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Piratenregatta Güstrower erobern Silbernes Beil

Von Redaktion svz.de | 28.06.2017, 05:00 Uhr

Peter Anders/Peter Bark (WVG) beenden Siegesserie von Pingel-Heldt/Heldt (Teterow)

33 Boote mit 66 Seglern fanden sich zur 61. Auflage des Silbernen Beils ein. „Die eine oder andere krankheitsbedingte Absage hat uns leider kurz vor Beginn erreicht. Dennoch hatte in der bisherigen Saison keine Piratenregatta über 30 Boote am Start“, weiß Peter Anders, Vorsitzender des veranstaltenden Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e. V. (WVG), die Meldezahl einzuordnen. „Es wäre schön, wenn ebenso viele Piratensegler den Weg nach Warnemünde finden würden, damit wir Teil dieser Ostseeregatta bleiben“, startete Peter Anders zugleich einen Meldeaufruf für die 80. Warnemünder Woche, die am kommenden Sonnabend beginnt und die der WVG als Co-Ausrichter seit 2012 begleitet.

Die Wettfahrtleitung um Andreas Möller (WVG) konnte wieder ein hochklassiges Feld mit insgesamt fünf Deutschen Meistern, drei Europa- und drei Weltmeistern begrüßen. Wenig Sonne und fünf Beaufort aus Südwest erwarteten die Segler an der Startlinie und das Feld benötigte zwei Startversuche, wobei schon der zweite unter der neuen Flagge „Uniform“ stattfand, womit jeder Frühstarter disqualifiziert worden wäre. Doch es gab keinen. Den besten Start erreichten die Berliner Björn und Marc Helms. Letztlich segelten die Berliner ihren Vorsprung von gut 30 Metern souverän ins Ziel. Anders/Bark belegten Platz zwei vor Pingel-Heldt/Heldt und Leja/Leja. Platz 6 ersegelten Bauditz/Thiel, die gar Höft/Rieck (8.) noch überholten.

Ohne Pause wurde zur zweiten Wettfahrt gestartet. Der Wind frischte weiter auf und stellenweise wurden sechs Beaufort gemessen. Nach einer starken Zielkreuz holten Anders/Bark den Wettfahrtsieg. Mit Pingel-Heldt/Heldt und Monegel/Rix folgten gleich zwei Teterower Crews. Höft/Rieck (4.) und Helms/Helms (6.) verloren nochmals Plätze. Leja/Leja (5.) segelten erneut gut, Bauditz/Thiel (17.) eher nicht.

Der Regenradar verhieß nichts Gutes und so stand sofort die dritte und letzte Tageswettfahrt an. Der Wind frischte weiter auf und Böen um 6-7 Windstärken führten zu Kenterungen von gleich vier Booten. Während die Rettungsboote sich um die Bergung kümmerten, setzten sich Pingel-Heldt/Heldt und Anders/Bark wieder ab. Als der Wettfahrtsieg von Pingel-Heldt/Heldt sich abzeichnete, rutschten Anders/Bark quasi auf der Ziellinie im Fotofinish noch durch. Ohne die Videoaufnahme zu studieren, war Platz eins auch in dieser Wettfahrt den Güstrowern nicht zu nehmen. Damit standen Peter Anders und Peter Bark nach 2008 und 2009 zum dritten Mal als Sieger des Silbernen Beils bereits vorzeitig fest. „Wir wussten, dass uns diese Bedingungen wirklich liegen, aber das es so gut gelaufen ist, überrascht uns selbst“, so ein überglücklicher Steuermann Peter Anders. Für die entthronten Seriensieger Pingel-Heldt/Heldt reichte es zu Gesamtplatz zwei, der schon vor der letzten Wettfahrt ebenfalls sicher war. Höft/Rieck ersegelten Platz drei und kämpften mit Helms/Helms (8.) um den Bronzerang.

Am zweiten Wettkampftag hatte der Wind um zehn Knoten auf drei Windstärken deutlich nachgelassen. Strömender Regen bei der Ausfahrt sorgte nicht für die beste Stimmung, aber es versprachen gute Bedingungen zu werden. Pünktlich zur letzten Wettfahrt setzte der Regen aus und es gelang im zweiten Versuch der Start. Während Höft/Rieck demonstrierten, warum sie viermalige Deutsche Meister sind und souverän vor Wildt/Wildt gewannen, entschieden den Kampf um Platz drei doch Köhler/Steffen für sich. Weil Hegert/Haase nicht Dritte, sondern „nur“ Vierte wurden, gewannen Helms/Helms (11.) doch den Wilhelm-Jansen-Gedächtnispokal, der alles andere als ein Trostpreis für den „undankbaren Vierten“ ist. Bauditz/Thiel (7.) erreichten erneut die Top Ten vor Anders/Bark (8.) und Ebel/Schlichting (9.).

„Man hat wieder gesehen, welche Ausnahmesegler Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt und Bernd Höft/Burkhard Rieck sind. Schlägt man den einen, gewinnt meist der andere doch. So war es jetzt sechs Jahre. Wir sind froh, dass es dieses Mal für uns gereicht hat. Der Sieg ist so schön, weil er so überraschend gekommen ist“, strahlte Vorschotmann Peter Bark, vor einer Woche auch brandenburgischer Landesmeister der 15er Jollenkreuzerklasse.

Stark verbessert zeigten sich Alban Romanus/Tobis Bayer (WVG), die erneut die Jugendwertung für sich entschieden und damit für die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft (IDJM) qualifiziert sind.

Für die Piratensegler geht es nun Anfang Juli zur 80. Warnemünder Woche, im August zur Deutschen Meisterschaft nach Ratzeburg und im September zur Europameisterschaft nach Röbel/Müritz. Ein echtes Wiedersehen am Inselsee kann es dann zum 14. Nebelbeil am 14./15. Oktober in Güstrow geben.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

1. Peter Anders/Peter Bark (WVG 1928 e. V.) 4 Pkt.
2. Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt (Teterow) 7 Pkt.
3. Bernd Höft/Burkard Rieck (Rostock) 8 Pkt.
4. Björn Helms/Marc Helms (Berlin) 15 Pkt.
7. Daniel Reinsberg/Alfred Seeger (Röbel/WVG 1928 e. V.) 21 Pkt.
9. Jens Bauditz/Susanne Thiel (WVG 1928 e. V.) 23 Pkt.
13. Frank Martens/Uwe Sauer (Teterow/Einheit Güstrow) 31 Pkt.
17. Ralf Griebenow/Clara Prüß (Einheit Güstrow/WVG 1928 e. V.) 45 Pkt.
18. Andreas Ebel/Martin Schlichting (WVG 1928 e. V./Hamburg) 46 Pkt.
27. Alban Romanus/Tobias Bayer (WVG 1928 e. V.) 73 Pkt.