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Waren/Müritz FIFA-Berufung für "Assistant Referee" Häcker

Von dpa | 12.02.2010, 01:57 Uhr

Markus Häckers Zukunft liegt im wahrsten Sinne des Wortes am Rande des Fußballplatzes.

Der 35 Jahre alte Vermessungsingenieur aus Waren/Müritz gehört seit 2003 zum Pool der Schiedsrichter-Assistenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Seit 2007 assistierte er 28 Mal in der Bundesliga. Mit Jahresbeginn berief ihn die FIFA nun auf ihre Liste der "Assistant Referees". Damit ist Häcker der erste vom Weltverband berufene Fußball-Schiedsrichter Mecklenburg-Vorpommerns.

Für den bekennenden Mecklenburger wird damit im Nachhinein eine Entscheidung belohnt, die ihm einst nicht leicht gefallen war. "Als Schiedsrichter war ich jahrelang fast in jeder Saison eine Klasse aufgestiegen, 1999 in die Regionalliga. Doch der Sprung in die zweite Liga wollte einfach nicht gelingen", erzählt Häcker, der alles andere als ein Träumer ist. Und so beschloss er eines Tages, die Pfeife aus der Hand zu legen und sich auf die Fahne des Assistenten zu konzentrieren.

Mittlerweile gehört Markus Häcker zu den am meisten eingesetzten Schiedsrichter-Assistenten in der Bundesliga. Mit FIFA-Referee Manuel Gräfe (Berlin) und seinem Kollegen Christian Dingert (Saarbrücken) kam der Mecklenburger allein in der Hinrunde auf zehn Einsätze. Im vergangenen Jahr hat er auch internationale Feuertaufen bestanden, beispielsweise beim Länderspiel Frankreich gegen Türkei (1:0) oder in der Qualifikation zur Europa-League.

Mit der Berufung durch die FIFA kann die Karriere, die 1987 auf Drängen des Vaters beim SV Traktor Pentz (Landkreis Demmin) begann, noch traumhafter werden. Doch Markus Häcker ist weit davon entfernt abzuheben. "Eine WM-Teilnahme 2014 oder 2018 wäre toll, aber ich stelle mir eigentlich keine Ziele, deren Realisierung nicht von mir allein abhängt", sagt der Vater einer zehn Monate alten Tochter, gesteht aber schließlich doch, dass "ein Olympia-Turnier ein Traum wäre".

Schiedsrichter sei er geworden, sagt Häcker, weil er als Kind "zu klein und schmächtig zum Kicken" war. Sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn habe ihm in dem "harten Geschäft Fußball-Bundesliga" geholfen. "Man lernt vor allem, mit dem Mediendruck umzugehen", sagt der gebürtige Greifswalder, der zugibt, selbst schon mit der einen oder anderen Entscheidung falsch gelegen zu haben. "Wenn ein Schiedsrichter Elfmeter pfeift, urteilen drei Fachleute verschieden. Als Assistent hast du nur die Linie - hopp oder top", bedauert er manchmal "die fehlende Grauzone" in seinem Assistenten-Job.

Ansonsten ist der stellvertretende Leiter des Kataster- und Vermessungsamtes im Landkreis Müritz dankbar für die Möglichkeit, für sein Hobby unbezahlte Freistellung in Anspruch nehmen zu können. Wobei Häcker weiß, dass das Wörtchen unbezahlt irreführend ist. "Ich habe im letzten Jahr mit dem Fußball mehr verdient als in meinem Job", sagt er - es klingt wie eine Entschuldigung.