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Rekordschlappe in Darmstadt : 0:6 - Hansa blamiert sich heftig

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Für Hansa Rostock geht es bergab statt bergauf. Ohne Cheftrainer Bergmann kassierte der Verein mit dem 0:6 in Darmstadt die höchste Pleite in der 3. Liga. Kucukovic sah Rot. Nach dem Spiel kam es zu Ausschreitungen.

svz.de von
erstellt am 22.Sep.2013 | 07:43 Uhr

Darmstadt | Lange nach Spielende saß Uwe Vester am Sonnabend auf dem Trainerstuhl und schaute gedankenverloren ins Stadionrund. Der Sportvorstand des FC Hansa hatte mit Co-Trainer Andy Reinke den erkrankten Coach Andreas Bergmann auf der Bank vertreten - und das 0:6 (0:2)-Debakel seiner Mannschaft gegen den SV Darmstadt hautnah miterlebt. "Ich habe keine Erklärung. Das war eine Sache, von der ich mir nicht hätte vorstellen können, dass sie uns passiert. Das war ein Tag, der nicht schwärzer sein kann", bekannte Vester nach Hansas höchster Drittliga-Pleite und der höchsten Niederlage seit fünf Jahren (zuletzt 0:6 in der Zweitliga-Saison 2008/09 beim 1. FC Kaiserslautern).

Planlos, kopflos, willenlos - das neuformierte Drittligateam legte erstmals in dieser Saison den Offenbarungseid ab und ließ sich in Darmstadt regelrecht vorführen. Knackpunkt war die Rote Karte für Mustafa Kucukovic, der wegen groben Foulspiels nach 14 Minuten vom Platz flog. "Ich habe die Szene nicht genau gesehen. Natürlich ist es unangenehm, so früh in Unterzahl zu geraten. Dennoch müssen wir uns in einigen Situationen geschickter anstellen", so der Sportvorstand.

Zumal die Gäste bereits vor dem Platzverweis ins Schlingern gerieten. Darmstadt übte vor 7400 Zuschauern von Beginn an Druck aus, kam zu etlichen Chancen (1., 10., 12.). Mit langen Bällen wurde der baumlange Angreifer Stroh-Engel in Szene gesetzt, der geschickt ablegte oder selbst per Kopf zum Abschluss kam (21.). So war ihre Führung nur eine Frage der Zeit: Gondorf traf in der 23. Minute aus 16 Metern zum 1:0. Vier Minuten später köpfte Behrens einen Freistoß von Stegmayer ein - 2:0.

In diesen Szenen offenbarten die Gäste Defizite bei der Zuordnung und im Umschaltverhalten, konnten die flinken Außen Sailer und Heller ungehindert schalten und walten. Daran änderte Hansas kurzes Aufbäumen nichts, als Haas (37.) und Savran (40.) ansatzweise Torgefahr ausübten. Vielmehr hätten die entfesselt aufspielenden Darmstädter beinahe auf 3:0 erhöht (45.).

Der dritte Treffer fiel dann kurz nach Wiederanpfiff, als die FCH-Abwehr Stroh-Engel ungehindert passieren ließ (47.). "An der Mittellinie wurde nicht attackiert, auch im Strafraum haben wir uns nicht sonderlich geschickt angestellt", so Vester. Die Ostseestädter brachen in Folge völlig ein. Mendy (Foul an Gondorf/54.) und Pelzer (Foul an Heller/57.) verursachten zwei Elfmeter, die Stroh-Engel jeweils cool verwandelte. Mit dem 6:0 (72.), seinem vierten Treffer, krönte der Stürmer die starke Leistung der Lilien, die an diesem Tag auch zweistellig hätten gewinnen können.

"So schlimm die Niederlage ist, ich will das Ganze nicht auf die Gesamtsituation beziehen. Wir müssen aber schleunigst die richtigen Schlüsse ziehen", war Vester trotz der Schlappe um eine sachliche Analyse bemüht.

15 Festnahmen nach dem Spiel

Fans von Hansa Rostock haben nach dem 0:6 in Darmstadt die Polizei in Atem gehalten. Kurz vor Ende der Partie steckten Unbekannte zwei mobile Toiletten im Gästebereich des Stadions am Böllenfalltor in Brand.Nach Verlassen des Stadions warfen bislang noch unbekannte Hansa-Fans Flaschen und Steine auf Polizisten. Dadurch wurden auch drei eigene Anhänger verletzt. Die Polizei bekam die Lage mit Schlagstock und Reizstoffsprühgerät in den Griff. Drei Beamte erlitten leichte Verletzungen. Die Polizei nahm 15 Personen vorläufig fest.

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