Beachsoccer : WM auf den Bahamas winkt

Ballkontrolle: „Beim Beachsoccer kommt es viel mehr auf die Technik an. Außerdem sind die Spiele immer actionreicher als die 90 Minuten beim ,normalen‘ Fußball“, so Tim Schmitt.
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Ballkontrolle: „Beim Beachsoccer kommt es viel mehr auf die Technik an. Außerdem sind die Spiele immer actionreicher als die 90 Minuten beim ,normalen‘ Fußball“, so Tim Schmitt.

Tim Schmitt steht genau wie sein Teamkollege Christoph Thürk erneut in der Beachsoccer-Nationalmannschaft

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25. Juni 2016, 11:12 Uhr

Der Rostocker Fußballer Tim Schmitt läuft für die DFB-Auswahl auf – nicht bei der Europameisterschaft in Frankreich, sondern im Beachsoccer-Team. Vor gut zwei Wochen nahm der 25-jährige Spieler der Rostocker Robben zusammen mit seinen Mannschaftskameraden Sven Körner und Christoph Thürk an zwei Testspielen in Prag gegen Gastgeber Tschechien (7:4, 6:5 n. P.) teil. „Das ist eine unheimlich große Ehre, für das eigene Land aufzulaufen – und es international zu vertreten“, sagt Schmitt.


Rostocker Robben schreiben Geschichte


Dabei begann seine Beachsoccer-Karriere mehr so nebenbei: Im Jahr 2012 schloss er sich auf Anraten seines Kumpels Robert Bullerjahn den Robben an. Zwei Turniere spielte er mit, „und dann ist die Leidenschaft für den Strandfußball immer größer geworden“.

Und auch die Robben starteten durch. Die Hansestädter sicherten sich zweimal hintereinander den Titel der im Jahr 2013 gegründeten German Beach Soccer League (GBSL) und haben zudem im vergangenen Jahr Geschichte geschrieben: Die Rostocker Robben wurden der erste offizielle, vom DFB anerkannte Deutsche Meister im Beachsoccer. „Das ist schon eine kuriose Geschichte, wie das alles gelaufen ist. Aber unser Erfolg liegt vor allem daran, dass wir eine geschlossene Gemeinschaft sind. Jeder kämpft für jeden“, so Tim Schmitt.

Mit den Robben vertrat er in diesem und im Jahr 2014 Deutschland beim Euro Winners Cup im italienischen Catania. „Das ist quasi die Champions League im Strandfußball. Wir sind zwar beide Jahre bereits in der Vorrunde ausgeschieden, aber diesmal konnten wir sogar unsere ersten Europapokal-Punkte mit nach Rostock nehmen. Das Niveau dort ist ziemlich hoch – das macht aber auch den Reiz daran aus.“ Ganz vorn mit dabei sind international unter anderem die russischen Teams, die vor allem finanziell durch den Verband und auch Mäzene unterstützt werden, berichtet Tim Schmitt.

Von der Champions League am Strand auf den Pastower Sportplatz: Denn Schmitt spielt auch noch bei den Rand-Rostockern in der Verbandsliga. Der große Unterschied zwischen Rasen- und Strand-Kick? „Beim Beachsoccer kommt es viel mehr auf die Technik an. Außerdem sind die Spiele immer actionreicher als die 90 Minuten beim ,normalen‘ Fußball, das macht es auch für die Zuschauer viel attraktiver“, sagt der 25-Jährige. Dazu trägt auch das flinke Spiel der vier Feldakteure bei. „Am Strand gewinnt man durch seine Schnelligkeit im Sand“, verrät Tim Schmitt. Ein weiterer Pluspunkt des Beachsoccer ist für den Auszubildenden zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei der Kloska Group, dass es weniger Verletzungen gibt. „Durch den weichen Untergrund bekommt man nicht so schnell Muskel- oder Bänderschäden. Das Schlimmste, was mir bisher passiert ist, war mal ein verstauchter Zeh…“


Erst Liga-Spiel dann auf die Europa-Bühne


Die Saison mit dem SV Pastow ist zwar mittlerweile zu Ende, aber für den 25-Jährigen geht es dennoch weiter um das runde Leder: „Ohne könnte ich auch gar nicht.“

Der nächsten Spieltag in der GBSL steht am Wochenende an – und danach folgt noch ein Lehrgang mit der deutschen Nationalmannschaft, in deren Kader er erneut berufen wurde. Das bedeutet dann dreimal Training am Tag. „Das muss aber auch sein, denn Anfang Juli geht es in der Euro Beach Soccer League um wichtige Punkte. Dafür wollen wir die Zeit als Team möglichst gut nutzen.“ Und wer weiß, vielleicht ist er später dann auch in dem Nationalteam, das sich für die Teilnahme an der WM auf den Bahamas qualifizieren kann.

Marie Boywitt

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