Hansa Rostock : Wie sauber endet Ära Vollmann?

Peter Vollmann steht beim FC Hansa vor dem Aus. Trotz unbestritten fachlicher Kompetenzen des Trainers sieht sich die Vereinsführung gezwungen, die Notbremse zu ziehen.
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Peter Vollmann steht beim FC Hansa vor dem Aus. Trotz unbestritten fachlicher Kompetenzen des Trainers sieht sich die Vereinsführung gezwungen, die Notbremse zu ziehen.

Nach Krisensitzung scheint Hansa-Trainer vor dem Aus / Verein drängt auf einvernehmliche, finanziell tragbare Lösung

svz.de von
03. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Peter Vollmanns Tage beim FC Hansa Rostock sind gezählt. Möglicherweise handelt es sich nur noch um Stunden bis zur Trennung vom Cheftrainer des Fußball-Drittligisten. Dieses Fazit lässt sich nach dem gestrigen Rapport des 56-Jährigen bei der Führungsspitze des Vereins um Vorstandschef Michael Dahlmann und Aufsichtsrats-Boss Harald Ahrens ziehen.

Wie NNN erfuhren, ist Vollmann trotz aller Wertschätzung seiner Person und Arbeit gestern mitgeteilt worden, dass es ohne ihn einen sportlichen Neuanfang bei Hansa geben soll. Die Club-Führung ist scheinbar nicht mehr davon überzeugt, dass der FCH mit dem Coach die Wende schaffen kann.

Äußerlich unbehelligt von den Diskussionen um seine Person leitete Vollmann gestern beide Trainingseinheiten. „Natürlich geht uns allen die Situation an die Nieren. Wir können aber nicht abschalten und müssen uns darauf konzentrieren, was zu Verbesserungen beitragen kann. Meine Vision ist, dass wir bis Weihnachten sechs Punkte holen“, gab sich der Fußball-Lehrer kämpferisch.

Entsprechend schwer tut sich das Führungsgremium, sich von seinem einstigen Aufstiegstrainer zu trennen. Einerseits gibt es den fairen, menschlichen Umgang mit dem Coach, an dessen fachlichen Fähigkeiten keiner zweifelt. Andererseits lässt die aktuelle sportliche Situation nur einen Schluss zu: Die Entscheider müssen die Notbremse ziehen, um die Schussfahrt in der 3. Liga nicht im Totalcrash Abstieg münden zu lassen.

Zudem liegen den Verantwortlichen Informationen vor, wonach der Trainer nicht mehr alle Teile der Mannschaft erreicht. Dies sieht Vollmann anders: „Im Moment habe ich den Eindruck, dass die Situation zwischen Mannschaft und Trainer stimmt. Wäre dies nicht der Fall, dann wäre ich der Erste, der das erkennt.“

Während er wohl davon ausgeht, dass mit dem derzeitigen Kader der Klassenerhalt nicht zu schaffen ist, schätzen Vorstand und Aufsichtsrat das Potenzial der Mannschaft höher ein. Ein neuer Cheftrainer soll genau diese Leistungsfähigkeit rauskitzeln, der Truppe die Ausflüchte nehmen, ihr aber auch Sicherheit, Vertrauen verleihen. Zudem herrscht die Ansicht vor, dass die Mannschaft eine neue Struktur benötigt und noch härter trainiert werden muss.

Die unabdingbare Trennung von Vollmann müsste angesichts der wirtschaftlichen Basis des Traditionsclubs eine ganz besondere in der Vereinsgeschichte werden, schließlich ist der Rostocker Club auf eine einvernehmliche und damit finanziell machbare Lösung angewiesen. Und die könnte nur mit Zustimmung von Peter Vollmann gelingen.

Offiziell herrschte gestern in der Führungsetage des FC Hansa Funkstille. Pressesprecher Lorenz Kubitz: „Es gibt nichts zu verkünden. Wir schauen, dass es in dieser Woche normal weitergeht. Am Donnerstag findet die Pressekonferenz vor der Partie gegen Preußen Münster statt.“ Ein weiteres Indiz, dass es eine saubere, lautlose und dem finanziellen Notstand bei Hansa angepasste Trainer-Lösung geben soll.

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