Ein Angebot des medienhaus nord

Das war das Jahr 2016 Selbst die große Sportwelt war zu Gast

Von thow | 26.12.2016, 23:00 Uhr

Von World-Cup bis hin zum kleinen Turnier: Kreis Ludwigslust-Parchim wusste auf allen Ebenen zu überzeugen. Strukturell weiter solide aufgestellt

Das Sportjahr 2016 geizte nicht mit internationalen Großereignissen. In Handball, Fußball und der Leichtathletik wurden Europameister ermittelt, nicht zu vergessen die olympischen Spiele im brasilianischen Rio. Um in den Genuss von Internationalität zu kommen, brauchte man aber nicht zwingend große Entfernungen zurückzulegen. Auch im Kreis Ludwigslust-Parchim wurde absoluter Spitzensport geboten. So hatte der SV Wanderlust Lüblow im Juni einen richtig dicken Fisch an Land gezogen: der Radball-World-Cup zu Gast in Ludwigslust – eine MV-Premiere. Beim hoch angebundenen Pferdefestival in Redefin maßen sich Ende April Reiter aus 19 Nationen auf dem historischen Gestütsgelände. Für Speedwaysport vom Allerfeinsten standen die Spitzenkönner, die  im August unter Flutlicht durch das Ludwigsluster Motodrom drifteten. 

Zu überzeugen und gleichermaßen zu begeistern wussten aber auch die auf regionaler Ebene aktiven Sportler. Sie sind organisatorisch im Kreissportbund (KSB) Ludwigslust-Parchim zu Hause. Und da wäre man dann irgendwie doch wieder bei einer großen Nummer. Der Dachverband „kratzt“ in diesem Jahr an der 27000-Mitglieder-Marke. „Es haben sich zwar einige Vereine aufgelöst. Auf der anderen Seite stehen aber auch acht Neugründungen“, spricht KSB-Geschäftsführerin Kriemhild Kant von einer soliden Grundsituation. Das gilt auch für die finanzielle Ausstattung. Der Kreistag hat auf seiner letzten Sitzung des Jahres 40000 Euro in den Kreishaushalt für 2017 eingestellt, die als Wertschätzung des sportlichen Ehrenamtes den Übungsleitern zu Gute kommen sollen.

Was die tägliche Arbeit betrifft, so waren insbesondere die Projekte mit und an Schulen und Kindertagesstätten, wie Grundschul4Kampf oder Fit für die Schule, echte Renner. Über eine positive Entwicklung freut sich Kant mit Blick auf die Zahl der lizensierten Übungsleiter. Generell genießt die Weiterbildung einen hohen Stellenwert, Stichwort: junges Ehrenamt. Der Gesundheits- und Reha-Sport  ist in einigen Vereinen auf dem Weg zu einer festen Größe. Die Kreissportler schauen auch über den eigenen Tellerrand hinaus. Neben dem internationalen Austausch mit polnischen Sportlern hatte man zum zweiten Mal eine japanische Delegation zu Gast. Im nächsten Jahr steht der nächste Gegenbesuch im Land der aufgehenden Sonne an.

Wenig überraschend bleiben die Fußballer innerhalb des Kreissportbundes der Mitgliederkrösus. Für eine sportliche Aufwertung sorgte der Aufstieg des Hagenower SV in die Verbandsliga. Mit HSV, SG Aufbau Boizenburg und MSV Pampow gehen inzwischen drei hiesige Vereine in der höchsten Landesspielklasse auf Torejagd. Die Pampower mischen sogar ganz oben mit. Insbesondere die Flutlicht-Derbys übten einen besonderen Reiz aus.

Sehr aktiv präsentierten sich die Motorsportler. Neben dem bereits erwähnten Flutlichtrennen waren im Ludwigsluster Motodrom die Quads und die Motocrosser los. Letztere fuhren daneben auch in Lübtheen um Landesmeisterschaftspunkte. In der Vellahner Heide wurde man auf der stetigen Suche nach neuen Formaten beim norddeutschen ADAC Motocross-Cup fündig. Ohne sich schon zu tief in die Karten schauen zu lassen, hat der MC Vellahn für 2017 wieder Großes vor. Über neue Teilnehmerrekorde durften sich die Organisatoren des 8. Mallißer Radrennens und die Groß Laascher „Radgiganten“ bei ihrem 7. Einzelzeitfahren freuen. Beide Veranstaltungen haben sich bei den Sprintern auf zwei Rädern offensichtlich einen guten Namen gemacht.

Den genießen schon seit vielen Jahren die Volksläufe der Region. Ob Wittenburger Mühlenlauf, Ludwigsluster Schlossgartenlauf, Franz-Schwarz-Gedenklauf, Dammer Eldelauf oder die kleineren, aber nicht minder angesagten Adressen – für sie alle gilt: Hier wird Tradition groß geschrieben. Dass sich fleißiges Training auszahlt, machten die vielen Medaillen und Urkunden deutlich, die die jungen Leichtathleten von TSV Empor Zarrentin und Hagenower SV auch 2016 wieder einheimsten. Um noch einen Moment bei dieser Sportart zu bleiben. Ihrer langen Liste von Erfolgen konnte Nadine Kant  einen weiteren Titel hinzufügen. Die ehemalige Junioren-Vizeweltmeisterin gewann im HSV-Dress bei den Hallen-Europameisterschaften der Senioren im italienischen Ancona in ihrer Altersklasse Gold im Kugelstoßen. Im nächsten Jahr bekommt sie prominente Verstärkung im Verein. Martina Strutz,  Stabhochspringerin auf Top-Niveau (Olympiateilnehmerin von 2012 und 2016, Vize-Weltmeisterin 2011), wechselt vom Schweriner SC wieder nach Hagenow.

Eine weitere feste Größe im Kreis sind die Pferdesportler und das nicht nur in Dressur und Springen. Der Geländepark im „Valluhner Sack“ hat sich zu einer richtig guten Adresse für die deutsche Vielseitigkeitsreiterei gemausert, und das Blievenstorfer Fahrturnier wusste bereits zum 20. Mal zu begeistern. Für hohe sportliche Qualität sind auch die Lübtheener Ringer weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Sie wussten ihre Anhänger erneut zu begeistern, selbst wenn es in der 2. Bundesliga diesmal nur ein sechster Platz wurde. Die Neustädter Boxer stehen ebenfalls für Kontinuität, organisierten neben den Landesmeisterschaften einen neuerlichen internationalen Vergleich. Und auch in Boizenburg flogen wieder die Fäuste.

Dieser kurze Rückblick kann nur einen kleinen Teil der sportlichen Vielfalt  widerspiegeln. Jede Veranstaltung hätte es verdient, Erwähnung zu finden. Stecken doch in jeder einzelnen eine Menge ehrenamtliches Engagement und Herzblut. Auch im neuen Jahr sind die vielen fleißigen Helfer im Hintergrund unerlässlich für ein funktionierendes Sporttreiben – im Kleinen, wie im Großen.