Adamyan "freigekauft"

<strong>René Chaberny (r.) und Sargis Adamyan</strong> gestern um 1.30 Uhr im 'IC Santai'. Der Armenier zeigt sein 150 Euro teures Visum.
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René Chaberny (r.) und Sargis Adamyan gestern um 1.30 Uhr im "IC Santai". Der Armenier zeigt sein 150 Euro teures Visum.

svz.de von
07. Januar 2013, 06:28 Uhr

Belek | Eine Tonne, also 1000 Kilogramm Gepäck waren dem FC Hansa insgesamt für den Flug von Laage nach Antalya zugestanden worden. Teammanager René Chaberny hatte bei seinen Berechnungen 950 kg herausbekommen, aber trotzdem von Anfang an seine Zweifel, ob das auch so hinhauen würde. In der Tat kamen schließlich genau 1104 kg zusammen, und trotzdem durfte sich der 38-Jährige freuen: "Für uns wurde ein Auge zugedrückt. Das war, glaube ich, das erste Mal, dass wir wegen Übergewichts nichts nachzuzahlen brauchten."

Apropos: In die Tasche greifen musste Chaberny dennoch, und zwar tief. Die Reise verlief zwar völlig reibungslos, auch das Gepäck kam vollständig an, aber Stürmer Sargis Adamyan durfte zunächst nicht durch die Passkontrolle. Der Armenier benötigte - wie auch der Belgier Ken Leemans, die Niederländer Rick Geenen und Johan Plat sowie der Österreicher Denis Berger - ein Visum.

Doch während die anderen vier für vergleichsweise Kleingeld (je 15 Euro) ihre Einreisepapiere erhielten, musste Chaberny für Adam yan sage und schreibe das Zehnfache hinblättern: "Eigentlich wären für ihn nur zehn Euro zu zahlen gewesen, hat man mir vorher gesagt. Statt dessen mussten wir jetzt ein 30-Tage-Visum für 150 Euro nehmen. Aber das ist ja nichts Weltbewegendes. Ich bin froh, dass es nur so eine kleine Lappalie war. Auf solche Dinge bin ich vorbereitet. Irgendwelche Ausgaben außer der Reihe hat man immer."

Der Mannschaftsbus war mittlerweile längst auf dem Weg ins Hotel - die beiden fuhren im Auto hinterher und kamen um 1.30 Uhr geschafft, aber erleichtert endlich in der Unterkunft an.

Gestern Vormittag war dann das erste Training anberaumt. Der dem FC Hansa zur Verfügung stehende Platz, auf dem auch das Testspiel am Sonnabend gegen den türkischen Erstligisten Elazigspor ausgetragen wird, zeichnet sich durch ein sattes, ebenes Golfplatz-Grün aus. Abgesehen vom stürmischen Wind fanden die Rostocker ideale Voraussetzungen vor. "Das ist traumhaft", befand auch Vorstand Sport Uwe Vester. "Ich war ja schon voriges Jahr in Belek, als ich noch für Schalke 04 gearbeitet habe. Die Leute hier sind darauf eingestellt, für die ist das eine ganz, ganz wichtige Jahreszeit. Die ganzen Bundesligisten (zur Zeit sind fünf vor Ort; der VfB Stuttgart zum Beispiel logiert nur wenige Meter vom Hansa-Quartier entfernt im Kempinski Hotel The Dome - d. Red.) kommen ja nicht umsonst her. Die Bedingungen sind richtig klasse, muss man sagen. Nur die Windmaschine könnte man noch abstellen."

Trainer Marc Fascher feixte sich eins, als er befand: "Der Ball lief in jeglicher Hinsicht nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe." Und fügte ernst hinzu: "Der Platz wird ja jetzt noch mal gemäht, dann ist er perfekt. Das ist schon vom Feinsten hier", so der 44-Jährige, der als Trainer der Sportfreunde Siegen auch früher schon mal in Belek und sogar im gleichen Hotel war.

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