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Uli Wegner und Fritz Sdunek : Auch ein Duell der Trainer-Freunde

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Morgen kommt es in Berlin zum WM-Fight zwischen Marco Huck und dem Briten Ola Afolabi. Doch auch für Hucks Trainer Ulli Wegner und den aus Schwerin stammenden Fritz Sdunek (Coach von Afolabi) ist es ein besonderes Duell.

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erstellt am 06.Jun.2013 | 07:19 Uhr

Schwerin/Berlin | Morgen kommt es in der Berliner Max-Schmeling-Halle zur dritten Auflage des WM-Fights zwischen Marco Huck (35-2-1, 25 K.o.´s) und dem Briten Ola Afolabi (19-2-4, 9 K.o.´s). Doch auch für Hucks Trainer Ulli Wegner (71 Jahre) und den aus Schwerin stammenden 66-jährigen Fritz Sdunek (Coach von Afolabi) ist es ein besonderes Duell. Vor dem Kampf um die WBO-Weltmeisterschaft im Cruisergewicht stellten sich die beiden Meistermacher Frank Bleydorn zum Interview.

Glauben Sie, die erneute Auflage zwischen Marco Huck und Ola Afolabi kann die ersten beiden Aufeinandertreffen noch übertreffen?

Sdunek: Auf alle Fälle! Ola ist diesmal noch fokussierter. Er hat klare taktische Vorstellungen und wird diese umsetzen.

Wegner: Da bin ich mir zu hundert Prozent sicher. Doch diesmal werden wir deutlich siegen.

Wo sehen Sie die besondere Stärke des Gegners?

Wegner: Ola Afolabi agiert mit beweglichem Oberkörper und ist ein Ringfuchs. Er wirkt sehr abgebrüht.

Sdunek: Marco zeigt eine hohe Kampfbereitschaft, sein Wille ist enorm.

Warum wird Ihr Kämpfer gewinnen?

Sdunek: Ola ist technisch besser. Er ist variabler und auch schneller als Marco.

Wegner: Marco hat einen riesigen Siegeswillen. Er hat zuletzt bei seinem Teamkollegen Arthur Abraham gesehen, was passiert, wenn man nicht zu hundert Prozent bei der Sache ist.

Es kommt nicht so häufig vor, dass Sie sich mit Ihren jeweiligen Schützlingen gegenüberstehen. Sind das also auch aus Trainersicht ganz besondere Duelle?

Wegner: Ich sehe das gelassen. Zu DDR-Zeiten hatten wir sehr viele gute Trainer, da musste man sich immer wieder durchbeißen. Für das deutsche Publikum hat es natürlich einen Reiz, wenn sich zwei erfolgreiche deutsche Trainer mit ihren Kämpfern gegenüberstehen. Auf der anderen Seite haben Fritz und ich uns schon früher zu Amateurzeiten gegen die Konkurrenz aus der ganzen Welt - sei es nun aus Kuba oder auch den Vereinigten Staaten - mit unseren Athleten durchgesetzt.

Sdunek: Ich kann mich mit dem Begriff Trainer-Duell nicht anfreunden. Die Boxer stehen im Ring.

Denkt man darüber nach, was sich der andere Coach einfallen lässt, damit sein Kämpfer gewinnt?

Sdunek: Nein, wir haben unsere eigene Linie. Wir reagieren nicht, wir agieren.

Wegner: Nein, wir müssen unser System durchsetzen.

Was muss man bei Ihrem Trainer-Kollegen besonders anerkennen?

Wegner: Wir Trainer achten uns untereinander sehr. Ich finde es toll, wie fleißig Fritz an seine Sache herangeht. Er hat einen ganz anderen Charakter als ich. Ich bin autoritärer. Aber dafür finde ich seine freundliche und menschliche Einstellung sehr bemerkenswert.

Sdunek: Ulli Wegner versteht es, seine Jungs zu motivieren und sie zu reizen. Die Zuschauer finden das lustig und interessant. Das ist ein Schauspiel. Ich versuche, meine Arbeit ruhig und sachlich zu machen.

Gibt es auch Dinge, die Ihnen bei Ihrem Kollegen auf die Nerven gehen?

Sdunek: Ja, Ulli Wegner erzählt immer noch überall, dass ich früher in den gemeinsamen Amateur-Trainingslagern die Wäsche von ihm gewaschen haben soll. Dabei war das nur zwei- oder dreimal, aus reiner Kollegialität.

Wegner: Das sage ich nur, weil Fritz früher im Trainingslager nie die Mittagsruhe eingehalten hat und ich deshalb nicht schlafen konnte!

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