Kanada führt : Eiskunstlauf-Team verpasst als Siebte Finale

Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis zeigten einen Kurztanz ohne Fehler.
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Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis zeigten einen Kurztanz ohne Fehler.

Einen Platz besser als vor vier Jahren in Sotschi - und trotzdem ausgeschieden: Die Eiskunstlauf-Mannschaft wird im Teamevent in Pyeongchang Siebter. Dennoch eine gute Generalprobe, findet Katarina Witt.

svz.de von
11. Februar 2018, 10:22 Uhr

Finale verpasst und trotzdem zufrieden: Die deutschen Eiskunstläufer sind nach Stürzen im olympischen Teamwettbewerb auf dem siebten Platz gelandet.

Damit schied die Mannschaft um die Paarlauf-Hoffnungen Aljona Savchenko und Bruno Massot nach der Hälfte des Wettkampfes in Pyeongchang aus. Lediglich fünf der zehn Teams dürfen die Küren in allen vier Disziplinen zeigen.

«Das ist ein sehr positives Ergebnis, auch wenn bei stabilen Leistungen mehr drin gewesen wäre», sagte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union, in der Gangneung Eisarena. Bis auf Savchenko und Massot seien nur junge Athleten dabei gewesen. Die Zielvorgabe war wie vor vier Jahren Platz acht.

«Es ist vielleicht ganz gut, dass die Stürze passiert sind und sie das als Lektion für die Einzelwettkämpfe mitnehmen», sagte Olympiasiegerin Katarina Witt in der ARD. «Der Teamwettkampf ist ein bisschen wie Warmwerden mit der Atmosphäre.» Vor dem Finale am Montag liegt Kanada vor den Olympischen Athleten aus Russland und den USA. Bei der Einführung des Events 2014 in Sotschi gewann Russland.

Auf den Lerneffekt hofft besonders die 21-jährige Nicole Schott nach einem unnötigen Sturz beim dreifachen Flip. «Ich war schon ziemlich aufgeregt, Olympia ist eben etwas ganz Besonderes. Das ganze Drumherum und überall sieht man die Ringe», sagte die Essenerin, die immerhin noch eine Kombination aus zwei dreifachen Toeloops und den Doppel-Axel sprang. «Nun ist der erste Druck weg.» Sie wurde mit nur 55,32 Punkten Achte. «Es sind ihre ersten Olympischen Spiele, da fehlt noch das Selbstbewusstsein», meinte Dönsdorf.

Eine Sternstunde erlebte die zweimalige Weltmeisterin Jewgenija Medwedjewa. Sie stellte im Kurzprogramm eine neue Bestmarke von 81,06 Punkten auf. Die 18-Jährige aus Moskau verbesserte damit ihren eigenen Weltrekord aus dem Vorjahr. «Die Verletzung hat mich stärker gemacht», sagte Medwedjewa nach überstandenem Ermüdungsbruch im Fuß. Auch die Diskussionen um den Ausschluss der russischen Sportler hätten sie extra motiviert.

Zweite wurde die Italienerin Carolina Kostner (75,10) vor Kaetlyn Osmond (71,38) aus Kanada. Um in Ruhe zu trainieren, fährt Schott zusammen mit Kostner und ihrem gemeinsamen Oberstdorfer Coach Michael Huth für fünf Tage nach Seoul.

Im Gegensatz zu Schott, Savchenko/Massot und auch Paul Fentz leisteten sich die Oberstdorfer Eistänzer Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis im Kurztanz keinen Fehler, liefen aber zu verhalten. «Wir hatten echt Spaß und das Publikum ist hier so toll», sagte Lorenz, die mit dem Einstand zufrieden war.

Besondere Stimmung herrschte beim Auftritt der Russen, deren Landsleute in einem ganzen Block einheitlich anfeuerten. Auf ihren Shirts und Caps war der Slogan «#Russia in my heart» zu lesen. Es wurden etliche russische Fahnen geschwenkt.

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