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Laufhallen-Neubau in Schwerin : Aufatmen bei den Leichtathleten

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Die Schweriner Leichtathleten sehen in Sachen Laufhalle endlich Licht am Ende des Tunnels. Am 11. März sollen die Stadtverordneten das langerwartete Okay für den Neubau des durch Brandstiftung zerstörten Gebäudes geben.

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erstellt am 21.Aug.2013 | 05:57 Uhr

Schwerin | Die Schweriner Leichtathleten sehen in Sachen Laufhalle endlich Licht am Ende des Tunnels. In ihrer Sitzung am 11. März sollen die Stadtverordneten der Landeshauptstadt das langerwartete Okay für den Neubau des am 24. März 2012 durch Brandstiftung zerstörten Gebäudes geben.

Dass die Abgeordneten dies tun werden, gilt als (ziemlich) sicher, nachdem der Hauptausschuss des Stadtparlaments am späten Dienstagabend eine entsprechende Vorlage der Verwaltung beraten und in die Fachausschüsse weitergeleitet hat. Auch die Versicherung ist nach langem Kampf und diverse Gutachten im Boot und wird den alles in allem rund 3,6 Millionen Euro teuren Neubau finanzieren.

Bei den Sportlern, vor allem den Leichtathleten des Schweriner SC, denen die fehlenden Trainingsmöglichkeiten am ärgsten zusetzen, herrscht Freude. "Das ist eine gute Nachricht", sagt Thomas Schuldt, bekannt vor allem als Trainer von Stabhochsprung-Ass Martina Strutz. "So ein Winter ohne Halle ist extrem hart. Das brauchen wir nicht noch einmal."

Seine für den SC Neubrandenburg startende Vizeweltmeisterin ist über den Winter ganz in die Vier-Tore-Stadt gezogen. Und 400-Meter-Hürden-Läufer Rico Thränert kann nur 20 m in der Mehrzweckhalle sprinten. "Alle anderen Tempoläufe gehen nur dick angemummelt und mit Pudelmütze auf winterlich glatter Bahn im Stadion - und damit nur in langsamem Tempo. Erstaunlich, dass dabei noch so gute Wettkampfzeiten herauskommen", sagt der Coach.

Ebenfalls "froher Hoffnung" sind seine Trainerkollegen Andreas Rändler und Matthias Schröder, die mit ihren Springern und Sprintern zum speziellen Training immer wieder nach Hamburg und Rostock pendeln. Die Langstreckler, die komplett in Wind und Wetter trainieren, haben ihre Hallensaison sogar abgebrochen, weil sie als Schneeläufer bei Wettkämpfen unterm Dach nicht konkurrenzfähig waren. "Vor allem hoffen wir, dass wir gleich nach Ende der neuen Freiluftsai son einziehen können", schiebt Andreas Rändler deshalb nach.

Dafür allerdings wäre der von der Stadt selbst als "ambitioniert" bezeichnete Zeitplan zu langsam. So soll der Bau zum Jahresende fertig sein. Schon ab Oktober hingegen ist draußen kaum noch effektives Leichtathletiktraining möglich.

Die Zeit für knallende Sektkorken sehen die Leichtathleten ohnehin noch nicht gekommen. "Es hieß schon mehrfach, es würde bald losgehen mit dem Bau. Deshalb bin ich noch skeptisch", verrät Thomas Schuldt. "Ich glaube erst wirklich dran, wenn ich die Bagger rollen sehe."

Die werden dann allerdings nicht an der Stelle in Aktion treten, wo die Halle stand und die lange auch für den Neubau favorisiert worden war. Statt dessen soll nun einen Steinwurf weiter, unten am Stadion Lambrechtsgrund, ein Schmuckkästchen hochgezogen werden, das auch internationalen Ansprüchen genügt. Neben sechs Bahnen für den 60-Meter-Sprint, zwei Rundbahnen mit leicht überhöhten Kurven von je 200 Metern Länge sowie Anlagen für Weit-, Hoch- und Stabhochsprung ist auch Platz für Zuschauer eingeplant. Insgesamt soll die überbaute Fläche etwa eineinhalbmal so groß sein wie die der alten Halle. Die allerdings hatte - was für leistungssportliches Training in der Leichtathletik ein großes Plus ist - 100-Meter-Bahnen. "Dass die Sprintbahn so kurz wird, ist schon schade. Aber Hauptsache, wir kriegen endlich überhaupt eine Halle", sagt Thomas Schuldt und blickt voraus: "Dann wird Strutzi auch wieder komplett in Schwerin trainieren."

Mit dem neuen Standort, ganz früher mal Trainingsplatz für Hammer- und Diskuswerfer, kann sich der 52-Jährige hingegen uneingeschränkt anfreunden. "Das war zuletzt nur noch ein Bolzplatz. Und dass die Halle dann unmittelbar an das Stadion angrenzt, hat aufgrund der kurzen Wege viele Vorteile."

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