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Lokaler Sport Sportlerwahl im Landkreis erzeugt ein schiefes Bild

Von Redaktion svz.de | 22.12.2010, 01:57 Uhr

von Eckhard Rosentreter Die Bützower Ruderin Wiebke Hein ist sicherlich die mit Abstand herausragende Sportlerin des Jahres im Landkreis Güstrow.

Junioren-Weltmeisterin zu sein in einer olympischen Disziplin - welcher Athlet könnte das schon von sich behaupten? Und doch taucht die Schülerin bei der Sportlerehrung des Landkreises gar nicht auf, findet nicht einmal am Rande Erwähnung. Ursache ist ein Kriterium, das Landrat und Kreissportbund bei der Auswahl setzen, ohne es selbst genau zu definieren. Ausschlag gebend ist nämlich das Vorschlagverfahren: Die Vereine im Landkreis sind dazu berechtigt und gefragt. Punkt. Damit sind die Allerbesten von vornherein ausgeschlossen.

Besonderes Pech hat, wer wie Wiebke Hein oder im vergangenen Jahr die Striggowerin Theda Lehmann sich die falsche Sportart ausgewählt hat. Mit ziemlicher Sicherheit nämlich wird auf sehr weit absehbarer Zeit niemand aus einem im Kreis Güstrow ansässigen Ruderverein im internationalen Sport eine Rolle spielen. Diese Prognose dürfte aber auch für andere Sportarten gelten. Einem solchen Talent etwa wie Leichtathlet Tom Gröschel, der inzwischen mehrere deutsche Meistertitel errungen hat und bei Europameisterschaften läuft, können die kleinen Vereine bzw. Sparten im Landkreis Güstrow dazu schlichtweg nicht die Basis bieten.

Dass solche Sportler aber, selbst wenn sie wie im Falle Gröschel (Badendiek) oder Hein (Bützow) sogar noch im Landkreis wohnen, aus rein formaltechnischen Gründen für eine Wahl zum Sportler des Jahres gar nicht in Betracht kommen, erzeugt ein schiefes Bild. Ob das gerecht ist, mag ja noch ein Streitpunkt sein. Immerhin haben die allergrößten Talente die Chance zu höheren Ehren - vielleicht sogar zum Talent des Jahres in MV! Ohne in Güstrow erwähnt zu sein? Der Bützower Ruderin Wiebke Hein kann man da bei der Wahl des Landessportbundes nur viele Stimmen wünschen.