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fussball Immer weniger Fußball-Referees

Von eros | 15.02.2014, 06:04 Uhr

Fußball: Kreisfußballverband Warnow versucht gegen den Trend zu steuern

Die Zahl der Unparteiischen im Landesfußballverband (LFV) Mecklenburg-Vorpommern ist weiterhin rückläufig. Das ist das Ergebnis der aktuellen Schiedsrichter-Statistik, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gerade veröffentlicht hat. Demnach zählt die Gilde der Referees im Land momentan nur noch 843 gemeldete Spielleiter, darunter 26 Frauen und Mädchen. Lediglich der Stadtstaat Bremen weist mit 649 Schiedsrichtern eine noch geringe Anzahl als MV auf. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Unparteiischen in Mecklenburg-Vorpommern um mehr als sieben Prozent ab.

Davon weniger betroffen ist der Kreisfußballverband Warnow, in dem die Vereine unserer Region beheimatet sind. „Anzahlmäßig haben wir genug Schiedsrichter. Allerdings hapert es bei einigen mit der Einsatzbereitschaft“, sagt Peter Turzer von der Geschäftsstelle in Rostock. Knapp 150 Unparteiische zählt der KFV Warnow derzeit.

Für dennoch säumige Vereine will der KFV Abhilfe schaffen. Ab dem 28. Februar bietet er den nächsten Schiedsrichterlehrgang an, der drei Wochenenden in Anspruch nimmt und von Schiedsrichterobmann Mathias Bastian durchgeführt wird. LFV-Geschäftsführer Bastian Dankert, selbst als FIFA-Referee auf den Fußballplätzen stets im „Brennpunkt“: „Wir sind uns der Schwere der Nachwuchsgewinnung und vor allem der Schiedsrichtererhaltung im Klaren. Wir dürfen nichts unversucht lassen, immer wieder neue Aktivitäten zu entwickeln. So schulen wir Fußballteams in Seminaren, Trainer und Übungsleiter in der Aus-, Fort- und Weiterbildung und Ordner die zur Beruhigung der Außenstehenden beitragen können. Wir müssen dieser Abwärtsbewegung der Schiedsrichterzahlen Einhalt gebieten. Dazu ist es wichtig, dass die Schiedsrichter als Teil des Fußballs angesehen werden müssen, und nicht als das dazugehörige geringe Übel. Wir müssen die Fußballfamilie für dieses Hobby sensibilisieren und den gegenseitigen Respekt weiter einfordern, um dem Trend entgegnen zu können.“

Trotz der weiterhin sinkenden Zahlen an Unparteiischen, eine Tendenz, die übrigens bundesweit erkennbar ist, gibt es auch positive Nachrichten aus dem Schiedsrichterwesen des LFV zu berichten: Demnach wurden im vergangenen Jahr 167 Neulinge ausgebildet, womit im prozentualen Vergleich zu den 20 weiteren Landesverbänden im DFB der größte Sprung nach vorne gemacht wurde. Um diesen Weg konsequent voranzutreiben und somit auch dem Negativtrend bei der Gesamtanzahl an Referees entgegenzuwirken, hat der Schiedsrichterausschuss vergangenes Jahr ein neues Förderkonzept verabschiedet, welches fortan umgesetzt wird. So wurden zuletzt in Rostock erstmals knapp 30 Mentoren geschult, die den Neu-Schiedsrichtern bei ihren ersten Einsätzen und auch fernab des Fußballplatzes mit ihrer Erfahrung helfen sollen. „Sie sollen ihnen in erster Linie als Vertrauensperson beratend zur Seite stehen und bei der eigenen Leistungsanalyse helfen“, erklärt Schiedsrichter-Lehrwart Enrico Barsch. In Mecklenburg-Vorpommern müssen für jede aktive Herrenmannschaft sowie die B- und A-Junioren Schiedsrichter gestellt werden.