Rostocker erfolgreich bei EM : Vom Rückraum ins Drachenboot

Räumten mit dem deutschen Drachenboot-Nationalteam bei der EM in Rom mächtig ab: die Rostocker Friederike Lange, Laura Tamms, Stefanie Höfer, Gabi Karsten, Klemens Schiffner und Florian Glamann
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Räumten mit dem deutschen Drachenboot-Nationalteam bei der EM in Rom mächtig ab: die Rostocker Friederike Lange, Laura Tamms, Stefanie Höfer, Gabi Karsten, Klemens Schiffner und Florian Glamann

Der ehemalige Handballer Florian Glamann holte einen kompletten Medaillensatz bei den Europameisterschaften in Rom

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09. August 2016, 12:00 Uhr

Welch ein Karrieresprung: Der frühere Doberaner Handballer Florian Glamann wurde jetzt in seiner neuen Sportart Drachenboot fast aus dem Stand heraus in Rom Europameister und hat die Chance, im kommenden Jahr zur Weltmeisterschaft nach China zu fahren. In der italienischen Hauptstadt gab der 26-Jährige gemeinsam mit anderen Aktiven aus der Region einen starken Einstand im deutschen Nationalteam. Über 500 Meter holte der Maschinenbau-Student mit seinen anderen 19 Mannschaftskollegen im Boot den EM-Titel. Er war auch noch am Gewinn von jeweils einmal Silber (200-MeterSprint) und einmal Bronze (2000 Meter) beteiligt. „Gestartet wird in diesem Sport in verschiedenen Bootsklassen bei den Herren, Damen und als Mix-Team. Die Auswahl Deutschlands gewann zuletzt insgesamt vier Titel und holte zwei Silber- und fünf Bronzemedaillen“, so der ehemalige Handballer.

Als Florian Glamann vor einem Jahr seine Handball-Schuhe verletzungsbedingt an den Nagel hängen musste, war er als Mannschaftsbetreuer noch weiter beim Team der Münsterstädter dabei: „Mein Knie hielt dem Handballspielen nicht mehr stand. Aber ganz ohne Sport wollte ich auch nicht leben, sodass ich ins Drachenboot wechselte. Drachenboot bin ich bereits seit vier Jahren immer in der Sommerpause in meiner Heimatstadt Güstrow gefahren.“

Bei den Rostocker Seebären betreibt er es jetzt leistungsorientiert, bestand dazu im Mai einen Test beim Deutschen Drachenboot-Verband (DDV) und wurde für die EM nominiert. „Bei den Handballern war zwar alles etwas kleiner und somit familiärer, aber mittlerweile fühle ich mich in der großen Gemeinschaft der Drachenboot-Fahrer auch wohl“, so der Student

Zwar machte sein Knie nicht mehr ganz so mit, aber die Kraft im Oberkörper und in den Armen reichen für den neuen Sport aus. So hat auch Doberans Trainer Lars Rabenhorst einen gewissen Anteil daran, dass Florian Glamann erfolgreich umsteigen konnte, zumindest in den vergangenen fünf Jahren. „Seine Handballer-Kelle war bei der gegnerischen Abwehr und den Torleuten gefürchtet. Ich hätte Florian gerne noch im linken Rückraum unserer Mannschaft gehabt. Aber ich freue mich für ihn.“

Hintergrund: Rostocker Sportler holen vier Titel

Insgesamt elf Gold- sowie jeweils zehn Silber- und Bronzemedaillen im Standard- (20 Paddler) und Kurzboot (10 Paddler) holten die deutschen Drachenboot-Sportler bei den Europameisterschaften in Rom. „Das ist eine tolle Ausbeute. In der Nationenwertung kamen wir hinter der Ukraine auf den zweiten Platz“, sagte Klemens Schiffner, Regionalleiter Nord des Deutschen Drachenboot-Verbandes (DDV). Die Rostocker Starter waren letztlich bei vier Titeln, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen beteiligt. „Das ist wirklich ein super Ergebnis“, so Schiffner, der von hitzigen Wettkämpfen bei Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius berichtete. Zudem sei es recht ungewöhnlich gewesen, dass nur vier Bahnen zur Verfügung standen und das Gewässer auch recht flach war: „Insgesamt waren es jedoch würdige Bedingungen für eine EM.“

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