Materialzoff vorbei : Rodlerinnen Hüfner und Geisenberger kämpfen um Gold

Tatjana Hüfner zeigte im Training eine starke Leistung.
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Tatjana Hüfner zeigte im Training eine starke Leistung.

Mittlerweile lachen sie miteinander, schätzen und respektieren sich. In der Eisbahn sind die Rodel-Olympiasiegerinnen Tatjana Hüfner und Natalie Geisenberger seit Jahren die Rivalen schlechthin. Beide peilen in Pyeongchang ihr zweites Einzel-Gold an.

svz.de von
11. Februar 2018, 08:06 Uhr

Das einst frostige Verhältnis zwischen Natalie Geisenberger und Tatjana Hüfner ist längst einem warmherzigen Umgang gewichen. Es wird miteinander gelacht, gemeinsame Selfies gepostet - der Spaß steht im Vordergrund.

Der in Sotschi zum Zickenkrieg stilisierte Konflikt um Chancengleichheit beim Material ist bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang längst vergessen. Hüfners Kritik war damals in Richtung Verband, nie an Geisenberger selbst gerichtet.

Rivalinnen der Rodelbahn sind sie aber immer noch. In Südkorea geht es sportlich in die nächste Runde. Welche Athletin holt ihr zweites Olympia-Gold? Vancouver-Olympiasiegerin Hüfner, die bereits einen kompletten Medaillensatz hat, oder die Sotschi-Olympiasiegerin, die als Weltcup-Gesamtsiegerin eine starke Saison fuhr?

Beide haben in den sechs Trainingsläufen im Olympic Sliding Centre überzeugt. Die fünfmalige Weltmeisterin Hüfner aus Blankenburg dominierte im Abschlusstraining mit Bestzeit in Lauf eins und probierte dann im zweiten Durchgang eine andere Linie aus.

«Es war ganz ordentlich, der zweite war etwas fehlerhaft, den hake ich unter verpatzter Generalprobe ab. Dadurch ist der Fokus für morgen wieder etwas mehr geschärft», sagte die 34-Jährige aus Blankenburg. In Sotschi hatte sie noch geklagt: «Natalie Geisenberger bekommt deutlich mehr Unterstützung, mir wurden viele Steine in den Weg gelegt.»

Die Miesbacherin Geisenberger wurde am Sonntag in den Läufen jeweils Zweite. Die 30-Jährige genießt mittlerweile den freundschaftlichen Umgang zwischen ihr und ihrer schärfsten Konkurrentin im eigenen Lager. «Wir akzeptieren und respektieren uns», sagte die Bayerin zuletzt.

Für das Rennen am Montag sei sie «gut aufgestellt, ich bin fit und der Schlitten läuft auch ganz gut». Die Bahn sei aber knifflig und es sei «schwer, hier viermal sauber durchzukommen. Da spielen die Nerven natürlich auch eine Rolle.» Nach dem Training habe die Weltcup-Gesamtsiegerin «prinzipiell ein Okay-Gefühl», mahnte zugleich: «Die Trainingsläufe waren insgesamt ganz gut. Ich weiß aber auch, wie ein kleiner Fehler hier zum großen Verhängnis werden kann.»

Dajana Eitberger aus Ilmenau rechnet sich nach zwei Weltcupsiegen in diesem Winter ebenfalls Chancen aus, auch wenn die insgesamt sechs Trainingsläufe ein Auf und Ab waren. «Es war fifty-fifty, der zweite heute war besser, das gibt mir Auftrieb für das Rennen. Ich hoffe, ich überlebe die vier Läufe», sagte sie nach den Plätzen sechs und drei. Im zweiten Trainingslauf am Sonntag fuhr Summer Britcher aus den USA die Bestzeit.

Eitberger hat im deutschen Damen-Team eine besondere Bedeutung. «Meine Rolle ist, dass ich einfach der Sonnenschein der Gruppe bin», sagte die 27-Jährige. «Ich verstehe mich mit allen so unglaublich gut, ich habe alle so gerne, es sind verschiedene Charaktere, aber ehrlich gesagt hat doch jeder einen Spleen, oder?»

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