zur Navigation springen
Sport

25. November 2017 | 01:18 Uhr

Oranje-Trio lebt seinen Traum

vom

svz.de von
erstellt am 26.Feb.2013 | 07:26 Uhr

Schwerin | Aus Amsterdam und Umgebung machen sich am Wochenende rund 100 Leute per Bus und Pkw auf den Weg ins ostwestfälische Halle - alle mit dem selben Eifer: den Schweriner SC und dessen Oranje-Trio mit Trainer Teun Buijs sowie den Spielerinnen Anne Buijs und Quinta Steenbergen beim DVV-Pokalfinale gegen Wiesbaden anzufeuern. Sohn und Bruder Tom Buijs organisierte die Bus-Fanfahrt für 68 Freunde und Familienmitglieder. "Ich freue mich ganz doll, das ist eine unglaubliche Sache. Das erlebst du in Holland nicht, vor 11 000 Zuschauern zu spielen", erzählt Anne Buijs. Am Sonntag stehen nicht nur die drei Holländer in Diensten des SSC im Gerry-Weber-Stadion im Rampenlicht, auch bei den Männerfinalisten Haching und Moers sind insgesamt sechs Oranje-Spieler dabei. "In unserer Heimat ist man stolz, dass so viele Holländer im deutschen Pokalfinale stehen", weiß der SSC-Coach.

"Ich bin gespannt, wie das diesmal mit über 1000 Leuten in gelb aus Schwerin ist. Vergangenes Jahr war das mit 650 schon super", sagt Außenangreiferin Anne. "Ich habe vor dieser Saison viel darüber gehört und Bilder gesehen. Es ist ein spektakuläres Event", strahlt Mittelblockerin Quinta Steenbergen vor ihrer Premiere im eigentlichen deutschen Tennis-Mekka. Die 27-Jährige kam zu dieser Saison zum SSC, weil "Schwerin ein Top-Verein ist und um Titel spielt".

"Abends auf der Couch: Oh, das sind ja nur noch ein paar Tage."

Nun steht der erste Titelfight auf dem Plan und so langsam steigt die Spannung. "Na klar, hast du das Pokalfinale schon lange im Hinterkopf. Ich bin ein bisschen nervös, wenn ich daran denke zum Beispiel abends auf der Couch: ,Oh, das sind ja nur noch ein paar Tage", berichtet Anne. Und ihre Teamkollegin stimmt dem zu: "Mir geht’s besser, wenn ich irgendetwas mache." Gestern nach dem Vormittagstraining wurden schon die neuen Trainingsanzüge für das Pokalfinale verteilt. Spätestens jetzt kommt keiner mehr umhin, an den Showdown zu denken. "Du hast ja einen Traum, willst den Titel. Dafür kämpfst du seit Wochen im Training. Das bringt viel Energie", heißt die Devise des Trainers, der die Ruhe in Person ist.

Bereitet man sich auf so ein Finale anders vor als sonst, werden irgendwelche Rituale gepflegt? Alle drei lachen. "Am besten ist es für mich, wenn ich alles gleich mache. Ich habe keinen Aberglauben", erzählt die Mittelblockerin und erinnert sich: "Ich hatte mal ein Maskottchen. Als wir verloren haben, habe ich mir gesagt, das brauche ich dann auch nicht mehr." Ihr Trainer warf zur Erheiterung aller ein: "Das Maskottchen war ein Looser." Seine Tochter hingegen hat ein kleines Äffchen namens Abbi. "Das habe ich vergangenes Jahr bekommen. Aber zum Spiel nehme ich es nicht mit." "Ein Äffchen hatte Anne schon als Baby", wie ihr Vater aus dem Nähkästchen plauderte. Also nichts Außergewöhnliches zum Pokalfinale.

Die Außenangreiferin sieht es als Vorteil an, dass "wir schon in Halle gespielt haben. Du spielst ja sonst nie um 13 Uhr. Ich weiß jetzt, was ich besser machen kann." Und führt aus: "Ich hatte vergangenes Jahr während des Spiels richtig doll Hunger." Wie das? "Wir haben um 7.45 Uhr nochmals trainiert. Davor haben wir gefrühstückt, da konnte ich noch nicht viel essen. Und kurz vor einem Spiel kannst du nicht mehr viel essen", so die 21-Jährige, die sich bei wichtigen Spielen positiv einredet: "In zwei, drei Stunden ist alles vorbei." Quinta kommt die Anfangszeit sehr gelegen: "Ich spiele gern früh. Wenn sich die Warterei bis zum Abend hinzieht, habe ich soviel Adrenalin und weiß gar nicht, was ich bis zum Spielbeginn machen soll."

Dann kann ja am Sonntag nichts mehr schiefgehen…

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen