Freitag auf Rang vier : Wellinger gewinnt Qualifikation

Skispringer Andreas Wellinger ist gut in Form.
Skispringer Andreas Wellinger ist gut in Form.

Der letzte Testtag vor dem ersten Olympia-Einzel der Skispringer gehört Andreas Wellinger. Der Bayer glänzt in Probe und Quali. Auch die ansteigende Formkurve von Top-Mann Freitag macht Hoffnung.

svz.de von
08. Februar 2018, 15:33 Uhr

Andreas Wellinger hat bei Olympia schon vor der Eröffnungsfeier das erste Zeichen der Stärke gesetzt und darf in Pyeongchang auf den heiß ersehnten Gold-Coup hoffen. Nachdem er die Qualifikation zum ersten Wettbewerb auf der Normalschanze am Samstag (13.30 Uhr/MEZ) souverän gewonnen hatte, lächelte der Bayer zufrieden in die Kameras und war mit seinem persönlichen Olympia-Start glücklich. «Es gibt ein gutes Gefühl, ich kann mich nicht beklagen.  Es machte heute noch mehr Spaß als gestern», sagte Wellinger nach seinem Sprung auf 103 Meter.

Geschlossen zeigte das DSV-Team zum Start am Donnerstag eine starke Leistung. Richard Freitag als Vierter, Markus Eisenbichler als Sechster und Karl Geiger auf Rang sieben komplettierten ein hervorragendes Mannschaftsergebnis, das Hoffnung für die erste Sprung-Entscheidung macht. «Es war ein guter Tag für uns. Ich bin zufrieden, ich denke, es war ein guter Auftakt für uns in die Olympischen Spiele», sagte Bundestrainer Werner Schuster. Sein derzeitiger Top-Schützling Wellinger verzichtet am Freitag sogar auf die Eröffnungsfeier, um ideal für das erste Einzel vorbereitet zu sein.

Bei klirrender Kälte bestätigten die deutschen Springer unter Flutlicht ihre starke Form und ihre Trainingsleistungen. «Ich bin gut vorbereitet auf jeden Tag und jeden Wettkampf. Wenn ich mein Zeug umsetzen kann, kann ich vorne mitspringen, das habe ich heute gezeigt», sagte Quali-Sieger Wellinger, der im Vorjahr WM-Silber auf der Normalschanze gewann. Auf den Anlagen, die nur Weiten um die 100 Meter ermöglichen, wird im Weltcup quasi nie gesprungen.

Nach einem hervorragenden Probesprung ließ Wellinger in der Vorausscheidung zum Wettbewerb das polnische Duo Kamil Stoch und Dawid Kubacki hinter sich. Die Polen und die Norweger werden am Samstag wohl die härtesten Rivalen für Wellinger, Freitag und Co. sein, wenn es um die Medaillen geht. «Ich habe immer gehofft, mehr als eine Option zu haben», sagte Schuster. Er gehe mit einem «angenehmen Gefühl» in die Wettkämpfe im Alpensia Park, sagte der Österreicher. Stephan Leyhe war als fünfter Mann in der internen Ausscheidung knapp hinter dem Oberstdorfer Geiger zurückgeblieben, der in der Quali aber ebenfalls eine ansprechende Leistung zeigte.

Schon vor der ersten Entscheidung um Gold, Silber und Bronze schrieb Noriaki Kasai Olympia-Geschichte. Der 45 Jahre alte Japaner startete bei der Qualifikation in seine achten Spiele - so oft war noch kein Winter-Olympionike unter den fünf Ringen dabei. «Ich bin wahrscheinlich schon einmal um die Welt geflogen», sagte Kasai nach Rang 20. Das Medieninteresse an dem Skisprung-Methusalem war einmal mehr riesig. Vor vier Jahren gewann er in Sotschi überraschend Silber und Bronze, ein Sensationscoup ist auch diesmal nicht auszuschließen.

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