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Fussballkreis Künftig zwei Kreispokalsieger?

Von olik | 11.04.2018, 23:33 Uhr

Fußballverband Prignitz/Ruppin stellt Reformvorschlag mit zwei Wettbewerben vor

Der Wettbewerb um den Pokal des Fußballkreises Prignitz/Ruppin (FKPR) 2017/18 der Herren befindet sich in seiner entscheidenden Phase. Die Halbfinalspiele sind ausgelost. Am 1. Mai treffen der Sieger aus Groß Buchholz/ Garz-Hoppenrade (nach dem Einsatz eines nicht spielberechtigten Garzer Spielers entscheidet das Sportgericht) und Union Neuruppin aufeinander. Neun Tage später wird das zweite Halbfinale Lindow – Gülitz gespielt. Vielleicht bekommt der Kreispokal künftig ein anderes Gesicht. Der Vorschlag einer Reform liegt vor.

Demnach könnten künftig zwei Pokalwettbewerbe ausgetragen werden. Im „großen Pokal“ – so der Arbeitstitel – sind die Teams der Landesklasse, der Kreisoberliga und die ersten Sechs der beiden Kreisliga-Staffeln im Lostopf. Insgesamt sollen es 32 Mannschaften werden. Alle anderen kicken im „kleinen Pokal“, also alle Teams ab den Siebenten der Kreisligen abwärts. Welchen Namen die Cups tragen, ist noch offen.

Wer im „großen Pokal“ das Finale gewinnt, der zieht in den Landespokal ein. Auch für den Sieger des „kleinen Pokals“ geht es eine Runde höher weiter: Er darf in der darauf folgenden Saison beim „großen Pokal“ im Kreis mitspielen.

Eines der Ziele dieser Lösung ist nach Aussage des FKPR-Vorsitzenden Mike Schläger, das Terminchaos etwas zu entzerren, das durch Spielausfälle und Nachholtermine immer wieder entsteht. Im „großen“ Pokal würden fünf Runden gespielt und im „kleinen“ sechs. Damit fällt mindestens eine Runde weg, bei Verzicht auf eine Qualifikationsrunde wird ein weiterer Termin frei. Wenn viele Pokalrunden im Herbst gespielt werden, wäre man im Frühjahr flexibler bei Nachholterminen. Mike Schläger glaubt auch, dass zweistellige Siege eines Landesklasse-Teams bei einem Kreisklasse-Verein eher nur demotivierend sind.

Was halten die Vereine und Spieler von der Pokalreform? „Der Prignitzer“ fragte nach. „Solange die Teams aus der Landesklasse dabei sind, ist es für die auf Kreisebene spielenden Mannschaften schwieriger bis ins Finale zu kommen. Ich denke aber, dass der Pokal auch bei uns seine eigenen Gesetze hat und man durchaus eine Chance hat. Ich bin für diese Reform und für etwas mehr Entzerrung der Termine. So bleibt vielleicht das ein oder andere Wochenende mehr Zeit für die Familie“, antwortete Stephan Michelis, Spieler des SV Prignitz Bad Wilsnack aus der Kreisliga West.

Kurz brachte Christian Krause, Trainer von Veritas Wittenberge/Breese, sein Ja zur Reform zum Ausdruck: „Das hört sich doch mal gut an.“ Auch der KSV Prignitz aus der 2. Kreisklasse West wäre einverstanden. „Das ist aus unserer Sicht in Ordnung“, teilte KSV-Vorsitzender Sebastian Sturm mit.

Eine etwas andere Meinung vertritt der SV Rot-Weiß Gülitz. „Aus unserer Sicht bringt die neue Idee keinen Mehrwert für die Mannschaften des Fußballkreises. Der Kreispokal gewinnt nicht wirklich an Attraktivität, nur weil Mannschaften aus unteren Spielklassen einen weiteren, eigenen Pokal ausspielen sollen. In anderen Bundesländern spielen beispielsweise die Mannschaften aller Landesklassen einen Pokalwettbewerb. Dieser Ansatz wäre eine spannende Idee, die eine veränderte Pokalstruktur herbeiführen würde“, sagte der bei Rot-Weiß für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortliche Tony Hoppe.

Eine ähnliche Alternativ-Idee hatte Stephan Ellfeldt, Trainer von Union Neuruppin (Landesklasse), vor längerer Zeit mal angeregt. Er hatte einen gesonderten Wettbewerb aller Prignitz-Ruppiner Teams, die auf Landesebene spielen, angeregt, um sie dann aus dem Kreispokal herauszulösen. Damit würden regionale Derbys mit großem Zuschauerinteresse wie Wittenberge gegen Perleberg und Kyritz gegen Wittstock oder das Neuruppiner Stadtduell MSV gegen Union möglich, die es in den Ligen derzeit nicht gibt. Die Teams der Landesklasse hätten aber keine Chance, sich für den Landespokal zu qualifizieren – außer sie steigen auf, wie es Hansa Wittstock in der vergangenen Saison gelang. Solch ein Wettbewerb muss aber wohl vom Landesverband abgesegnet werden – und das Procedere müsste vom Kreis ausgehen.

Zur Diskussion steht aber die eingangs erwähnte Reform. Und zwar schon am morgigen Freitag. Auf dem Kreistag des FKPR in Kyritz. Stimmen die Vereine zu, könnte die Pokalreform bereits ab Sommer in Kraft treten. Außerdem plädiert der Spielausschuss für die vierte Einwechslung in der Verlängerung eines Pokalspieles, wie es schon der Deutsche Fußball-Bund Ende 2016 für die DFB-Pokalwettbewerbe der Männer und Frauen beschlossen hatte. Auch hierüber soll sich der Kreistag eine Meinung bilden.