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Fussball-Landesliga Gegner von Beginn an dominiert

Von thow | 30.09.2018, 23:00 Uhr

Fußball-Landesliga West: SV Blau-Weiß Polz lässt FC Seenland Warin beim 5:1 keine Chance / Am Mittwoch geht’s nach Lübz

„Wenn mir das einer vorher gesagt hätte…“ Mit seinem ungläubigen Kopfschütteln drückte der Polzer Fan aus, was wohl viele Anhänger der Blau-Weißen am Sonnabend im heimischen Waldstadion nach dem Schlusspfiff der Landesliga-Partie gegen den FC Seenland Warin gedacht haben dürften. In der vergangenen Saison hatten die Gäste an gleicher Stelle noch mit 2:0 gewonnen. Und diesmal? Diesmal kamen die Wariner gegen eine Mannschaft, die vor dem Anpfiff als Tabellenvorletzter hinter ihn rangierte, mit 1:5 unter die Räder – und waren mit diesem Ergebnis noch gut bedient.

Das Spiel kannte über weite Strecken nur eine Richtung. Es waren gerade einmal drei Minuten gespielt, da standen bereits drei hochkarätige Polzer Chancen auf dem Reporter-Zettel. Inklusive des angestrebten frühen Führungstreffers von Paul Radtke (3.). Die Heimelf setzte den Gegner weiter unter Druck, machte aber insgesamt zu wenig aus der klaren Überlegenheit. Es hakte oft beim letzten Pass. Zudem hatten die Wariner in Philipp Schröder ihren eindeutig besten Mann zwischen den Pfosten. Er rettete in starker Manier gegen Ronny Schult (14.) und Thilo Wilkens (26. 33.). In der 40. Minute stand der FC-Keeper erneut im Mittelpunkt, als er bei einem Klärungsversuch außerhalb des Strafraums mit Thilo Wilkens zusammenrasselte. Den freien Ball brachte Daniel Freitag aus rund 20 Metern im Tor unter. Wilkens musste behandelt werden. Alles wartete gespannt. Nach kurzer Beratung mit seinem Assistenten entschied der Schiedsrichter auf Tor – 2:0. Für sein Meckern sah Schröder Gelb und verstand die Welt nicht mehr: „Das war eine klare Fehlentscheidung. Ich bin eher am Ball. Er trifft mich und nicht umgekehrt.“ Drei weitere sehr gute Polzer Möglichkeiten im Minutentakt unterstrichen die Kräfteverhältnisse an diesem Tag.

Der Halbzeitpfiff erlöste die Gäste – allerdings nur kurzzeitig. Denn an der Einseitigkeit änderte sich nach dem Seitenwechsel wenig. Zweimal konnte Schröder retten (50. und 52.), bevor er den Ball doch zum dritten Mal aus dem Netz holen musste (57.). Thilo Wilkens verwandelte freistehend und herzte anschließend als erstes seine an der Seitenlinie jubelnde Tochter Luisa (12 Jahre). Spätestens jetzt war die Spannung komplett aus dem Spiel. Trotzdem kam es noch dicker für die Gäste. Auf Ansage der Polzer Fans markierte Ronny Schult nach präziser Ecke von Fabian Permin per Kopf das 4:0 (63.). Nur zwei Minuten später lief Thilo Wilkens in einen missglückten Rückpass, spielte mit dem bedauernswerten Philipp Schröder Katz und Maus, und es hieß 5:0. Es war neben nachlassender Konzentration seitens der Blau-Weißen vor allem der FC-Keeper, der in der Schlussphase ein leicht mögliches Debakel für sein Team verhinderte. Auf der anderen Seite passte die Heimelf in der 84. Minute nicht auf. Rene Schreiber hob den Ball über den ansonsten beschäftigungslosen Polzer Schlussmann Steffen Gebert und sorgrte so für den Wariner Ehrentreffer.

Ein gelöster Polzer Trainer Steffen Willuweit attestierte seinen Jungs eine Top-Zweikampfführung und Laufleistung: „Wir wollten von der ersten Minute an ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt, und das ist uns gelungen. Die Wariner haben sich in der zweiten Halbzeit schnell aufgegeben.“ Während in der Kabine der Blau-Weißen unüberhörbar gefeiert wurde, suchte sich FC-Trainer Norman Ziemens erst einmal ein stilles Plätzchen: „Ich bin sprachlos. Ich fahr jetzt arbeiten. Das ist ganz gut zum Ablenken.“

Bei aller Freude hatte Steffen Willuweit schon den bevorstehenden Auftritt am Mittwoch in Lübz im Blick: „Das ist das nächste Sechs-Punkte-Spiel. Wir haben in Lübz schon lange nichts mehr geholt. Es wird höchste Zeit, das zu ändern.“

SV Blau-Weiß Polz: Gebert – Jesse, Schult, Krogmann, Kies (82. Köster), Radtke (46. F. Permin), Ranft, Richter, Freitag, Albs, Wilkens