DSV-Läufer Bing überrascht : Dreifach-Erfolg für Norwegen im Skiathlon

Die Langläufer beim Start des Skiathlons. /Bildbyran via ZUMA Press
Foto:
1 von 4
Die Langläufer beim Start des Skiathlons. /Bildbyran via ZUMA Press

Da war selbst die Sportführung überrascht: Die Plätze elf und 16 der Langläufer im Skiathlon hatte man so nicht auf der Rechnung. Genau wie den Olympiasieger, der zwar aus Norwegen kommt, aber nicht zu den Favoriten zählte.

svz.de von
11. Februar 2018, 10:20 Uhr

Simen Krüger lag zu Beginn des Rennens nach einem Sturz am Boden und schien bereits abgeschlagen, ehe er nach einer beeindruckenden Vorstellung doch noch allen davonlief.

Der norwegische Langläufer stahl am Sonntag seinen berühmten und hochfavorisierten Landsleuten Johannes Kläbo und Martin Johnsrud Sundby die Show und kürte sich zum Olympiasieger im Skiathlon. Nach zweimal 15 Kilometern in den beiden Stilarten führte er jubelnd Sundby und Hans Christer Holund mit auf das Podest.

So überraschend Krügers Sieg war, so überraschend kam auch der starke Auftritt der deutschen Herren. Thomas Bing hielt lange ganz vorn mit und wurde Elfter, Lucas Bögl folgte als 16. und auch Jonas Dobler war als 22. in einem Bereich, der seinem Leistungsniveau entspricht.

«Ich hatte anders als andere damit gerechnet, dass es gleich richtig zur Sache geht. Da musste man alles investieren, um dran zu bleiben und kleinere Lücken zuzulaufen. Das zieht ganz schön rein», berichtete Bing von dem Rennen, dass von eisiger Kälte mit minus 13 Grad und stürmischen Windböen geprägt war. «Der Wind kam immer von schräg vorn, genau von dort, wo er Einfluss nehmen konnte. Der wehte den feinen, gefrorenen Schnee und auch Sand in die Spur, so dass die im klassischen Part nicht wirklich vorhanden war», sagte der Thüringer.

Als Krüger dann sechs Kilometer vor dem Ende zur Attacke blies, konnten Bing und Bögl nicht mehr mithalten. Bögl war vom Norweger an die Spitzengruppe herangeführt worden. «Das hat mir schon geholfen», bekannte der Gaißacher, der das Ergebnis auch als Zeichen für die harte Arbeit der deutschen Langläufer sieht. «Man kann sich pro Jahr eben nur um 15 Sekunden verbessern, wenn man sauber arbeitet. Irgendwann werden wir dafür belohnt», sagte Bögl.

Dobler wertete das Ergebnis als gutes Omen für die Staffel: «Man hat gesehen, dass die Form nicht die schlechteste ist. Wir sehen eine Chance, in der Staffel für eine Überraschung sorgen zu können.»

«Das Rennen wird Selbstvertrauen geben. Knapp an den Top-10 vorbeigelaufen, aber die anvisierten Top-15 geschafft. Ich bin zufrieden, sagte der Sportliche Leiter Andreas Schlütter und verteilte an Bing noch ein Sonderlob: Wenn mir vorher einer gesagt hätte, dass Thomas mit Kläbo im Ziel um die Wette läuft, hätte ich ihn für völlig verrückt erklärt.»

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen