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Fußball Kicken auf dem eigenen Bolzplatz

Von Thomas Willmann | 16.04.2018, 23:00 Uhr

Die Brüder Lasse, Ole und Boris Baerwinkel laufen gemeinsam für den Fußball-Landesligisten SG 03 Ludwigslust/Grabow auf.

Wenn der Stadionsprecher bei Landesliga-Punktspielen der SG 03 Ludwigslust/Grabow beim Verlesen der Aufstellung den Namen Baerwinkel ankündigt, dann muss man schon genau hinschauen. Wen meint er jetzt – Lasse, Ole oder doch Boris? Letztgenannter ist als 17-Jähriger der Youngster im Brüder-Trio und erst kürzlich nach vier Jahren beim FC Mecklenburg Schwerin zu seinem Heimatverein zurückgekehrt. Warum dieser Schritt? „Es war schon immer unser Ziel, irgendwann einmal gemeinsam in einer Mannschaft zu spielen, natürlich bei der SG 03“, betont der Schüler des Sportgymnasiums Schwerin, der im nächsten Jahr sein Abi bauen will.

Im zwanglosen Gespräch nach dem mit 2:1 gewonnenen Regen-Derby gegen den SV Blau-Weiß Polz merkt der Reporter schnell, das sind drei Jungs, die sich bestens verstehen, für die Familie ein hohes Gut ist und Kicken zu den großen Leidenschaften zählt. „Wir haben von klein auf nur gebolzt, auf unserem eigenen Bolzplatz, richtig mit Toren und so“, sagt Ole, mit 21 Jahren der Mittlere im Trio. „Sogar mit Flutlicht“, ergänzt Boris. „Du meinst damit doch nicht etwa unsere zwei Lampen?“, frotzeln seine beiden älteren Brüder.

Ole, der nach fußballerischen Zwischenstationen in Eldena und beim FCM seit 2015 wieder für die SG 03 kickt, hat bei der Firma Dockweiler in Neustadt-Glewe eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker begonnen und wird deshalb zumindest für die nächsten drei Jahre in der Region bleiben. Das sieht bei Lasse etwas anders aus. Der 22-Jährige, der als Mannschaftskapitän gegen Polz voran ging und mit seinen Toren zum Matchwinner avancierte, studiert in Rostock Maschinenbau. „Du weißt natürlich nie, wie es danach beruflich weitergeht. Aber wenn ich das beeinflussen kann, möchte ich hier bleiben beziehungsweise hierher zurückkommen.“

Das nächste gemeinsame Projekt gilt dem Familien-Bolzplatz, der wieder spielfähig gemacht werden soll, nachdem ein Baum aufs Tor gefallen ist. Neben dem Spaß am Fußball darf der Ehrgeiz nicht fehlen. Das gilt auch für den familieninternen Konkurrenzkampf: „Man versucht immer ein bisschen besser zu sein als die Brüder“, sind sich die Drei mit einem breiten Grinsen einig. Aber natürlich ziehe man an einem Strang, wenn es darum gehe, mit der Mannschaft das Beste zu erreichen. Das heißt in diesem Fall, erst einmal den Landesliga-Klassenerhalt zu sichern. Unterstützung bekommen sie auch von ihrer Schwester Anna (16), die die Fußball-Leidenschaft der großen Brüder allerdings nur insofern teilt, als dass sie ihnen fest die Daumen drückt, nach Möglichkeit von der Tribüne aus.