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2. Schweriner Horse Show : Aschenputtel schlägt allen ein Schnippchen

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Das große Favoritensterben gab es gestern beim "Großen Preis des Gutes Vorbeck". Die Sieger der Vortage blieben im Normalumlauf hängen. Doch dann eroberten Miriam Schneider und "Aschenputtel" die Herzen der Zuschauer.

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erstellt am 13.Feb.2012 | 09:54 Uhr

Schwerin | Der große Favoritensterben gab es gestern Nachmittag beim "Großen Preis des Gutes Vorbeck". Die Sieger der Vortage: Mannschafts-Olympiasieger Marcus Ehning (Borken) auf Campbel sowie der Molbergener Mario Stevens, der auf DAvignon das wichtigste Samstagsspringen für sich entschieden hatte, blieben im Normalumlauf hängen. Damit war der Weg vor den 2500 Zuschauern (am Wochenende kamen insgesamt über 5000) eigentlich frei für den fliegenden Augsburger Tobias Meyer auf United Love. Und der in der Nähe von Bad Oldesloe geborene Meyer, den es inzwischen nach Bayern verschlagen hatte, löschte die vom Mecklenburger Heiko Schmidt (Neu Benthen) auf Cassiopeia vorgelegte Zeit von 39,25 Sekunden mit 33,42 geradezu aus. Wer sollte diese Marke noch knacken? Weltmeister Carsten-Otto Nagel (Wedel) schaffte mit Rarität die Zeit (33,39), doch ein Fehler am Einsprung der Zweifachkombination bedeuteten am Ende den fünften Rang. Schlussreiterin in der Elfer-Siegerrunde war die Westfälin Miriam Schneider aus Herford, die die zehnjährige Oldenburger Stute Aschenputtel gesattelt hatte. Welch ein Name! Und Aschenputtel eroberte wie im Märchen die Herzen der Zuschauer bei der "2. Horse Show" in der Sport- und Kongresshalle. Bei 32,28 Sekunden blieb die Uhr stehen - aus dem Hallenlautsprecher erklang: "So seh’n Sieger aus". Der Stute wurde der Trubel zu viel, sie musste erst einmal von Miriam Schneider aus der Halle gebracht werden. Und auch der Reiterin hatte es die Sprache verschlagen: "Was, ich muss zur Pressekonferenz!?", fragte die 31-Jährige verblüfft nach ihrem ersten S***-Großen-Preis-Sieg überhaupt. In den vergangenen Jahren arbeitete sie als Lehrerin für Deutsch und Sport am Gymnasium Herford. "Halbe Stelle Lehrer, halbe Stelle reiten. Ich habe gerade ein Jahr Auszeit genommen und bin auf einer Anlage in Passau. Aber danach möchte ich wieder in den Lehrer-Beruf zurück", so die Siegerin, für die "Schwerin ab sofort eine meiner Lieblingsstädte ist!"

Aber auch Schmidt war sehr zufrieden, der mit Cassiopeia nach deren monatelangen Verletzung - wie zuvor angekündigt - "nicht schnell reiten wollte. Ich brauche sie die nächsten Wochen noch in Neumünster und Bremen."

Marcus Ehning, die Nr. 19 der Weltrangliste und in Schwerin umjubelt, stellte bei der Horse Show ein hoch interessantes Pferd vor. Der 12-jährige Hannoveraner Fuchswallach Champion F.P. hat von der Abstammung her väterlicherseits im Stammbuch den von Ludger Beerbaum (Riesenbeck) gerittenen Derbysieger Champion Du Lys und von der Mutterseite For Pleasure. Mehr geht kaum an Spring-Genen. Entsprechend begehrt ist der Nachkomme, den einst Paul Schockemöhle für viel Geld erworben hatte, und ihn dann an den dänischen Redefin-Starter Andreas Schou verkauft hatte. Seit gut zwei Monaten ist Champion F.P. bei Ehning. Schwerin war nicht nur wegen der vielen Reitmöglichkeiten für den Borkener eine Reise wert, vielleicht sehen wir den Champion 2013 wieder…

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