Aufbruch mit Hoffnung : Deutsches Team hofft auf goldene Olympia-Tage

Abfahrts-Ass Viktoria Rebensburg reist als Medaillenhoffnung nach Pyeongchang.
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Abfahrts-Ass Viktoria Rebensburg reist als Medaillenhoffnung nach Pyeongchang.

In den Flieger nach Pyeongchang nehmen die deutschen Olympia-Starter viele Hoffnungen, aber auch verpatzte Generalproben mit. Ein Wackelkandidat gibt rechtzeitig Entwarnung.

svz.de von
04. Februar 2018, 14:20 Uhr

Der offizielle Abschied am Münchner Flughafen soll für die deutschen Wintersportler zum Aufbruch in goldene Olympia-Tage werden.

Eine Reisegruppe um Biathlon-Star Laura Dahlmeier und Ski-Ass Viktoria Rebensburg steigt am Montagnachmittag mit großen Hoffnungen in den Lufthansa-Flieger zu den Winterspielen nach Pyeongchang. «In fast allen Sportarten haben wir Erfolgsaussichten», hatte Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig schon vorab versprochen.

Die letzten Generalproben knapp eine Woche vor dem Start der olympischen Medaillenhatz in Südkorea dürfen allerdings als Warnung verstanden werden. Skispringer Richard Freitag verlor als 28. beim völlig verpatzten Heimspiel in Willingen die Führung im Gesamtweltcup an den Polen Kamil Stoch. «Ich bewerte das Ergebnis hier nicht über», sagte Freitag dennoch tapfer.

Rebensburg beendete die beiden Abfahrten in Garmisch-Partenkirchen auf den Rängen elf und neun. «Sie hat immer gesagt, dass ihr absoluter Schwerpunkt auf dem Riesenslalom liegt. Da ist sie gut in Form», versicherte Alpinchef Wolfgang Maier.

Stark zeigten sich indes die Snowboardcrosser. Paul Berg raste am Sonntag im letzten Rennen vor Olympia auf den dritten Platz, Martin Nörl gelang mit Rang vier das beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere.

Gute Nachrichten gab es auch von Top-Biathlet Simon Schempp, der sich wegen seiner Rückenprobleme zuletzt beim Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in Behandlung begeben hatte. «Es geht mir schon besser als in den letzten Wochen. Wenn mit der Muskulatur wieder alles passt, bin ich recht zuversichtlich, dass ich mit einer guten Form an den Start gehe. Wofür es dann reicht, muss man sehen. Aber vom Gefühl her könnte es weit nach vorne gehen», sagte der Massenstart-Weltmeister am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Mehr als die 19 Medaillen von Sotschi 2014 hat sich der Deutsche Olympische Sportbund zum Ziel gesetzt. DOSB-Präsident Alfons Hörmann empfahl indes eine «Mischung aus Demut und Realismus» bei der Bewertung von Chancen und Abschneiden des Teams.

Insgesamt 154 deutsche Athleten werden in Pyeongchang an den Start gehen. Eine erste Vorhut des deutschen Teams hat bereits im Olympia-Ort Quartier bezogen und trainiert auf olympischem Eis, darunter die Eisschnellläufer um Fahnenträger-Kandidatin Claudia Pechstein und die Rodler um Felix Loch.

Andere werden erst später folgen wie die Nordischen Kombinierer mit Johannes Rydzek und Eric Frenzel, die noch bis Dienstag in Oberstdorf trainieren. Das deutsche Eishockey-Team absolviert vor seinem Olympia-Comeback nach acht Jahren noch ein Kurz-Trainingslager in Füssen und bestreitet am Mittwoch einen letzten Test in der Schweiz. «Wir müssen uns als Mannschaft finden. Ich bin da positiv, wir kennen uns alle. Jeder kennt das System», sagte Top-Verteidiger Christian Ehrhoff, der neben Marcel Goc Favorit auf das Kapitänsamt ist.

Nach ihrer Ankunft in Pyeongchang dürften die deutschen Sportler schnell mit den Folgen des russischen Dopingskandals konfrontiert werden. Nach der unerwarteten Aufhebung ihrer lebenslangen Olympia-Sperren durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS könnten 13 Russen doch noch bei den Winterspielen antreten, wenn das Internationale Olympische Komitee ihnen eine Einladung erteilt. «Täglich folgen neue Hiobsbotschaften für unsere Athleten - das ist mehr als bedauerlich. Es wäre fatal, wenn die Betrüger von Sotschi nun in Pyeongchang erneut an den Start gehen dürfen», sagte DOSB-Chef Hörmann.

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