Ein Angebot des medienhaus nord

Rudern In zwei Läufen zum EM-Titel

Von Ralf Herbst | 31.07.2018, 21:00 Uhr

Der Deutschland-Achter ist mit dem Schweriner Schlagmann Hannes Ocik in Glasgow gefordert

„7 Europameisterschaften in 11 Tagen“ heißt das Motto der „European Championships 2018“, die Anfang August erstmals so über die Bühne gehen. Während die Leichtathleten in der nächsten Woche in Berlin ihre Europameister ermitteln, ist das schottische Glasgow Gastgeber der anderen sechs EM.

Auf dem künstlich angelegten Strathclyde Loch südöstlich der 600 000 Einwohner zählenden Arbeiterstadt Glasgow geht es für die Ruderer von morgen bis zum Sonntag rund. Mit dabei auf der Ruderstrecke im Strathclyde County Park sind mit Marie-Louise Dräger im Leichtgewichts-Einer der Frauen sowie Hannes Ocik als Schlagmann des Deutschland-Achters auch zwei Athleten der Schweriner Rudergesellschaft. Aus dem vollen Training für die WM im September heraus den Einzug ins Finale zu schaffen hat sich die Ex-Rostockerin Dräger auf die Fahnen geschrieben. Noch Anfang des Jahres eine Utopie. Die 37-Jährige war im Verband ausgemustert, kämpfte sich mit viel Elan und zum großen Teil auf eigene Kosten ins Rampenlicht zurück.

Der Finaleinzug allein reicht dem Deutschland-Achter hingegen nicht. „Wir wollen den Titel, keine Frage“, betont Hannes Ocik. Alles andere wäre auch nicht vermittelbar. Immerhin wurde das deutsche Flaggschiff letztmals bei Olympia 2016 in Rio in einem Finale geschlagen – seinerzeit von den Briten – und gewann hernach jeden Wettkampf. Lediglich bei ihrem Weltcupsieg Ende Juni in Linz ließen die Jungs von Bundestrainer Uwe Bender einmal Federn, hatten sich im Vorlauf – ausgetragen als Einzelzeitfahren – und im Hoffnungslauf – geschlagen von den Briten - jeweils mit Platz zwei begnügen müssen.

Das wollen die amtierenden Weltmeister diesmal tunlichst vermeiden, allein schon der Hitze wegen. In zwei Läufen zum Titel, heißt ihr Plan. Anders gesagt: Mit einem Sieg im morgigen Vorlauf direkt ins Finale am Sonntag einzuziehen und sich dann auch dort schadlos zu halten. „Das wird ein hartes Stück Arbeit“, stellt Hannes Ocik klar und zählt auf: „Die Briten, der Olympiasieger, sind immer ein ganz harter Brocken, erst recht vor heimischen Fans. Die Holländer sind traditionell stark. Die Italiener haben als WM-Dritter von 2017 aufhorchen lassen. Und mit den Russen muss man gerade bei einer EM immer rechnen. Aber wir wollen sie alle schlagen.“

In den Tagen von Glasgow wollen der 27-Jährige und seine Crew gern auch abseits der Ruderstrecke einiges erleben. „Wenn hier schon mehrere Europameisterschaften stattfinden, sollte man das natürlich nutzen“, sagt der Polizeimeister der MV-Landespolizei. „Ich würde gern mal zum Bahnradsport gehen und Wettkämpfe der Schwimmer und der Turner besuchen. Das geht aber nur, wenn wir nach dem Vorlauf Ruhe haben und nicht in den Hoffnungslauf müssen.“