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Hansa Rostock : Auch in der 3. Liga überlebensfähig

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Der FC Hansa Rostock muss einen Absturz in die Drittklassigkeit in ihren Zukunftsplanungen einkalkulieren. Nur könnten die Ostseestädter den Absturz auch stemmen oder droht ihnen der wirtschaftliche Kollaps?

svz.de von
erstellt am 01.Mär.2012 | 09:25 Uhr

Rostock | Dem FC Hansa Rostock droht sportlich erneut das Horrorszenario. Als Tabellen-Schlusslicht der 2. Fußball-Bundesliga müssen die Norddeutschen einen Absturz in die Drittklassigkeit in ihren Zukunftsplanungen einkalkulieren. Schon allein das Lizenzierungsverfahren des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) verlangt diese Herangehensweise. Nur könnten die Ostseestädter den Absturz nach nur einem Jahr im deutschen Unterhaus auch stemmen oder droht ihnen der wirtschaftliche Kollaps?

Bis zum 15. März muss der Vorstand des Vereins die Lizenzunterlagen für beide Ligen eingereicht haben. "Es ist klar, dass die wirtschaftliche Konsolidierung in der 2. Liga natürlich einfacher ist. Aber auch bei einem möglichen Abstieg würde es weitergehen. Wir haben eine Kalkulation auf Basis der Saison 2010/11 aufgestellt und rechnen mit einem geringen sechsstelligen Überschuss", erklärte FCH-Boss Bernd Hofmann - und beantwortet die vorangestellte Frage demnach mit ja.

Allerdings müssen die Rostocker bis zum 30. Juni dieses Jahres noch ein großes Hindernis aus dem Weg räumen. Laut einem Urteil des Bundesfinanz-hofes müssen sie rund 4,5 Millionen Euro Steuern (inklusive Zinsen) aufgrund falsch bilanzierter Transfers in den Jahren 1999 bis 2001 nachzahlen. Diesbezüglich befinden sich die Verantwortlichen des Traditionsvereins in intensiven Gesprächen mit den Gläubigern und sind guter Hoffnung, dass es zu einer Einigung kommt, die den Fortbestand des Clubs gewährleistet. "Viele glauben, dass ein Abstieg für Hansa Rostock der K. o. wäre. Aber unabhängig von der 2. oder 3. Liga müssen wir das Thema bezüglich des Steuerurteils lösen. Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen", erklärte Sigrid Keler, Finanzvorstand des FCH.

"Neben der sportlichen Baustelle ist das in der Tat die größte, die wir in der Rückrunde zu lösen haben", bestätigte Hofmann, der aber aufgrund der noch laufenden Verhandlungen auf Einzelheiten nicht näher eingehen wollte. Das mögliche Rettungsszenario, welches in einer Gläubigerversammlung Anfang des Jahres aufgezeigt wurde, sei jedoch in die aktuellen Lizenzunterlagen eingearbeitet worden. Beim FCH rechnet man jeweils mit einem positiven Bescheid, allerdings mit Bedingungen. "Die ,Deadline für die Bedingungserfüllung ist der 24. Mai. Bis dahin muss alles durch und schriftlich fixiert sein", informierte Bernd Hofmann.

Derzeit drücken den Verein rund zehn Millionen Euro Schulden. Zwar liegt der Gesamtetat im unteren Mittelfeld der Liga, aufgrund der finanziellen Belastungen (unter anderem für die Abzahlung des Stadions) verfügt Hansa jedoch über das kleinste Budget für die Lizenzspielerabteilung. "Da befinden wir uns rund 1,5 Millionen unter dem Durchschnitt", so der Vorstandsvorsitzende.

Sigird Keler ergänzt: "Das Umfeld mit dem Stadion ist für die 1. Bundesliga gebaut worden. Da war die finanzielle Situation eine ganz andere. Dort hatte der Verein 27 Millionen zur Verfügung. Jetzt ist es die Hälfte. Wir schaffen es, wenn wir vier, fünf Jahre in der 2. Liga spielen. Doch auch in der 3. Liga hätten wir ein Plus ausgewiesen, wenn wir nicht aufgestiegen wären. Aber wir wollten ja den Aufstieg."

Nicht wie von Hansa erhofft entwickelt sich im Übrigen die Fan-Anleihe. "Wir hatten gedacht, dass wir eine Million Euro einnehmen könnten, vielleicht sogar zwei", so Hofmann. Derzeit liegt das Volumen bei rund 400 000 Euro und dürfte sich bestenfalls auf 500 000 Euro erhöhen.

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