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EM-Überraschung : Ludwig/Walkenhorst raus - Dennoch deutsches EM-Endspiel?

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Die Weltmeisterinnen zollen der großen Belastung Tribut: Ludwig/Walkenhorst scheitern bei der Beach-EM am Überraschungsteam Glenzke/Großner. Dabei wird dem siegreichen Duo vom eigenen Verband keine Zukunft mehr eingeräumt. Jetzt ist ein deutsches Endspiel drin.

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2017 | 20:27 Uhr

Die Beachvolleyball-EM im lettischen Jurmala hat ihre erste große Überraschung. Die Titelverteidigerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst unterlagen im Viertelfinale dem Berliner Duo Nadja Glenzke und Julia Großner mit 1:2 (21:17, 14:21, 17:19) und verpassten den EM-Titel-Hattrick.

«Die ganze EM war unglaublich hart. Ich glaube, dass es noch nie eine EM gegeben hat, die sofort nach der WM stattfand», sagte Ausnahmespielerin Ludwig.

Auch Chantal Laboureur und Julia Sude zogen mit einem 2:0 (21:16, 21:16) gegen das Gastgeberteam Graudina/Kravcenoka ins Halbfinale. Jetzt ist sogar ein deutsches Endspiel möglich. Glenzke/Großner treffen am Sonntag zunächst auf Kolosinska/Gruszczynska aus Polen. Die topgesetzten Laboureur/Sude (Stuttgart/Friedrichshafen) bekommen es mit dem tschechischen Duo Kolocova/Kvapilova zu tun.

Im deutschen Duell gegen die Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen zeigten Glenzke/Großner am Majori-Beach eine imponierende Leistung, obwohl der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) nicht mehr an eine gemeinsame Perspektive des Duos glaubt. Die Außenseiterinnen, die im neuen zentralen Stützpunkt in Hamburg trainieren und für den HSV starten, führten schon im ersten Satz mit zwei Punkten Vorsprung. Eine starke Phase mit Ludwig am Aufschlag vom 12:14 zum 19:14 brachte den Favoriten aber den Satzgewinn. «Es war ein einziger Kampf. Auch gegen einen selbst. Man hat gesehen, dass beide Teams nicht aufgeben wollten und einfach alles gegeben haben», sagte Glenzke.

Ludwig lobte ihre Gegnerinnen. «Natürlich haben wir wie viele andere Teams viele Körner bei der WM gelassen, was völlig normal ist. Nadja und Julia haben aber eine tolle Leistung gezeigt und wenig Fehler gemacht. Sie haben das zum Schluss einfach gut gemacht und verdient gewonnen», sagte sie.

Ludwig/Walkenhorst leisteten sich zu viele Fehler. Walkenhorst wagte trotz ihrer lädierten Schulter einige harte Schläge. Beim 5:10 im Tiebreak musste sie aber eine medizinische Auszeit nehmen. Anschließend kamen die Favoritinnen nochmals heran und hatten selbst zwei Matchbälle. Doch zwei Blöcke der erst 21-jährigen Glenzke entschieden die spannende Partie. «Wir haben die Ruhe bewahrt und Punkt für Punkt weiter gespielt. Der Sieg am Ende ist einfach der Wahnsinn», sagte die 1,86 Meter große Spielerin.

Für Glenzke/Großner ist das EM-Halbfinale der größte Erfolg ihrer kurzen gemeinsamen Karriere, die am Schluss der Saison schon beendet ist. Überraschend war Abwehrspielerin Großner (29) aus der erst zum Jahresbeginn gestarteten zentralen Förderung am Hamburger Stützpunkt gestrichen worden. Im Laufe des EM-Turniers hatten sich Glenzke/Großner auch schon gegen die Kontrahentinnen Victoria Bieneck und Isabel Schneider, die vom nationalen Verband weiter unterstützt werden, sowie Karla Borger und Margareta Kozuch behauptet.

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