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Schwerin Zum dritten Mal Jugendzertifikat

Von Hannes Eichhorn | 26.02.2010, 01:57 Uhr

Ein Verein ist auf Dauer nur so erfolgreich, wie es sein Unterbau zulässt.

Nach dieser Maxime wird bei den Handballern des SV Post Telekom Schwerin seit Jahrzehnten verfahren. Die 1970 in die DDR-Oberliga aufgestiegene Männermannschaft rekrutierte sich zum großen Teil aus dem eigenen Nachwuchs. Namen wie Witt, Rauch, Wild, Ladig und Riediger haben seit Jahrzehnten einen guten Klang, weil auch deren Söhne die Handballtradition in Schwerin fortgesetzt haben.

Die Ex-Postler Holger Schneider (Ex-Nationalspieler und jetzt Sportdirektor beim HC Empor Rostock) und Stefan Schröder (aktueller Nationalspieler/HSV Hamburg) kommen genau so aus der Jugend der Postler wie viele andere Bundesligaspieler. In der jetzigen Zweitliga-Vertretung vom SV Post stehen mit Peter Niepagen, Christian Blank, Stephan Riediger, Alexander Rauch, Alexander Ladig, Christian Zufelde, Aurel Witt, Bernhard Zisler, Ingo Heinze und Johannes Prothmann nicht weniger als 10 Akteure, die alle die eigene Kinder- bzw. Jugendabteilung durchlaufen haben. Dies gibt es in dieser Größenordnung bei keinem weiteren Handballverein in Deutschland.

Damit das so bleibt, muss im unteren Bereich kontinuierlich und fleißig gearbeitet werden. Als Anerkennung der bisherigen Leistungen erhielten die Postler gerade zum dritten Mal in Folge das Jugendzertifikat, das von der Handball-Bundesligavereinigung der Männer (HBL) jährlich verliehen wird. Von den 53 Antragstellern der ersten und zweiten Bundesliga erhielten in diesem Jahr lediglich 26 Mannschaften die Zuerkennung. Deshalb ist Handball-Abteilungsleiter Ingolf Schneidewind sehr stolz auf die Arbeit seines Teams: "Alle Trainer besitzen bei uns mindestens die C-Lizenz. Zudem ist in enger Verbindung mit den Helios-Kliniken die sportmedizinische Betreuung abgesichert."

Durch diese gewissenhafte Pflichterfüllung des Handball-Unterbaus spart Bundesliga-Geschäftsführer Norbert Henke eine Menge Geld. "Ein Prozent unserer gesamten Personalkosten müssten wir sonst in einen Fond der HBL einzahlen", beziffert Henke eingesparten Finanzen. Als Beispiel: Bei einem säumigen Erstligisten wäre bei geschätzten Personalkosten von einer Millionen Euro dann immerhin die Summe von 10 000 Euro fällig.

Im Schweriner Nachwuchsbereich sorgen in dieser Saison von den Minis bis zur A-Jugend neun Mannschaften für den notwendigen Nachschub. Insgesamt trainieren 118 Spieler unter der Anleitung von 13 Trainern und Übungsleitern mehrmals in der Woche. Die E-, D- und C-Jugend rangieren noch ungeschlagen an der Tabellenspitze ihrer Ligen, während die B-Jugend Platz 4 einnimmt. Die A-Jugend kämpft derzeit um den Klassenerhalt in der Regionalliga.

"Da unsere meisten Trainer ehrenamtlich arbeiten, ist dieses Engagement gar nicht hoch genug zu würdigen", schätzt Schneidewind deren Arbeit ein. Zudem würdigt er das Mitwirken der Eltern, die nicht selten mit dem Privat- PKW ihre Kinder zu den Punktspielen fahren. Schatzmeister Rolf Heinze schätzt ein, dass die Absicherung von Punktspielen und Turnieren nur durch die kräftige Unterstützung von Sponsoren zu realisieren ist und appelliert: "Wir würden natürlich gern noch weitere Förderer begrüßen."

Obwohl vieles auf einem guten Weg ist, möchte Post noch besser werden. "Wir streben daher Kooperationen mit anderen Vereinen an, um Erfahrungen auszutauschen", konkretisiert Ingolf Schneidewind nächste Vorhaben. Das passiert bereits mit dem weiblichen Bereich von Grün-Weiß Schwerin.

Besonders in den jüngeren Altersklassen wird jederzeit noch talentierter Nachwuchs benötigt. Wer sich den Post-Handballern anschließen möchte, kann sich direkt in der Kästner-Halle, Hamburger Allee 240, vorstellen.

Infos: Tel: 0385 - 3 95 77 77 oder unter www.sv-post-schwerin-handballnachwuchs.de