Fahnenträger-Kandidat : Mit Ehrhoff: DEB-Team vor Olympia-Comeback

Einer von fünf Kandidaten als Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele in Südkorea: Eishockey-Nationalspieler Christian Ehrhoff.
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Einer von fünf Kandidaten als Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele in Südkorea: Eishockey-Nationalspieler Christian Ehrhoff.

Viel Routine und Christian Ehrhoff als Vorbild: Bundestrainer Sturm hat für das Olympia-Comeback der deutschen Eishockey-Cracks auf Experimente verzichtet. Ausschließlich mit bewährten Kräften bereitet der Coach die DEB-Auswahl in Füssen auf die Winterspiele vor.

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04. Februar 2018, 11:20 Uhr

Deutschlands Eishockey-Cracks um Fahnenträger-Kandidat Christian Ehrhoff fiebern dem Olympia-Comeback nach acht Jahren entgegen.

Im Kurz-Trainingslager in Füssen stand am Sonntag die erste Trainingseinheit für die Winterspiele in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) an. «Wir müssen uns als Mannschaft finden. Ich bin da positiv, wir kennen uns alle. Jeder kennt das System», sagte der Kölner Abwehrspieler Ehrhoff der Deutschen Presse-Agentur.

Der langjährige NHL-Profi ist einer der fünf Kandidaten des Deutschen Olympischen Sportbundes als Fahnenträger für die Eröffnungsfeier am Freitag. «Das ist schon eine Riesen-Ehre, überhaupt dabei zu sein. Zweifelsfrei wäre das noch mal ein Highlight, etwas unheimlich Besonderes», sagte Ehrhoff zur Entscheidung, die am Donnerstag bekannt gegeben werden soll. Der 35-Jährige, der vor seiner vierten Olympia-Teilnahme steht, gilt zusammen mit Marcel Goc von den Adlern Mannheim auch als Favorit auf das Kapitänsamt des Olympiateams.

«Alleine dort mit den Männern nach acht Jahren wieder dabei zu sein, ist von enormer Bedeutung», sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Franz Reindl. Die Qualifikation für Sotschi 2014 hatte das DEB-Team unter dem damaligen Bundestrainer Pat Cortina erstmals überhaupt verpasst. Unter dessen Nachfolger Marco Sturm, der die Nationalmannschaft 2015 überraschend übernommen hatte, ging es seitdem wieder bergauf. Der im Sommer auslaufende Vertrag mit dem 39 Jahre alten deutschen NHL-Rekordspieler soll noch vor Olympia verlängert werden. «Es wäre super wichtig, da Kontinuität reinzubringen. Alle wollen mit Marco weitermachen», sagte Ehrhoff.

Bei Olympia muss Sturm erstmals überhaupt in seiner Amtszeit bei einem wichtigen Turnier auf jegliche Unterstützung aus Nordamerika verzichten. Die Profiliga NHL hatte sich erstmals seit 1998 geweigert, ihre Saison für die Spiele in Südkorea zu unterbrechen. Sturm setzt daher auf Routine und berief auch angesichts der kurzen Vorbereitungszeit nur etablierte Spieler, die allerdings teilweise in der bisherigen DEL-Saison auch enttäuschten.

Am Dienstagabend steht in Zürich noch das einzige Testspiel gegen die Schweiz an, ehe das Team am Mittwoch nach Südkorea fliegt. In Pyeongchang findet das erste Vorrundenspiel am 15. Februar gegen Finnland statt. Weitere Gruppengegner sind Schweden und Norwegen. «Schweden und Finnland sind das Beste in Europa. Die sind besser, aber nicht unschlagbar», sagte Sturm. Der Gruppensieger steht sicher im Viertelfinale, alle anderen Teams bekommen in einem K.o.-Spiel der Zwischenrunde eine erneute Chance auf die Runde der letzten Acht. «Der Modus erlaubt es, dass alles möglich ist», sagte Ehrhoff.

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