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22. November 2017 | 16:13 Uhr

FC Hansa Rostock : Abwehr steht - Sturm auch

vom

Fußball-Drittligist FC Hansa musste sich gegen den Chemnitzer FC mit einem 0:0 begnügen, weil er sich keine einzige richtige Torchance erarbeitete. Nach der Pause war offensiv überhaupt keine Linie mehr erkennbar.

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2012 | 07:21 Uhr

rostock | Fußball-Drittligist FC Hansa musste sich gestern gegen den Chemnitzer FC mit einem 0:0 begnügen, weil er sich keine einzige richtige Torchance erarbeitete. Nach der Pause war offensiv überhaupt keine Linie mehr erkennbar.

Gegenüber dem vorangegangenen 2:5 in Münster blieben diesmal Pelzer (wegen Magen-Darm-Problemen gar nicht erst im Kader), Mendy und Smetana draußen. Dafür begannen Marcos, Weilandt (beide standen erstmals 2012/13 in der Start-Elf) und Berger. Die Kapitänsbinde trug Holst. Ins 18er-Aufgebot zurückgekehrt war Gusche.

Marcos spielte Linksverteidiger, und zwar sehr manierlich. Er bekam sogar Szenenapplaus. Blum (später Humbert) verdichtete an der Seite von Leemans das defensive Mittelfeld. Weilandt operierte zentral hinter dem einzigen etatmäßigen Stürmer Plat.

Trainer Wolfgang Wolf setzte gegen die unbequemen Westsachsen erst mal vorrangig auf Defensivstabilität und bekam die verlangte Kompaktheit und Disziplin auch geboten. Hier war eine Verbesserung erkennbar. Die Rostocker hatten Chemnitz weitestgehend sicher im Griff. Gefährlichste Aktion der Gäste war noch ein hübscher Fallrückzieher von Fink, doch flog der Ball deutlich über die Latte (4.).

Hansa verschaffte sich im Gang nach vorn leichte Vorteile, wirklich funktionieren tat wenig. Jordanov zwang mit einem Freistoß und der darauffolgenden Ecke Keeper Pentke zum energischen Eingreifen (23.). Richtig verheißungsvoll ließ sich ein beherzter Vorstoß von Blum an. Er war von Buchner nur per Foul aufzuhalten. Bitter: Der Blondschopf verletzte sich dabei und musste bereits vor der Pause ausgewechselt werden (34.).

Nicht schlecht geraten war ein Kopfball von Holst im Anschluss an einen Freistoß von Berger, doch Pentke war auf dem Posten (28.). Eine richtig hochkarätige Gelegenheit ergab sich jedoch weder hüben noch drüben, sodass die erste Halbzeit 0:0 endete.

Allerdings taten sich die Weiß-Blauen nach Wiederbeginn offensiv nicht nur weiterhin schwer, ihre Bemühungen nahmen mehr und mehr den Charakter eines ziemlichen Gewürges an. Die Ostseestädter brachten kaum mal einen durchdachten Angriff zu Ende. Szenen wie die in der 56. Minute, als Plat schön den wackeren Marcos einsetzte (dessen Eingabe dann geblockt wurde), hatten Seltenheitswert. Möglichkeiten gab es keine. Nicht eine einzige! Der Versuch von Humbert aus der zweiten Reihe (64.) war auch eher ein Verzweiflungsschuss. Wer wollte es den Leuten verdenken, dass sie ihren Unmut zum Ausdruck brachten angesichts solcher Harmlosigkeiten wie dem Freistoß ebenfalls von Humbert genau in die Hände von Pentke (80.).

In der Schlussphase wurde Hansa von den Schwarz-Roten sogar in der eigenen Hälfte regelrecht eingeschnürt. Nicht von ungefähr lagen die in der zweiten Hälfte besseren Chemnitzer bei den Ecken mit 7:3 vorn. Insofern hatten die Rostocker auch nicht mehr verdient als einen Punkt. Die Verunsicherung sitzt bei ihnen augenscheinlich tief.

Die Trainerurteile
Wolfgang Wolf (Rostock): Es war die erwartet schwere Begegnung. Wir haben von der ersten
Minute an gegen unsere Nerven gespielt. Das einzig Positive heute war, dass hinten die Null steht. Insgesamt aber ist es eine ganz schwache Leistung in der Offensive gewesen. Wir hatten keine Torchancen, haben keine Standards reinbekommen. Defensiv standen wir ein bisschen besser als zuletzt, doch nach vorne konnten wir uns überhaupt nicht durchsetzen. Die zurückliegenden Wochen haben an den Nerven der Spieler gezehrt.

Gerd Schädlich (Chemnitz):
Nach unseren Pleiten in Münster und Burghausen bin ich erst mal froh, dass wir hier was mitnehmen konnten. Ich denke aber, wenn man die ganzen 90 Minuten gesehen hat, war für uns mehr drin. Unseren Angriffen fehlte es an Konzentration und Konsequenz. Auch nach der Pause erarbeiteten wir uns zu wenig klare Chancen.

Noten
Kevin Müller: Schoss fast Ball zum Gegner (20.). Wenn er gefragt war, verlässlich. Spielte zum Beispiel gut mit (49.). 3
Rick Geenen: Gut aufgepasst (23., 85.). Etwas ungenaue Rückgabe (25.). Zu leichter Ballverlust bringt Gefahr (31.). 4
Patrick Wolf: Bälle zum Gegner bzw. kopflos (4., 13., 58.). Gut durchgesetzt (38.), bereinigt (58., 85.), gerettet (66.). 3
Matthias Holst: Kopfballchance (28.). Gute Duelle (11., 31., 33.). Luftloch (47.) und ungenau (55., 79.). 3
Ronny Marcos: Erstmals von Beginn an in der Profi-Elf und gleich bester Mann auf dem Platz. Machte hinten praktisch keinen Fehler Sogar mit nach ganz vorn (9., 56.). 2
Ken Leemans: Unsauberkeiten häuften sich am Ende. Defensiv mehrfach vernünftig (29., 54.). Kopfball ungenau (39.). 4
Michael Blum: Eingeleitet auf Weilandt (20.). Bei super Antritt (26.) wurde er gefoult und schied früh verletzt aus. 3
Edisson Jordanov: Sorgte mit Freistoß und Ecke für Gefahr (23.). Vor allem nach der Pause aber gar zu unauffällig. 4
Tom Weilandt: Stark durchgesetzt (12.), un-ermüdlich bemüht, doch verdribbelte er sich öfter oder blieb hängen. 4
Denis Berger: Anfangs gute Aktionen (18., 28.), doch später ließ er stark nach (47. und 67. Ballverluste, 52. schwache Flanke). 4
Johan Plat: Gut Freistoß herausgeholt (22.). Um Ballabsicherung bemüht. Schöner öffnender Pass (45.). Ohne Torchance. 4
Julien Humbert: Sofort mittendrin (35.). Schön durchgesetzt (51.), doch dann häuften sich die Harmlosigkeiten und Ungenauigkeiten. 4

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