Gold dank Schnee im Garten : Snowboard-Sieg für 17-jährigen US-Boy Gerard

US-Snowboarder Redmond Gerard beeindruckte die Jury mit seinen straken Sprüngen.
US-Snowboarder Redmond Gerard beeindruckte die Jury mit seinen straken Sprüngen.

Der jüngste Slopestyle-Finalist war der Beste: Der 17-jährige Redmond Gerard feierte in Pyeongchang Snowboard-Gold. Die Basis legte der US-Amerikaner dafür auch im eigenen Garten.

svz.de von
11. Februar 2018, 09:49 Uhr

Auch im eigenen Garten übte der erst 17 Jahre alte Freestyle-Snowboarder Redmond Gerard für sein Slopestyle-Gold von Pyeongchang.

Seine Brüder bauten nach dem Umzug aus dem US-Bundesstaat Ohio nach Colorado im Schnee auf dem Familien-Grundstück einen kleinen Kurs auf. Es wurde ein beliebter Treffpunkt für den Teenager und seine Freunde. «Es hat einfach Spaß gemacht. Es hat mir geholfen, mich in der Realität wohler zu fühlen», erzählte Gerard nach seinem imposanten Olympiasieg.

Das Snowboarden im Garten hat seinen Anteil daran, dass sich Gerard zum ersten amerikanischen Goldmedaillen-Gewinner in Südkorea kürte. Er ist jetzt der jüngste männliche US-Olympiasieger bei Winterspielen seit 1928 und mit 17 Jahren und 227 Tagen der jüngste Olympiasieger im Snowboarden überhaupt. Im dritten und letzten Final-Lauf meisterte er den anspruchsvollen Kurs im Phoenix Snowpark bei schwierigen Bedingungen so eindrucksvoll, als wäre er bei sich Zuhause.

Der jüngste Finalist überzeugte die Jury mit seinen Tricks auf den Geländern (Rails) und Sprüngen (Kickern) und zeigte den am besten bewerteten Lauf. Auch IOC-Präsident Thomas Bach ließ sich anschließend Gerards Drehungen erklären. Dass der Amerikaner nach den verpatzten ersten Finalläufen mit 43,33 und 46,4 Zählern abgeschlagen Letzter war, zählte nicht mehr. Nur der beste Versuch wird gewertet.

«Es fühlt sich unglaublich an», sagte der Teenager. «Ich habe mir selbst gesagt, dass ich einen Lauf durchbringen will. Ich bin so glücklich, dass es geklappt hat.» Auch die Familie schaute bei seinem Olympia-Debüt zu - und hatte seine Nervosität etwas beruhigt.

In einem engen Finale lag Gerard mit 87,16 von 100 möglichen Punkten 1,16 Zähler vor dem Kanadier Max Parrot. Dessen Landsmann Mark McMorris, Führender nach dem zweiten Lauf, sicherte sich mit 85,2 Punkten wie 2014 Bronze. Auch McMorris' Sieg wäre eine beeindruckende Geschichte gewesen, kämpfte er sich doch nach einem Sturz vom März mit 17 Knochenbrüchen, gerissener Milz und kollabierter Lunge zurück.

Doch wie bei der olympischen Slopestyle-Premiere vor vier Jahren jubelte ein US-Amerikaner, damals hatte Sage Kotsenburg gewonnen. Bei blauem Himmel und Sonnenschein, aber auch eisiger Kälte und Wind posierte Gerard im Zielbereich ganz oben auf dem Podium. Die Tribüne hatte sich da bereits fast komplett geleert. «Ich denke, dass die Leute ziemlich überrascht sind, dass ich gewonnen habe», sagte er.

Aber auch zwei Weltcup-Siege im Slopestyle hat der Freestyler in seinem jungen Alter schon gefeiert. In Pyeongchang hat Gerard im Big Air am 24. Februar noch die Chance auf seine zweite Olympia-Medaille.

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