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WBO-Weltmeister im Cruisergewicht „Hätte heute vieles anders gemacht“

Von olik | 10.12.2013, 00:36 Uhr

Der ehemalige WBO-Weltmeister im Cruisergewicht, Ralf Rocchigiani, plaudert vor Wittenberger Nachwuchsboxern aus seinem Leben

Als Vorbild für den Nachwuchs dürfte Ralf Rocchigiani allerdings nicht in die Analen eingehen. „Der Trainingsfleißigste war ick nie. Später, als die Mädels dazu kamen, wurde das noch unwichtiger“, so der Berliner, der auch während seiner aktiven Laufbahn gern und oft zur Zigarette griff, über seine laxe Trainingseinstellung.


Dem Boxsport komplett den Rücken gekehrt

Sechs Titelverteidigungen folgten. Alle mit Fritz Sdunek als Trainer in der Ringecke. Ausgerechnet Sdunek, ehemaliger Meistertrainer aus Schweriner Amateur-Glanzzeiten und ein Coach, der auf Disziplin setzt. „Ralf war eine wertvolle Lebenserfahrung. Vom Wesen her nach meinen Maßstäben als Profi unbrauchbar, hat er mir Toleranz beigebracht. Ein Typ, der Sachen schaffte, die er mit seinem körperlichen Zustand, seiner Berufsauffassung nicht hätte schaffen können“, sagte Fritz Sdunek einmal über seinen ehemaligen Schützling.

Der sportliche Ruhm ist mittlerweile verblasst, das verdiente Geld längst weg. Und auf der Straße wird er nach eigenen Angaben immer seltener erkannt. „Ick arbeite jetzt uff`n Bau“, antwortet Ralf Rocchigiani im besten berlinerischen Dialekt auf die Frage, womit er denn heute seinen Lebensunterhalt verdiene. Der Berliner wirkt entspannt, auch wenn es in seinem Leben nicht so gelaufen ist, wie er sich das vorgestellt hatte. „Ich hätte heute sicher vieles anders gemacht“, so die Selbsteinschätzung des früheren Weltmeisters.