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fussball-verbandsliga „Wir waren so dicht dran“

Von thow | 28.04.2019, 00:00 Uhr

Trainer Alexander Lamer sah seine SG Aufbau Boizenburg beim 1:2 in Pampow auf Augenhöhe mit dem Verbandsliga-Tabellenführer

Er hatte es von Anfang an gewusst. Auch im letzten Mannschaftskreis vor Spielbeginn schrie es Coach Alexander Lamer – auch gut hörbar für den Gastgeber vom MSV Pampow und dessen Fans – laut heraus: „Hier geht heute was!“ Nach dem Spiel sagte er, es sei keine Floskel gewesen, „ich habe die ganze Zeit dran geglaubt.“

Und tatsächlich schrammte die SG Aufbau Boizenburg am Freitagabend nur knapp an einer kleinen Sensation vorbei und musste sich dem Verbandsliga-Tabellenführer nur hauchdünn geschlagen geben. Nach 90 Minuten hieß es 2:1 für die Gastgeber. Das entscheidende Tor erzielte Franz Schlatow erst nach einer Ecke in der 88. Minute. Zuvor musste Top-Torjäger Johannes Ernst (56. Minute) aber zunächst die Boizenburger Halbzeit-Führung ausgleichen, die Patrick Bahl mit einem sehenswerten Fernschuss in der 16. Minute markiert hatte.

Bitter für den Aufbau-Angreifer: Beim Jubel über die zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung – Bahl hatte kurz zuvor nach einem Fehler von MSV-Abwehrchef Sebastian Drews schon den Pfosten getroffen – bekam er wohl einen Schlag auf den Hinterkopf vom eigenen Mann, wodurch er benommen ausgewechselt werden musste.

Pampow hatte bis dahin nur wenige Szenen. Bis zur Halbzeit stand nur ein Pfostentreffer von Ernst auf dem Highlight-Zettel, ansonsten waren die Grünen in der Offensive meistens abgemeldet. Lange Bälle aus der Abwehr auf die schnellen Flügelspieler waren das einzige Mittel, das sie in Strafraumnähe brachte.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Pampow baute Druck auf, kam zu zahlreichen Chancen und letztlich auch zu Toren. „Wir sind viel gelaufen. Vielleicht fehlten am Ende ein paar Körner“, musste Trainer Lamer eingestehen und erkannte neidlos an: „Am Ende hat sich die individuelle Qualität durchgesetzt. Das ist der Grund, warum Pampow Erster ist und wir nur Zehnter.“

Trotzdem wähnt sich der Coach mit seinem Team auf einem guten Weg. „Man sieht auf jeden Fall die Entwicklung. Wir sind als Mannschaft zusammengewachsen und haben gezeigt, dass wir mit den Großen der Liga mithalten können.“ Mit ein bisschen Glück wäre am Ende sogar noch ein Punkt drin gewesen. Fabian Lamer setzte in der Nachspielzeit einen Kopfball an die Latte.

Mit dem gleichen Selbstbewusstsein wollen die Boizenburger morgen Abend beim Tabellendritten FC Neubrandenburg auflaufen: „Wir haben überhaupt keine Angst. Ich weiß ja, was meine Mannschaft kann“, so Lamer.

SGA Boizenburg: Zlotkowski - Owe, Bahl (24. Swistak), Schnabl, Klose, Alisch, Nawrot (76. Majerz), Lüders, Haupt, Schwabe (68. Harder), Lamer