Frauen-Eishockey : Vereinigtes Team «Korea» verliert Olympia-Test

Trainerin Sarah Murray (l) musste mit dem «Team Korea» eine Testspiel-Niederlage hinnehmen.
Foto:
Trainerin Sarah Murray (l) musste mit dem «Team Korea» eine Testspiel-Niederlage hinnehmen.

Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang wird das gemeinsame Frauen-Eishockeytem von Süd- und Nordkoreanerinnen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Ihr einziges Testspiel verlieren die koreanischen Puckjägerinnen. Aber es geht mehr als nur um Sport.

svz.de von
04. Februar 2018, 14:05 Uhr

 Die gemeinsame Olympia-Mannschaft aus süd- und nordkoreanischen Eishockey-Spielerinnen hat bei ihrer Premiere ein Testspiel gegen Schweden mit 1:3 verloren.

Beim einzigen Testmatch des Teams «Korea» vor den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang schickte Trainerin Sarah Murray 18 Spielerinnen aus Südkorea und vier aus Nordkorea aufs Eis, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Das Spiel gegen die ebenfalls bei Olympia startenden Schwedinnen fand in der westlichen Küstenstadt Incheon statt. 

Süd- und Nordkoreanerinnen sollen auf Beschluss der beiden Länder und des Internationalen Olympischen Komitees bei den am nächsten Freitag beginnenden Winterspielen in einem Team spielen und so ein Signal der Einheit setzen. Der Kader des Teams umfasst 35 Spielerinnen einschließlich zwölf Nordkoreanerinnen. Eingesetzt werden dürfen in jedem Match aber nur 22 Spielerinnen. Mindestens drei Nordkoreanerinnen müssen jedes Mal dabei sein. 

Es ist die erste gemeinsame Mannschaft von Süd- und Nordkoreanern in einer Sportart bei Olympia. Das Vorhaben ist in Südkorea allerdings umstritten. Es wird befürchtet, einigen südkoreanischen Spielerinnen werde die Chance auf einen Einsatz genommen. 

Einige konservative Organisationen stoßen sich darüber hinaus auch prinzipiell an der Teilnahme Nordkoreas an den Winterspielen. Vor dem Spiel am Sonntag protestierten deshalb laut Yonhap etwa 150 Menschen in der Nähe der Eishalle in Incheon. Bei dem Protest seien die Nationalflagge Nordkoreas sowie Porträts von Machthaber Kim Jong Un in Stücke gerissen worden. Bei einer Gegenkundgebung hießen zur gleichen Zeit etwa 200 Studenten die nordkoreanerischen Spielerinnen willkommen. Viele hatten eine «Vereinigungsfahne», die die Konturen der gesamten koreanischen Halbinsel zeigt. 

Beide Länder hatten sich erst seit Anfang des Jahres nach langer Funkstille wieder angenähert und sich unter anderem auf eine Zusammenarbeit bei den Winterspielen verständigt. Die Annäherung hatte die Angst vor einer Eskalation im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm kurz vor dem Start der Spiele erheblich verringert. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen