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Leichtathletik Mit Zeit von 1977 heute auf Rang 4

Von MAPE | 06.02.2014, 07:03 Uhr

Monika Dalchow, Jürgen Utikal und Thomas Pagenkopf – Werdegang der Leichtathletik-Talente von einst

Kennen Sie die Namen Monika Dalchow, Jürgen Utikal und Thomas Pagenkopf? Wohl kaum – höchstens interessierten Leichtathletik-Kennern sind sie ein Begriff. Schon Ende der 50-ziger Jahre wurden die besten und talentiertesten Leichtathleten auf die Sportschulen und zu den Clubs geschickt, mit dem Ziel, ihr Talent weiter zu fördern. Das es nur in den seltensten Fällen gelang, sie zur Spitze zu führen, versteht sich von selbst.

Nach den Recherchen des Kreisverbandes Leichtathletik Prignitz (KVL) sind seit Ende der 50-ziger Jahre bis heute zirka 120 Mädchen und Jungen an die Sportschulen und Clubs in Güstrow, Schwerin, Berlin und Potsdam gegangen. Dazu zählen auch Monika Dalchow, Jürgen Utikal und Thomas Pagenkopf.

Monika, Jahrgang 1958, stammt aus Lanz und war mit ihren beiden SchwesternMarita (1956) und Ingrid ( 1959) an der Sportschule in Schwerin. Ihr gelang es, 1977 in die DDR-Spitze im Sprint vorzudringen. Bei den Meisterschaften am 1. Juli 1977 in Dresden lief Monika Dalchow über 100 m 11,50 Sekunden – das bedeutete einen Top-Ten Platz unter den besten Sprinterinnen der DDR, die damals zur Weltspitze zählten und mit Renate Stecher und Marlies Oelsner (später Göhr) die Schnellsten hatten.


Jürgen Utikal läuft mit DDR-Staffel Landesrekord

Jürgen Utikal aus Perleberg ging einen erfolgreichen Weg im Leistungssport. Mit 15 Jahren wechselte er nach Berlin zu Dynamo. Schon als B-Jugendlicher mit 17 Jahren lief er die 100 m in 10,7 Sekunden, die 200 m in 21,8 sek und die 400 m in beachtlichen 47,9 sek. Damit gehörte er in seiner Altersklasse schon zur DDR-Spitze. Weitere Leistungssteigerungen ließen nicht lange auf sich warten. 1974 lief er mit der 4 x 400 m Nationalstaffel mit 3:04,0 Minuten einen neuen Landesrekord. 1976 ließ Utikal mit tollen 20,83 sek über 200 m aufhorchen. Im Jahr darauf blieb er erstmals über 400 m mit 45,98 sek unter der ominösen 46 Sekundenmarke.

Thomas Pagenkopf war sportlich vorbelastet. Seine Zwillingsschwestern waren bereits Jahre vor ihm zur Sportschule nach Schwerin gegangen. Mit 20 Jahren stand er schon auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Am 17. Juni 1990 lief er die 100 m im wieder um benannten Chemnitz in 10,43 sek und gehörte damit zur Sprintelite der noch DDR.

Um den Wert dieser Leistungen einzuordnen, lohnt sich ein Vergleich mit den Leistungen der Spitzenathleten von heute. Monika Dalchow würde mit ihren 11,50 sek von 1977 in der Bestenliste 2013 von Deutschland auf Platz 8 liegen und über 200 m (23,47 sek) auf Platz 6. Jürgen Utikals 45,98 sek von 1977 über 400 m bedeuten 2013 Platz 4 in Deutschland. Auch Thomas Pagenkopf kann sehr stolz auf die 10,43 sek über 100 m sein, denn sie würden ihn auf Platz 16 im Jahr 2013 setzen.

Die Liste derer, die schon vor zirka 40 Jahren Top-Leistungen erzielten, ist sehr lang. Einige seien noch genannt. Jürgen Flehr aus Groß Lüben trainierte in Bad Wilsnack bei Richard Wiesner. Er ging 1961 nach Schwerin und zählte über Jahre zu den besten 400 m und 800 m Läufern der DDR. Heute ist er Ehrenpräsident des Leichtathletik-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Wittenbergerin Karin Krohn war an der Sportschule Güstrow und wurde 1961 über die damals gelaufenen 500 m DDR-Meisterin in der Rekordzeit von 1:18,1 min.

Wenn jetzt das Interesse für weitere Ergebnisse der 120 Sportler, die diesen Weg gegangen sind geweckt wurde, dann gibt es die Möglichkeit, ab Jahresmitte auf der kvl-Homepage (www.kvl-prignitz.de) unter „Ewige Bestenliste“ die Leistungen der Sportschul- und Clubathleten mit denen der Athleten aus den Kreisvereinen zu vergleichen. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind für jeden belegbaren Hinweis dankbar.