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Fechten : Zum Trainingslager in die USA

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Für Nachwuchsfechter des PSV Rostock geht in diesem Sommer ein Traum in Erfüllung. Die Kosten werden größtenteils selbst aufgebracht.

svz.de von
erstellt am 26.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Ein großes Abenteuer steht elf Nachwuchsfechtern und ihren drei Betreuern vom PSV Rostock in dieser Woche bevor. In den Sommerferien geht es für ein Trainingslager in die USA. „Wir wollten den Sportlern einmal etwas Besonderes anbieten. Daher habe ich vor rund einem Jahr damit angefangen, die Reise zu organisieren“, sagt Thomas Memmler, Abteilungsleiter Fechten beim PSV.

Der 48-Jährige kam vor ein paar Jahren wegen seines Sohnes Friedrich (16) zum Fechtsport. „Die Geschichte ist schon ein bisschen kurios. Bei meinem Sohn wurde ADHS diagnostiziert und ein Psychologe sagte uns, entweder er nimmt eine Menge Tabletten oder macht Sport. Dabei hat er uns Fechten empfohlen. Man sagt, es sei wie Schach in Höchstgeschwindigkeit. Das kann ich nur bestätigen. Inwiefern es meinem Sohn hilft, ist natürlich nur schwer messbar. Aber wir sind dabeigeblieben. Mittlerweile fechtet sogar meine Tochter Johanna“, erzählt Memmler.

Das Camp in den USA sei für alle Teilnehmer mit enormen Kosten verbunden, die sie größtenteils selber tragen müssen. „Ich habe natürlich eine Menge herumgefragt, wer solch eine Reise unterstützen würde. Anfang Januar hat uns die Deutsche Sportjugend zugesagt, dass sie rund zwei Drittel der Flugkosten übernehmen wird. Das ist schon eine große Hilfe“, so der Rostocker.

Rund 100 Dollar pro Tag müssen zudem in der „Island Fencing Academy“ – rund 30 Kilometer von New York entfernt – aufgebracht werden. „Darin sind aber alle Übernachtungs- und Verpflegungskosten enthalten. Zudem auch die jeweils zwei Trainingseinheiten pro Tag und Ausflüge am Wochenende. Des Weiteren wird uns ein Dolmetscher gestellt. Ich denke, dass das dann doch ein guter Preis ist. Viele Eltern haben mir das auch bestätigt“, so der Abteilungsleiter.

Den Kontakt in die USA vermittelte PSV-Trainer Michael Bondar, dessen ehemaliger Schützling Misha Shimshovich dort als Trainer tätig ist. Bondar, der vor dem Zerfall des Ostblocks unter anderem fünfmal sowjetischer Meister und zweimal Weltcup-Dritter in Moskau war, trainierte ihn an der berühmten Sportschule von Odessa der damaligen UdSSR. Nach dem Zusammenbruch des Landes kam der Ukrainer 1996 nach Deutschland und baute beim PSV die Abteilung Fechten mit auf. „Man darf natürlich nicht vergessen, dass wir eine Randsportart sind, vor allem auch im Nordosten. Dafür haben wir schon eine Menge erreicht“, erklärt Thomas Memmler.

Um die fünf Wettkämpfe bestreiten die PSV-Fechter im Jahr und müssen dabei jedes Mal weit reisen. Turniere in Baden-Württemberg, in Nordrhein-Westfalen oder im polnischen Wroclaw zum größten internationalen Fechtturnier für Kinder sind das Ziel: „Die Distanzen sind immer ähnlich. Es ist stets mit viel Aufwand und Kosten verbunden. Zudem ist unseren Athleten schon anzumerken, dass ihnen ein bisschen die Wettkampfhärte fehlt, sie nicht die Routine haben wie die anderen Fechter.“

In diesem Jahr stellten sich jedoch die ersten Erfolge ein. Bei den Deutschen B-Jugendmeisterschaften im Säbelfechten gewann Antonio Heathcock (Jahrgang 2002) in seiner Altersklasse Bronze. Samuel Bondar (2003) wurde Fünfter, Johanna Memmler (2002) erkämpfte sich Platz zehn.

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