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23. November 2017 | 14:17 Uhr

Achterbahnfahrt beim Deutschland-Spiel

vom

svz.de von
erstellt am 24.Jun.2010 | 07:55 Uhr

Rostock | Sie hatten große Hoffnungen, hohe Erwartungen und wurden lange auf die Folter gespannt: Den Fußballfans, die sich am Mittwochabend zum Public Viewing im Rostocker Rosengarten versammelten, blieb nichts erspart. Am Ende hat sich der Leidensweg sowohl für die Anhänger als auch für Jogis Nationalauswahl ausgezahlt. Deutschland besiegte Ghana, wenn auch glanzlos, 1:0 und schaffte den Einzug ins Achtelfinale.

Damit gerechnet hat im Rosengarten vor dem Anpfiff zweifellos jeder. Schon über eine halbe Stunde vor Spielbeginn war der sonst gemütliche Biergarten voll von gut gelaunten, optimistischen Menschen. Sitzplätze: Mangelware.

Resignation in der ersten Halbzeit

Dabei hätte die Mehrheit der Fans vor allem in der ersten Halbzeit dann doch lieber gesessen. Viele Gründe, um jubelnd aufzuspringen oder aufgeregt auf der Stelle zu treten, gab es nämlich nicht. Hier und da war sogar ein resignierendes "Das wird nix mehr, guck dir das doch mal an", aus den hinteren Reihen zu vernehmen. Erst nach etwa 40 Minuten schien die erste Anspannung von den Anhängern abzufallen, erste schwarz-rot-goldene Fahnen wedelten in der Abendsonne.

Zum Glück wendete sich das Blatt nach einem weiteren Bier für die Fans und 15 Minuten Pause für die Kicker. Mesut Özil erlöste die zitternden Anhänger um etwa 21.45 Uhr mit seinem Tor zum 1:0 und damit zum Endstand der wenig ansehnlichen Partie. Einander unbekannte Leute fielen sich in die Arme, Jubelschreie erhellten die Innenstadt.

Und trotzdem waren einige mit ihrer Mannschaft nicht ganz zufrieden. "Die Jungs haben echt schlecht gespielt, wie immer. Sie haben es nicht verdient, weiter zu kommen. Özil war noch der Beste heute abend", sagte Felix Schlichting aus Hamburg. Der 24-Jährige ist sich sicher: "Gegen England im Achtelfinale, das wird nichts."

Fast niemand zweifelt am WM-Titel

Mit dieser Meinung stand er allerdings fast allein da. Die Mehrheit der rund 400 Gäste war begeistert. So wie Maria Hoheisel: "Erst dachte ich, es endet so wie die letzte Begegnung gegen Serbien. Aber sie haben heute besser gespielt. England als Achtelfinalgegner - das wird ein Klassiker." Bei der EM 1996 gewannen die Deutschen in der Vorschlussrunde das Elfmeterschießen gegen England, zogen ins Finale ein und wurden nach dem Golden Goal von Oliver Bierhoff gegen Tschechien Europameister.

Felix J. aus Rostock war nach dem Sieg von Schweini, Poldi und Co. noch gar nicht bewusst, dass nun England in der ersten K.o.-Runde wartet: "Abgefahren. Aber vorher sollte die Mannschaft unbedingt noch ihr Selbstbewusstsein stärken. Heute waren sie zu ängstlich. Trotzdem ein verdienter Sieg."

Das sah auch Agnieszka Ehmke so. Die 25-jährige Rostockerin krönte Özil zum Akteur des Tages, obwohl sie eigentlich Poldi-Fan ist. England werde am Sonntag überhaupt kein Problem für Jogis Löwen, mit einem 2:1 werde man das Viertelfinale erreichen. "Und Weltmeister werden wir natürlich auch, weil wir den vierten Stern haben wollen."

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