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Fussball Brasilianisches Flair beim FCM

Von habi | 27.08.2020, 14:45 Uhr

Gleich drei Akteure vom Zuckerhut kicken in dieser Saison in Schwerin, dabei sind Rafael, Marcos und Nauhan gar nicht typisch brasilianisch

Bulgaren, Österreicher, Polen, Tschechen, Japaner, Schweden, Letten, Engländer, Ukrainer – die Liste der Nationen, die beim FC Mecklenburg Schwerin ihre Schuhe geschnürt haben, ist lang und vielfältig. Der südamerikanische Landstrich blieb allerdings bislang beim FCM verwaist. Bis jetzt, kicken doch in der neuen Saison mit Rafael Da Silva Cruz, Nauhan Barbosa Dos Santos und Marcos André Soares De Noronha gleich drei Brasilianer für den Verbandsligisten.

Es weht also künftig ein lateinamerikanisches Lüftchen im Sportpark Lankow. Wer allerdings gedacht hat, dass es fortan in der Kabine laute Samba-Musik gibt, das Bier nach Spielen durch Caipirinhas ersetzt wird und dazu Capoeira einlagen zum Besten gegeben werden, „den müssen wir leider enttäuschen. Die ersten Wochen waren relativ unspektakulär, die Jungs sind pünktlich, versuchen viel deutsch zu sprechen, trinken sogar deutsches Bier und tricksen auf dem Platz vergleichsweise wenig. Für mich sind das eher deutsche Brasilianer“, gibt Schwerins Kapitän Tino Witkowski mit einem Augenzwinkern ein paar Einblicke in das Kabinenleben mit den drei Neuzugängen aus Brasilien.

„Wir wollen ja Fußball spielen und die drei Jungs, auch wenn sie noch nicht alle in Topform sind, bringen eine spielerische Komponente mit. Brasilien ist ja eine Nation, die Fußball liebt und die Spieler machen Dinge, die vielleicht nicht jeder hinbekommt“, sagt FCM-Trainer Stefan Lau über seine drei „Importspieler“ und ergänzt: „Sind zwar alle sehr ehrgeizig, bringen aber auch eine gewisse Lockerheit in die Kabine. Nauhan hat zum Beispiel immer ein Lächeln im Gesicht.“

Portugiesisch wird in den FCM-Katakomben aber nun nicht gesprochen, auch nicht von den drei Brasilianern, sind sie doch bemüht, ihr deutsch weiter zu verbessern und sich so noch schneller und besser in die Mannschaft zu integrieren.

Und die Mannschaft hat in dieser Saison Großes vor. „Ich denke, dass wir uns weiterentwickelt haben und in diesem Jahr ganz oben mitspielen können. Wir haben uns in der Spitze und in der Breite verbessert“, sagt Stefan Lau. Seit zwei Jahren ist Lau für die Schweriner an der Seitenlinie verantwortlich. Nach Platz fünf 2019 und Platz vier 2020 soll es dieses Mal hoch hinaus gehen. Alles andere würde dem Anspruch von Trainer Lau, Sportdirektor Blechenberg und der Mannschaft nicht gerecht werden, dafür sind alle zu ehrgeizig. „Für eine Meisterschaft muss aber auch immer etwas Gutes zusammenkommen, egal ob in der Kreisliga oder in der Verbandsliga“, weiß Stefan Lau aber auch, dass eine Saison – sodass sie denn in Corona-Zeiten normal über die Bühne läuft – lang und schwer werden kann.

Gefragt sind die FCM-Kicker beim Liga-Auftakt bereits Freitagabend. Zu Gast in der Landeshauptstadt ist um 19.30 Uhr der SV Warnemünde. Ob die Zuschauer dann bereits in den Genuss kommen können, alle drei Brasilianer gleichzeitig auf dem Platz zu sehen, ist allerdings fraglich. Die Saison ist aber lang, gebraucht werden Rafael, Nauhan und Marcos definitiv. Und vielleicht gibt es dann bei Caterer Mario Tell auch den ein oder anderen Caipirinha zu erstehen. Es würde zumindest zum südamerikanischen Flair im Sportpark Lankow passen.