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Sport

21. Oktober 2017 | 17:47 Uhr

Rückkehr dank des "Weißen Vaters"

vom

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2011 | 10:12 Uhr

Rostock | Klekih-petra ist eine Romanfigur. Seinem Erfinder, dem Wildwest-Schriftsteller Karl May zufolge war er ein Deutscher, der nach Nordamerika auswanderte, bei den Apachen lebte und hier als Lehrer nicht zuletzt von Winnetou wirkte.

Klekih-petra, diesen nur mit dem höchsten Respekt gebrauchten Spitznamen erhielt wegen seiner Ähnlichkeit mit dem "Weißen Vater" in dem Film "Winnetou I" sowie seiner Weisheit einst der ehemalige tschechische Nationaltrainer Karel Brückner.

Peter Vollmann (53) wiederum, ebenfalls Fußball-Lehrer, könnte auf Grund seines Aussehens - immer Farbe im (vermeintlichen Bleich-) Gesicht, nicht zu kurze Silberhaare - als Brückners (71) Sohn durchgehen.

Darum wird der Coach des FC Hansa schon seit den Anfangstagen seiner Tätigkeit in Rostock redaktionsintern als Klekih-petra bezeichnet. Was keineswegs despektierlich gemeint war, ging doch die Hoffnung damit einher, der "Neue" würde sich genau wie Brückner als weiser Weißer oder, ganz nach Belieben, weißer Weiser erweisen.

Und dann legte Vollmann auf einmal auch noch die Verhaltensweisen eines Häuptlings an den Tag: Während der Saisonvorbereitung schickte er seine "Indianer" für mehrere Tage in die Wildnis der Mecklenburgischen Seenplatte, um Kanu zu fahren, Zelte aufzubauen, sich ihr Essen selbst zu besorgen und zuzubereiten!

Klekih-petra, der Name passt einfach zu diesem Trainer-Fuchs, der den FC Hansa auf Anhieb und schon drei Runden vor Saisonende in die 2. Bundesliga zurückgeführt hat.

"Wir denken immer nur von Spiel zu Spiel": Vollmann setzte beinahe stur immer wieder auf das, was sich bewährt hatte, ging auf der Basis seines reichen Erfahrungsschatzes namentlich auf dem Gebiet der 3. Liga eher konservativ - Experimente scheuend, Risiken meidend - an die Dinge heran, war gleichwohl auch immer mal wieder für eine kleine Überraschung in der Anfangs-formation gut.

Besonders auffällig: Die fachlichen Einschätzungen des Rostocker Chefcoaches gerade vorausschauender Art erwiesen sich alle als richtig. Der Mann lag nicht ein einziges Mal daneben: Was auch immer er über Gegner, taktische Ausrichtungen oder die eigenen Spieler von sich gab, es traf zu.

Mag sein, dass er schon mal den einen oder anderen Namen durcheinander brachte, aber in der Sache behielt er ausnahmslos immer Recht.

Der 53-Jährige bewies darüber hinaus - mit dem ebenfalls verdienstvollen Neu-Manager Stefan Beinlich an seiner Seite - ein glückliches Händchen beim Zusammenstellen seiner "Krieger" und holte aus seinem "Stamm" nahezu das Optimum heraus. Und er hatte Visionen wie diese hier von vor der Saison: "Osnabrück könnte uns als Vorbild dienen: 2008/09 aus der 2. Bundesliga runter, Neuanfang und im Endspurt 2009/10 wieder hoch."

Übrigens als Meister mit 69 Punkten - Hansa hat jetzt schon 71.

Das Einzige, was neben den nicht ganz bis zur Schulter reichenden Haaren der Vorlage Klekih-petra widerspricht, ist die Gestalt. Denn "klein und bucklig" ist Vollmann, Hansas "Weißer Vater", nun wahrlich nicht.

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