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Wittenberge Trainerfrage wird zur Geduldsfrage

Von Oliver Knoll | 11.12.2010, 01:57 Uhr

Das Warten beim PHC Wittenberge auf Tonci Druskovic geht weiter.

Die Hoffnung, dass der Trainer Anfang Dezember seine Arbeit beim Prignitzer Handballclub aufnehmen würde, hat sich noch nicht erfüllt.

Beim Verbandsliga-Derby am 2. Oktober gegen Blau-Weiß Perleberg schnupperte Druskovic bei einem Kurzbesuch in der Prignitz in der OSZ-Halle erstmals Wittenberger Handball-Luft, saß auf Wunsch der PHC-Spieler mit auf der Bank. Und zeigte sich von Team, Fans und der Stimmung in der Halle angetan.

Druskovic war als Spieler und später als Trainer in Kroatien und Bosnien-Herzigowina tätig und besitzt die A-Lizenz (berechtigt, ein Team in der höchsten Spielklasse des jeweiligen Landes zu trainieren). Nach den Vorstellungen des PHC soll Druskovic die Verbandsliga-Herren betreuen und sich gleichzeitig um den Handball-Nachwuchs des Vereins kümmern.

Das hat bislang noch nicht geklappt, denn - so die Information aus dem Umfeld des Clubs - die Genehmigung für Druskovic durch die Arbeitsagentur bereitet Probleme. "Er hat in Kroatien einen Club in fünf Jahren in die dortige erste Liga geführt", halten PHC-Präsident Andreas Giske und seine Präsidiumskollegen am Wunschkandidaten auf der Trainerposition, der auf dem Balkan auch im Managementbereich einer Handballtrainer-Agentur erfolgreich tätig war (Das ergaben Internet-Recherchen des "Prignitzers"), fest.

Damit passt Tonci Druskovic, verheiratet mit einer Professorin für Literatur und Vater von zwei Töchtern, hervorragend in das Anforderungsprofil des PHC, der seit längerem auf der Suche nach einem Trainer von außerhalb war. "Wir haben uns in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern umgeschaut und auch im Internet eine Anzeige veröffentlicht. Alle, die Interesse hatten, wollten aber nicht hier her kommen", beschreibt Andreas Giske die Bemühungen. "Umso mehr haben wir uns gefreut, als sich Tonci Duskovic bei uns gemeldet hat", fügt er hinzu.

Nach der Kontaktaufnahme folgte der oben erwähnte Besuch. Auch danach blieb der Club nicht untätig, kümmerte sich um eine Wohnung für Druskovic, der deutsch und englisch spricht, und seine Familie. Darüber hinaus entstand eine - wie es Giske nennt "Dreiecksbeziehung". Ein Unternehmen der Region wurde auf Druskovic, der in Kroatien im Prinzip auf gepackten Koffern sitzt, aufmerksam. Die Prignitz Microsystemtechnik GmbH, eine Tochter des gleichnamigen Unternehmens mit Hauptsitz in Dresden, würde ihn auch mit Blick auf einen möglichen Absatzmarkt auf dem Balkan beschäftigen. Das bereitet aber im Moment noch Probleme.