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Schulsport Leuchtende Kinderaugen begeistern

Von olik | 20.07.2018, 23:53 Uhr

Schulsportberater und DFB-Stützpunktberater Frank Dannehl spricht im Interview über seine Motivation

Schulsportberater im Landkreis Prignitz und Stützpunkttrainer des Deutschen Fußballbundes (DFB) in Perleberg. Dazu Sportlehrer mit verkürzter Stundenzahl an der Freiherr von Rochow-Oberschule in Pritzwalk. Gleich drei verantwortungsvolle Aufgaben. Aber die Übersicht hat Frank Dannehl noch nie verloren. Einerseits dank seiner Routine, andererseits dank der vielen treuen Helfer, die ihn seit Jahren bei diversen Veranstaltungen unterstützen. Darüber und über die Situation des Schulsports und des DFB-Stützpunkts im Kreis sprach „Prignitzer“-Redakteur Oliver Knoll mit ihm.

Herr Dannehl, vor Jahresfrist lautete ihr Fazit über den Prignitzer Schulsport „wir haben das Niveau gehalten“. Wie fällt ihre Bilanz nach dem Schuljahr 2017/18 aus?
Frank Dannehl: Was die Anzahl der Schüler bei den Veranstaltungen betriff, da haben wir das Niveau verbessert. Im Schulamtsbereich Neuruppin wurden im vergangenen Schuljahr 54 Wettkämpfe in 35 Wochen ausgetragen. Wir in der Prignitz waren für 18 Veranstaltungen verantwortlich, haben elf Kreis- und sieben Regionalfinals ausgerichtet.

Beim Crosslauf der Schulen hat sich die Teilnehmerzahl auf 400 erhöht, nicht zuletzt dank des Pokals der Grundschulen. Beim Sepp Herberger-Tag hatten noch nie so viele Teams wie in diesem Jahr. Und beim WM-Tag in Karstädt haben 350 Schüler mitgemacht.

Leichtathletik, Tischtennis und Schwimmen sind bei regionalen oder landesweiten Wettkämpfen weiterhin die Aushängeschilder des Prignitzer Schulsports?Im Tischtennis und Schwimmen haben wir mit zwei mal Bronze beim Landesfinale durch das Wittenberger Marie-Curie-Gymnasium überzeugt. Dagegen verpassten wir in der Leichtathletik erstmals seit Jahren bei Jugend trainiert für Olympia das Landesfinale.

Es freut mich aber, dass die Schulen erkannt haben, dass das Sportfest der Grundschulen mit dem Dreikampf etwas bringt. Gefreut hat mich auch das gute Abschneiden der Rochow-Oberschüler als reine Schulmannschaft.

Aber ich habe Bedenken, ob es nach dem Rückzug von Udo Brandl in Perleberg gelingt, dieses gute Niveau in der Leichtathletik zu halten.
Auf der Gegenseite hapert es vor allem im Volleyball. Sehen sie einen Weg, das zu verändern?

Wenn kein Verein Nachwuchsarbeit im Volleyball betreibt und die Sportart nur in der Schule gespielt wird, ist es schwer. Ohne Vereinsspieler hast du keine Chance.

Etwas besser sieht es im Handball aus. Noch können wir nicht ganz vorn mitspielen, aber wenn die Vereine weiter Nachwuchsarbeit leisten, können wir bald besser da stehen.

Gibt es eine Sportart, die Sie gern mal im Wettkampfkalender von Jugend trainiert sehen würden?Hockey hat es durch die Initiative des Goethe-Gymnasiums Pritzwalk ja schon geschafft und in der WK III männlich beim Landesfinale den 3. Platz belegt. Eine Topgeschichte.

Sehen würde ich gern Pferdesport. Aber das ist in der Gestaltung schwierig. Immerhin wird beim Reitturnier in Berge eine Prüfung durch Jugend trainiert für Olympia unterstützt.

Bei den vielen Wettkämpfen für die Sie als Schulsportberater verantwortlich sind können Sie sich seit Jahren auf ein zuverlässiges Helferteam verlassen. Ist es schwer, dafür Nachwuchs zu finden?Die alte Garde mit Klaus Fritz, Dieter Ewert, Manfred Pelen, Dietrich Böwe und Jürgen Kramer ist nach wie vor aktiv. Mit dem Nachwuchs ist es schwer, weil fast alle Wettkämpfe in der Woche sind und da die meisten Leute arbeiten. Aber ohne das Engagement der Helfer und Sponsoren wäre dieses System gar nicht aufrechtzuerhalten.

Der DFB-Stützpunkt hat einen guten Zulauf? Warum?Er wird gut angenommen, weil wir mit Jürgen Kramer, Markus Carl, Oskar Jesse als Torwarttrainer und mir versuchen, mit vernünftiger qualitätsreicher Arbeit Spieler gut auszubilden. Und es gibt eine Kooperation mit der Rochow-Schule und einen Vertrag mit der Grundschule Putlitz, der Außenstelle. Dort trainieren 18 Kinder.

Mit Pieter Marvin Wolf wechselt ein Fußballer, der bei Ihnen im DFB-Stützpunkt trainierte, jetzt zum Regionalligisten SV Babelsberg 03. Was empfinden Sie dabei?
Da freue ich mich persönlich sehr darüber, dass er es geschafft hat. Für mich ist es der Beweis: Es gibt veranlagte Fußballer in der Prignitz, sie müssen nur gefördert werden. In diesem Jahr hätte Tim Engel auf die Sportschule wechseln können. Aber er hat sich für die Leichtathletik entschieden. Das muss ich akzeptieren.

Hat die Prignitz genügend Fußballtalente? Wie ist deren Einstellung?
Ja, es gibt genug Talente. Das Problem ist, wie werden sie in den Vereinen ausgebildet. Davon hängt es ab.

Von der Einstellung her ist es schwieriger geworden mit Spielern zu arbeiten als noch vor zehn bis 15 Jahren. Die Talente haben heute nicht mehr nur den Fußball im Kopf, sondern auch andere Interessen.

Schulsportberater, Veranstaltungen wie der Herberger-Tag, DFB-Stützpunkt – Was motiviert Sie, das jedes Jahr wieder durchzuziehen?Das Blitzen und Leuchten der Kinderaugen. Die Arbeit mit jungen Leuten gibt Antrieb und macht Spaß. Ich bin seit 41 Jahren Trainer, gehe in das 20. Jahr am Stützpunkt und in das zehnte als Schulsportberater. Ein paar Jahre möchte ich noch machen.