Nordischer Kombinierer : Bereit für etwas Großes: Frenzel glaubt wieder an sich

Will den Olympiasieg: Kombinierer Eric Frenzel. /AP
Will den Olympiasieg: Kombinierer Eric Frenzel. /AP

Eric Frenzel kommt rechtzeitig vor Olympia besser in Schwung. Seine Sprünge nähern sich wieder dem Optimum an. Als deutscher Fahnenträger ist der 29-Jährige «etwas größer» geworden.

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12. Februar 2018, 11:12 Uhr

Das Gefühl, in Pyeongchang freudestrahlend die deutsche Fahne zu schwenken, kennt Eric Frenzel schon. Und er würde es gerne wiederholen. Diesmal nicht als Fahnenträger beim Einmarsch ins Olympiastadion, sondern vielmehr als Olympiasieger in der Nordischen Kombination.

So wie vor vier Jahren, als er sich zum ersten Mal den begehrtesten Erfolg im Sport sicherte. Die Vorzeichen für den Wettbewerb mit dem Springen von der Normalschanze und dem Lauf über zehn Kilometer am Mittwoch (07.00/09.45 Uhr MEZ) sind aber andere als in Sotschi. Diesmal geht der 29-Jährige nicht als Favorit an den Start. Zu durchwachsen waren seine Leistungen auf der Schanze im Verlauf dieser Saison.

Doch Frenzel wäre nicht Frenzel, wenn er sich damit abgefunden hätte. Fieberhaft suchte er nach den Ursachen, fand sie in verklebten Muskelgruppen, die ihn in der Anfahrtshocke behinderten, fand sie im Materialbereich. Bei einem Spezialisten in Potsdam ließ er sich lockern. Und: «Ich bin auf das alte Bindungssystem aus der vergangenen Saison zurückgegangen. Das verleiht mir ein besseres Gefühl für den Anstellwinkel der Ski», erzählt der Oberwiesenthaler.

Die interne Vorbereitung der Kombinierer vor ihrem Abflug nach Südkorea in Oberstdorf tat ihr übriges zur besseren Stimmung bei Frenzel. «Er hat wieder Vertrauen in seine Sprünge bekommen. Wir haben auch einen kleinen Wettkampf gemacht, da hat man es besonders gut gesehen», erklärt Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Seit Sonntag kann er auch auf der Schanze im Alpensia Nordic Park seine zurückgewonnene Sicherheit demonstrieren. «Ich denke, die ersten Sprünge sollten Hoffnung machen. Ich bin auf einem ordentlichen Niveau und konnte mich ganz gut auf die Schanze einstellen. Der letzte Sprung am Dienstag war tip top, da fehlt eigentlich nichts mehr», erklärt der Familienvater, dessen Frau Laura gemeinsam mit dem ältesten Sohn Philip am Montag die Reise nach Pyeongchang antrat.

Weinbuch sieht seinen Vorzeige-Athleten auf einem guten Weg. «Er macht seit Oberstdorf einen stabilen Eindruck und ist gut vorbereitet. Er hat vieles besser gemacht als vorher, das hat ihn wieder an etwas Großes glauben lassen. Er spürt, es ist was drin», sagt Weinbuch.

Im Gegensatz zu seinen Teamkollegen, die erst seit Samstagabend in Pyeongchang weilen, lebt Frenzel schon etwas länger in der «neuen Zeit». Nachteile sieht er deshalb wie auch wegen des Rummels um seine Person nicht. «Es war etwas sehr Positives. Dieses Gefühl, diese Euphorie, mit der Fahne einlaufen zu dürfen, hoffe ich jetzt in den Wettkampf mitnehmen zu können. Geschadet hat es jedenfalls nicht», sagt Frenzel. Weinbuch unterstreicht: «Die Auszeichnung hat ihn schon etwas größer gemacht.»

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