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FC Hansa : Vester: „Uns fehlten Reife und Stabilität“

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hansas Sportvorstand Uwe Vester blickt auf verkorkste Saison zurück und macht Routiniers für schwachen 13. Platz mitverantwortlich

Hansas Sportvorstand Uwe Vester, der morgen seinen 43. Geburtstag feiert, blickt erneut auf eine verkorkste Saison zurück. Seine Mannschaft stellte mit dem 13. Platz in der 3. Liga einen weiteren Vereins-Negativrekord auf, verpasste zum zweiten Mal in Folge den Gewinn des Landespokals. Im exklusiven NNN-Interview mit Oliver Kramer spricht Vester über den historischen Heimkomplex, fehlende Balance und seine Pläne für die kommende Spielzeit.

Herr Vester, der FC Hansa kam am letzten Spieltag gegen Wehen Wiesbaden nicht über ein 1:1 hinaus und blieb im Jahr 2014 daheim sieglos. Spiegelbild einer verkorksten Saison?

Absolut, gerade wie das Ergebnis zustande kam. Wir lagen mal wieder frühzeitig in Rückstand. Danach spielten wir den Gegner regelrecht an die Wand und glichen aus. Am Ende war uns ein Sieg trotz zweier Elfmeter nicht vergönnt. Das war symptomatisch für dieses Jahr.

Wie ist der historische Heimkomplex zu erklären?

Die Mannschaft wurde vor der Saison neu zusammengestellt und trat in der Fremde befreiter auf. Da konnte man dem Gegner das Feld überlassen und besaß Räume zum Kontern. Nicht ohne Grund belegten wir in der Auswärtstabelle Platz vier. Im eigenen Stadion mussten wir dagegen das Spiel selbst gestalten. Das fiel uns offenbar schwer.

Vor der Saison versprachen Sie, attraktiven Fußball bieten zu wollen, um wieder mehr Zuschauer ins Stadion zu locken. Warum wurde dieses Ziel verfehlt?

Nun, es gab ja in dieser Spielzeit Phasen, in denen wir guten Fußball gezeigt haben. Dennoch fehlte uns in vielen Partien die Balance. Wenn wir spielerisch überzeugten, haben wir hinten gewackelt. Umgekehrt, ließ die Abwehr nichts zu, versäumten wir es, vorne ein Tor zu erzielen. Beides traf selten zu.

War Ihr junges Team zu unerfahren oder brachten die Routiniers einfach nicht ihre Leistung?

Wenn Sie mich so fragen: Die Ergebnisse sind eher den Älteren als den Jüngeren anzukreiden. Das soll jetzt keine Generalschelte sein, aber in instabilen Phasen haben sie den Laden nicht zusammengehalten.

Apropos instabil. Wie erklären Sie sich den neuerlichen Leistungseinbruch in der 2. Halbserie?

Eigentlich fanden wir nicht schlecht hinein. Gegen Stuttgart II (1:4 – d. Red.) hatten wir in der ersten Halbzeit alles im Griff, das 1:1 gegen den VfL Osnabrück war ein gefühlter Sieg, und in Unterhaching gewannen wir 3:1. Als dann Gedanken an einen möglichen Aufstieg einsetzten, zeigte sich, dass wir nicht die Reife und Stabilität besitzen. Beim 1:2 gegen Chemnitz oder dem 2:2 gegen die Stuttgarter Kickers zeigten wir Nerven und schenkten die Punkte her. Das ist schade, schließlich betrug der Abstand zu Rang vier am Ende nur sieben Zähler.

Dagegen rückte Relegationsplatz drei in weite Ferne. 23 Punkte betrug der Rückstand auf Darmstadt. Was fehlte Hansa gegenüber den Spitzenteams?

Erstens hatten diese Mannschaften Top-Scorer in ihren Reihen. Ob Dominik Stroh-Engel beim SV Darmstadt, Daniel Frahn bei RB Leipzig oder Marc Schnatterer beim 1. FC Heidenheim, sie waren die Lebensversicherung dieser Teams. Zweitens gelang es uns nicht, an einem schwachen Tag auch mal 0:0 zu spielen. Gestandenen Teams passierte das nicht.

Negativer Höhepunkt war Anfang April das Aus im Landespokal-Halbfinale, das mit der Entlassung von Trainer Andreas Bergmann verbunden war. Ihr schwärzester Tag bei Hansa?

Mit Sicherheit. Das war abgrundtief schlecht, was wir da zeigten. Die frühe rote Karte und das Eigentor passten ins Bild. Dennoch durften wir das Spiel nie im Leben verlieren. Der Höhepunkt einer negativen Entwicklung.

Den Sie als Sportdirektor mit zu verantworten haben. Wie wollen Sie in der neuen Saison das Ruder herumreißen?

Wichtig ist jetzt, dass optimale Entscheidungen auf einer breiten Basis getroffen werden. Personell müssen wir sicher noch einige Korsettstangen einziehen und die Mannschaft punktuell umbauen.

Auch in Abstimmung mit dem neuen Trainer, der Peter Vollmann heißen soll?

Noch läuft die alte Saison und unser Trainer heißt bis zum 30. Juni Dirk Lottner. Er hat eine tolle Arbeit geleistet und den Spielern eine Idee vermittelt. Beispielsweise hat man am letzten Spieltag gesehen, was Sascha Schünemann drauf hat. Schade, dass unter Lottners Regie nicht mehr Punkte erzielt wurden.

Also hatten Sie noch keinen Kontakt zu Vollmann?

Fußball ist Teamarbeit. Ich habe als Vorstand Sport den Job, mich um neue Spieler zu kümmern. Das passiert natürlich in Abstimmung mit einem neuen Trainer.

 

 

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