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Handball Steigt der TSV auf der Couch auf?

Von roki | 20.03.2018, 05:00 Uhr

Handball-Männer des TSV sind nach dem 31:22 gegen die SG Schwerin-Leezen in der West-Staffel definitiv Erster

Einen Spieltag vor Schluss sicherten sich die Handball-Männer vom TSV Bützow den Staffelsieg in der West-Staffel. Während sie ihre Hausaufgaben gegen die SG Schwerin-Leezen mit 31:22 erfüllten, leistete der VfL Blau-Weiß Neukloster Schützenhilfe, der sich mit 30:17 beim ärgsten Verfolger des TSV, dem Doberaner SV II, durchsetzte. Dadurch haben die Bützower nun drei Punkte Vorsprung. Aufgestiegen sind sie dadurch aber noch nicht, denn das entscheidet sich erst nach zwei Duellen gegen den Staffelsieger der Ost-Staffel. Vielleicht steigt sogar der Verlierer auf, das würde dann die Spielkommission des Handball-landesverbandes (HVMV) entscheiden, wobei das unwahrscheinlich ist, weil die MV-Liga von 13 auf zwölf Teams reduziert wird. „Das wünschen sich die Vereine schon länger“, erklärt Thomas Schweder vom Spielausschuss des HVMV.

Dass der TSV Bützow zu den zwölf Mannschaften in der MV-Liga gehören will, ist kein Geheimnis. Sportlich hätte er es auch verdient, auch wenn das Duell gegen die SG Schwerin-Leezen wieder einige Defizite aufzeigte. Schwerin-Leezen war nur mit einer Rumpftruppe (6 Feldspieler und zwei Torhüter) da, trotzdem tat sich der TSV schwer. „Ich habe zu den Jungs gesagt, dass wir von Anfang an Gas geben müssen. Doch das Gegenteil ist passiert. Wir haben wieder gebraucht, bis wir ins Spiel gefunden haben“, sagt Bützows Trainer Oliver Maegdefessel. Bis auf Denny Pahl, der in Durchgang eins acht Treffer erzielte, ließ die Chancenverwertung mal wieder zu Wünschen übrig. „Unser Vorteil war, dass Schwerin nichts dagegenzusetzen hatte“, sagt Maegdefessel. Dementsprechend baute der TSV seine Führung kontinuierlich aus. Zur Pause lag er mit 15:9 vorne.

Doch wer dachte, dass Spiel sei entschieden, wurde eines Besseren belehrt. „Wir machen uns das Leben selber schwer, haben hinten nicht mehr zugepackt“, erklärt Maegdefessel. Die SG Banzkow-Leezen kam so bis auf drei Tore heran (18:15). Oliver Maegdefessel reagierte darauf mit einer Auszeit, die dann auch Wirkung zeigte. Ab der 41. Minute wurde der Vorsprung wieder ausgebaut. Am Ende waren es neun Tore Differenz, was letztlich für einen soliden Auftritt der Bützower spricht. „Ich will ja nicht nur meckern, sondern auch das Positive sehen. Die jungen Spieler haben alle ein Tor geworfen und finden sich immer besser zurecht. Es trägt Früchte, dass wir zusammen trainieren“, lobt Oliver Maegdefessel. Vielen von ihnen wird er nun auch im letzten Saisonspiel bei der HSG Uni Rostock das Vertrauen schenken. Diese Partie hat aber nur noch statistischen Wert. Demnach werden einige Stammspieler für zwei mögliche Aufstiegsspiele geschont, wobei Oliver Maegdefessel hofft, dass es dazu nicht kommt: „Die Saison war echt lang, die Jungs kriechen alle auf dem Zahnfleisch. Ich weiß nicht, ob sie noch zwei solcher Spiele packen würden. Am Ende wollen wir natürlich trotzdem die restlichen drei Spiele gewinnen.“

Hintergrund ist, dass in der Ost-Staffel entweder der HSV Grimmen II oder der HV Altentreptow Erster wird. Beide Teams treffen am letzten Spieltag direkt aufeinander. Interessanterweise spielen sie am Sonnabend um 14 Uhr, der TSV erst um 18 Uhr. Sollte sich Grimmen durchsetzen, ist der TSV quasi als Beobachter von der Couch aufgestiegen, weil die HSV-Reserve nicht aufsteigen darf, da die „Erste“ bereits in der MV-Liga spielt. Macht es Altentreptow, kommt es darauf an, ob es überhaupt aufsteigen will.

TSV Bützow: Falk Schünemann, Daniel Stammann, Martin Strigun – Felix Schulze (1 Tor), Johann Mauck, Jonas Dethloff (3), Carsten Behning, Denny Pahl (9), Thomas Necker (9), Mathias Lembcke (1), Sebastian Kröger, Steffen Klink (3/1), Henning Zisler (4), Sebastian Ritter (1)