderer Tag für mich. Von Anfang an dabei gewesen, ein Tor geschossen, eins vorbereitet. Besser hätte es kaum laufen können", gestand der in Wolgast geborene Vorpommer nach dem 3:0 über den VfR Ahlen mit dem schönen Gefühl, von 14 000 Anhängern gefeiert zu werden.

Neitzel hatte es sich redlich verdient - nach der Tortur des ersten Jahres beim mecklenburgischen Traditionsverein, der schon immer sein sportliches Ziel war. "Das ist schon etwas ganz Besonderes. Wenn man hier aufwächst, ist man mit Hansa verwurzelt. Den Verein habe ich schon immer verfolgt, egal, wo ich gerade gespielt habe", berichtete der spielstarke Angreifer, der schon etliche Stationen in seiner langen Karriere hinter sich hat.

22 Zweitliga- und 146 Drittliga-Partien stehen in Neitzels "Arbeitsnachweis" als Fußball-Spieler. Die ganz großen Vereine und die herausragenden Erfolge fehlen in seiner Vita - aber immerhin der Zweitliga-Aufstieg mit Rot-Weiß Erfurt 2004. "100 Tore in vier Jahren Schönberg. Natürlich die DFB-Pokalspiele in Schönberg gegen Bayern, den HSV und Stuttgart und die drei Landespokalsiege unter Jürgen Decker", listet der Blondschopf einige Höhepunkte auf.

Und vergaß noch einen Triumph aus der Jugendzeit zu erwähnen. Mit seinem Heimatverein ISG Schwerin gewann Neitzel das Finale der DDR-Hallenmeisterschaft der D-Jugend mit einem 4:2 gegen den FC Karl-Marx-Stadt mit Michael Ballack. Der ist inzwischen längst ein Weltstar, aber diese Niederlage schmerzt den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft vielleicht noch heute.

Der Moment bleibt haften. Und Neitzel möchte gar zu gern noch einen weiteren hinzufügen: den Wiederaufstieg mit seinem Traumverein. Der Anfang ist gemacht. Mehr aber auch nicht. "Das erste Spiel war nur ein kleiner Baustein", weiß der Routinier und will auch kommenden Sonntag wieder in der ersten Elf stehen. In Erfurt, seiner einstigen Wirkungsstätte, wäre das auch etwas Besonderes. "Ich freue mich sehr auf dieses Spiel, in dem wir natürlich alles versuchen werden, um die nächsten Punkte einzufahren. Doch das wird keine einfache Aufgabe."

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