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SSC Palmberg Schwerin Ungeschlagen in den Kurzurlaub

Von Tom Bloch | 18.12.2016, 21:00 Uhr

Schweriner Volleyballerinnen gewinnen Bundesliga-Spitzenspiel beim Tabellenzweiten MTV Stuttgart im Tiebreak

Dass Stuttgarts Volleyball-Frauen dem ungeschlagenen Bundesliga-Tabellenführer aus Mecklenburg-Vorpommern in einem einzigen Spiel genauso viele Sätze abtrotzen konnten, wofür die vorherigen Gegner insgesamt 14 Pflichtspiele brauchten, ist sicher kein großer Trost im Schwabenland. Nach 114 Minuten Spielzeit stand fest: Der SSC Palmberg bleibt ungeschlagen und thront weiterhin an der Tabellenspitze. Der hartnäckige Verfolger Allianz MTV Stuttgart unterlag in der mit 2200 Zuschauern ausverkauften heimischen Scharrena im Spitzenspiel der Bundesliga mit 2:3 (15, -15, -22, 20, -5). Das Team von Trainer Guillermo Naranjo Hernández bekam im entscheidenden Tiebreak keinen Fuß mehr auf den Boden, dennoch endete die Partie mit 92:100 nach Ballpunkten äußerst knapp. In der Generalprobe für das Pokalfinale am 29. Januar in Mannheim machten gerade mal acht Punkte den Unterschied aus.

„Der Sieg ist gut fürs Selbstvertrauen, vor allem, weil wir kaum Zeit hatten, uns entsprechend vorzubereiten“, sagte Trainer Felix Koslowski in seiner ersten Analyse. Dabei kam seine müde Mannschaft im ersten Satz ziemlich unter die Räder. Die Stuttgarter Formation sorgte für gehörigen Druck im Aufschlag. Dem Tabellenführer Schwerin waren die Reisestrapazen vom CEV-Challenge-Cup-Auftakt im finnischen Tampere (3:0-Erfolg über OrPo Orivesi am Mittwoch) deutlich anzumerken. Doch schon im zweiten Satz stieg die Gegenwehr.

„Schwerin hat auf unseren Plan reagiert, wir konnten uns leider nicht so gut auf ihre taktischen Änderungen einstellen“, bemängelte Stuttgarts Trainer Guillmero Hernández. Vor allem Nationalspielerin Jennifer Geertjes (19 Punkte) und Mittelblockerin Lauren Barfield (17) waren schwer unter Kontrolle zu bekommen. Auf Stuttgarter Seite dominierte einmal mehr Michaela Mlejnková (24 Punkte) und Renáta Sándor (16). „Wir müssen gegen so ein Top-Team einfach aggressiver auftreten“, sagte die ungarische Nationalspielerin enttäuscht und wurde trotzig: „Aber besser ist, wir verlieren jetzt im Ligaspiel und gewinnen im Januar das Pokalfinale.“

Des einen Frust ist des anderen Freude und wer sich wohl am meisten freute, war Schwerins Scout Olaf Garbe, der zuvor lange Jahre für den VfB Suhl tätig war: „Ich habe noch nie in der Scharrena gewonnen. In den neun Jahren von Stuttgarts Erstligazugehörigkeit nicht.“

Das Spitzenspiel fand seinen Höhepunkt in den Sätzen drei und vier, die deutlich umkämpfter waren als die beiden klaren ersten Durchgänge. Im Tiebreak allerdings war der Tabellenführer nicht mehr zu stoppen, die Stuttgarter Annahme brach weitgehend zusammen. „Wer Druck im Aufschlag gemacht hat, hat den Satz dominiert“, erklärte die Ex-Stuttgarterin Maren Brinker. „Aber für das Pokalfinale müssen wir uns noch etwas einfallen lassen, denn sie hatten mich in der Block-/Feldabwehr ziemlich gut unter Kontrolle.“

Was für ein Fest so kurz vor Weihnachten: Mit gerade mal vier Satzverlusten verabschiedet sich die Mannschaft für ein paar Tage und feiert in allen Himmelsrichtung verstreut eine kurze Weihnachtspause. „Ich bin froh, in Stuttgart gewonnen zu haben, weil nach uns wird das nicht mehr vielen Mannschaften gelingen. Und wir haben nun vier Punkte Vorsprung“, sagte Koslowski. Bereits am zweiten Feiertag bittet er mit seinem Trainerteam die Mannschaft wieder zum Einsatz in der Palmberg-Arena, denn schon am Mittwoch, 28. Dezember, findet dort das letzte Vorrundenspiel gegen den 1. VC Wiesbaden statt. Das Ziel ist klar: Ungeschlagen bleiben.