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Lübtheen /Bützow/Hagenow Falsche Sperre kostet Sieg

Von Thomas Willmann;alwi | 23.09.2009, 07:49 Uhr

Das erste Heimspiel der Saison verlief für die Oberliga-Handballer des Vellahner SV nicht ganz wunschgemäß. Gegen den SV Warnemünde mussten sie sich mit einem Punkt zufrieden geben. Beim Schlusspfiff hieß es 29:29.

Die letzte Spielminute in der Lübtheener Hans-Oldag-Halle lieferte ein Spiegelbild für die gesamte Partie: Es ging spannend, dabei aber sehr hektisch und nicht unbedingt hochklassig zu. Eine Aktion von Ronald Bahr werteten die Schiedsrichter als absichtliches Fußspiel und schickten den erfolgreichsten Vellahner Werfer (13 Tore) auf die Bank. Warnemünde machte nichts aus der Überzahl, im Gegenzug verwarf der VSV, der sich anschließend wiederum beim stark parierenden Martin Fischer bedanken durfte.

Die letzte Chance zum Siegtreffer gehörte den Gastgebern. Trainer Dirk Schimmler wollte seinen Torwart bei einer Freiwurfsituation als zusätzlichen Feldspieler aufbieten. Man vergaß aber auf der VSV-Bank das vorgeschriebene, andersfarbige Trainingsleibchen und kassierte eine weitere Strafe. Dennoch brachte Philipp Kögler in einer tumultartigen Szene mit der Schlusssekunde den Ball zum vermeintlichen 30:29 im Warnemünder Tor unter. Die Halle kochte, als die Schweriner Schiedsrichter den Treffer nicht anerkannten, obwohl sie einem Gäste-Spieler Rot zeigten. Ein letzter, direkt auszuführender Freiwurf blieb, den Kay-Peter Larisch aber nicht an der sich vor ihm aufbauenden Warnemünder "Wand" vorbeibrachte.

Abwehrarbeit ließ erneut zu wünschen übrigAls sich die Gemüter etwas beruhigt hatten, lieferte Schiri Klaus-Peter Hopp die Aufklärung: "Die Warnemünder haben gefoult, die Vellahn ihrerseits eine falsche Sperre gestellt. Das hebt sich keinesfalls gegenseitig auf. Deshalb war dieses Tor nicht regulär."

Für Dirk Schimmler war diese letzte Aktion ohnehin nicht ausschlaggebend: "In der Deckung waren wir nie wirklich auf der Höhe, unser Kreisläuferspiel hat gar nicht statt gefunden, und wir haben uns unheimlich viele Fehler geleistet", fasste der VSV-Trainer die Kette der Unzulänglichkeiten zusammen. "Letztlich müssen wir mit dem einen Punkt zufrieden sein, den unser Torwart festgehalten hat. Ich denke, jeder hat heute gesehen, dass noch viel Trainingsarbeit vor uns liegt."

Wann immer die Vellahner in diesem Spiel die Chance hatten, sich etwas abzusetzen, fehlte es an klaren Aktionen. Der Ball wurde im Aufbau verloren, und die oft überhasteten und unvorbereiteten Würfe landeten beim guten Warnemünder Torwart. Das ging in der ersten Halbzeit los - Pausenstand 15:14 - und setzte sich nach dem Seitenwechsel nahtlos fort. Ab Mitte der zweiten Hälfte lief der VSV sogar konstant einem Rückstand hinterher, so dass eine Heimniederlage drohte. Man konnte von Glück sagen, dass auch die Gäste in dieser Phase mehrfach gute Chancen ausließen. Erst in der 56. Minute gelang Hannes Jehring im Nachwurf mit seinem einzigen Treffer zum 29:29 wieder der Ausgleich. Der Rest war Hektik pur, mit dem bereits beschriebenen Finale.

Vellahner SV: Fischer, M. Weiß - M. Neckel (2), Nörren, Thüring, Schwarz (3), Kögler (3), Jehring (1), Bahr (13/4), Larisch (2), D. Neckel, Evers (5), Vick.

SR: Hopp/Padditz (SV Post Schwerin)

TSV Bützow II - ESV Hagenow 26:26 Den ersten Punktgewinn der Saison feierten die Verbandsliga-Handballer des ESV Hagenow mit dem Unentschieden bei Aufsteiger TSV Bützow II. Einerseits war angesichts von fünf vergebenen Siebenmetern mehr drin, andererseits bewies die Mannschaft gerade in der Schlussphase eine gute Moral und holte einen Vier-Tore-Rückstand auf.

Dem Hagenower Angriff fehlte es in der Anfangsphase an Beweglichkeit, so dass man sich gegen die gegnerische 5:1-Deckung schwer tat. Nach einer Auszeit liefen die Aktionen flüssiger. Doch auf Grund der ESV-Siebenmeterschwäche und dreier Lattentreffer konnte sich Bützow trotzdem absetzen. Die Gäste steckten aber nicht auf und verkürzten bis zur Pause u.a. dank vier Unterzahltoren auf 14:15.

Nach dem Wechsel stellten auch die Hagenower in der Deckung auf 5:1 um. In einer ausgeglichenen Partie behauptete der Aufsteiger lange seine knappe Führung. Michael Struck hielt den ESV durch tolle Paraden im Spiel. Doch dann schien Bützow zwei gegnerische Zeitstrafen vorentscheidend nutzen zu können (25:21/54.). Die Gastgeber offenbarten allerdings konditionelle Probleme. Die daraus resultierenden Ballverluste ließen den kampfstarken ESV erneut zurückkommen. Beim Stand von 25:26 parierte Michael Struck seinen zweiten Siebenmeter. Den letzten Angriff schloss Christoph Glasemann vom Kreis nach gutem Anspiel von Martin Pollex zum umjubelten Ausgleich ab. Eine doppelte Unterzahl in den verbleibenden vier Sekunden überstand man schadlos.

ESV Hagenow: Struck, Götsch - J. Tügel (1), Glasemann (4), Salomon (5), R. Thiel (7), Pollex (3), Trahms (2), Koch, Lasanske, Rieckhof, Pätzold, Krause.