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Fussball Fußballkreis weist Vorwurf der Schikane zurück

Von olik | 12.02.2014, 07:23 Uhr

Sportgerichtsurteil erregt Gemüter bei Fußballern und Trainer des SV Jahn Lanz

Spieler und Trainer des SV Jahn Lanz aus der 1. Kreisklasse ärgern sich über ein Sportgerichtsurteil des Fußballkreises Prignitz (FKP). Über Facebook wandte sich ein Vereinsmitglied des SV Jahn (Name ist der Redaktion bekannt) mit einem Hilferuf an den „Prignitzer“ und beschwerte sich über „Grund- und skrupellose Schikane unseres Sportvereins SV Jahn Lanz durch den Fußballkreis“ und darüber, dass der Verein jetzt insgesamt 500 Euro Strafe zahlen soll.

Der Auslöser dieses Vorwurfs ist ein Vorfall mit dem Spielberichtsbogen. Den gibt es in vierfacher Ausfertigung. Ausgefüllt wird er vor einem Punktspiel durch die Trainer oder Betreuer mit der Mannschaftsaufstellung. Nach dem Spiel trägt der Schiedsrichter Tore, Auswechslungen, Gelbe und Rote Karten ein. Im Anschluss unterschreiben die Verantwortlichen der Mannschaften das Formular. Dann bekommen Staffelleiter, die Vereine und der Schiedsrichter je ein Exemplar.

Bei der Partie der Lanzer beim BSV Wittenberge müssen die Durchschläge wohl nicht ganz richtig übereinander gelegen haben. „Beim BSV war alles korrekt, bei uns war es etwas verrutscht“, sagte Jahn-Trainer Jörg Peipp. Und so kam es, dass der Coach dachte, zwei seiner Akteure hätten nicht die 5. Gelbe Karte erhalten und setzte sie – dann unberechtigt – im nächsten Spiel ein. Das zog ein Sportgerichtsverfahren nach sich. Pro Fall bedeutete das 50 Euro Geldstrafe und zwei Spiele Sperre für die Akteure. Diese zwei Spiele Sperre sind das vorgeschriebene Mindestmaß. Dazu kommen Verfahrenskosten von 54 Euro pro Fall. Macht 208 Euro Geldstrafe für den SV Jahn.

Diese Zahlen nannte Erhard Jeschke, Vorsitzender des Sportgerichts des FKP, und wies den Vorwurf der Schikanierung entschieden zurück. Auch den, dass zu diesem Sachverhalt bereits zwei Sportgerichtstreffen einberaumt wurden, die ebenfalls der Verein SV Jahn zahlen soll. „Auch das stimmt nicht und ist eine Unterstellung“, sagte Erhard Jeschke, „richtig ist, dass aufgrund der Witterung der erste Verhandlungstag abgesagt werden musste. Es sind somit keine Kosten entstanden. An der 2. Verhandlung hat der Sportkamerad Peipp leider nicht teilgenommen, da er den Termin verwechselt hat. Auf die Strafe haben wir verzichtet.“

Jörg Peipp tut sich mit alledem schwer. „Mit dem Urteil, das ist alles rechtens. Ich habe ja das Original des Spielberichtsbogens unterschrieben. Aber seit dem Urteil habe ich irgendwie den Spaß am Fußball verloren. Hätten das Sportgericht mir eine Geldstrafe auferlegt, von mir aus 250 Euro, die hätte ich sofort bezahlt. Aber so wird doch die Mannschaft bestraft“, erklärte er. Dieses Urteil anzufechten, daran denkt Jörg Peipp nicht: „Dazu haben wir zu wenig Ahnung und dann wird es vielleicht wirklich sehr teuer“.

Erhard Jeschke ist noch immer erbost über die Vorwürfe: „Es ist also keinesfalls eine Schikane. Üblich ist, dass die Vereine mehrmals beim Staffelleiter Rücksprache nehmen und die Anzahl der Gelben Karten einzelner Spieler abstimmen. Staffelleiter und Sportgericht wollen einen Verein keinesfalls in den Ruin treiben. Das Sportgericht des FKP hat in seinen Urteilen kaum einmal die vorgesehenen Mindeststrafen – geldlich und Sperrstrafen – ausgesprochen“.