HC Empor : Verein zieht den Protest zurück

Fassungsloser Blick von Empor-Trainer Aaron Ziercke in Richtung Schiedsrichter und Kampfgericht: Den Rostockern wurde gegen Hamm ein Gegentor doppelt berechnet.
Fassungsloser Blick von Empor-Trainer Aaron Ziercke in Richtung Schiedsrichter und Kampfgericht: Den Rostockern wurde gegen Hamm ein Gegentor doppelt berechnet.

Vereins-Chef Jens Gienapp: Besser einen Punkt als nach Wiederholungsspiel womöglich gar keinen

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03. März 2015, 07:00 Uhr

Es bleibt bei der Wertung der Partie zwischen dem HC Empor und dem ASV Hamm-Westfalen mit 24:24. Die Verantwortlichen des Traditionsvereins haben ihren Protest bei der Spielleitenden Stelle der Handball-Bundesliga GmbH (HBL) zurückgezogen. In der Zweitliga-Begegnung hatte es mehrfach Meinungsverschiedenheiten bezüglich des aktuellen Spielstandes gegeben.

„Das ist kein Eingeständnis der Richtigkeit der Spielprotokollierung durch den Sekretär. Wir waren total im Recht, wie uns die HBL auch nach Videoanalyse bestätigte. Automatisch einen zweiten Punkt zugeschrieben zu bekommen geht laut Regelwerk aber nicht. Die Partie hätte wiederholt werden müssen“, erläuterte Juliane Radike, Geschäftsführerin der Empor Rostock GmbH.

Sekretär Bernd Quetschke und Zeitnehmer Rolf-Dieter Sense (beide Neubrandenburg) waren mit ihren Aufgaben sichtlich überfordert. Es
ist halt nicht mehr der Umgang mit dem runden Leder aus den 80-er Jahren. Die Aktionen sind auch durch die schnelle Mitte viel rasanter geworden. Mit den Eingaben in den Computer kommen einige im Kampfgericht nicht mehr nach. So hatte auch das Gespann aus der Vier-Tore-Stadt seine Probleme.

Casus knacksus war das doppelte Anschreiben des Tores zum 4:1 von Jan-Lars Gaubatz erst nach 4:43 Minuten und dann zehn Sekunden später noch einmal. Zwischenzeitlich (4:47) gab es noch eine Rostocker Zeitstrafe, bei der die Herren wohl noch bei der Eintragung des 4:1 waren, den Übeltäter nicht erkannten und hieraus eine in keinem Regelwerk stehende Teamstrafe machten. Danach erinnerte man sich des Gaubatz-Tores und trug es nochmals ein…

Aufklären können hätte die ganze Chose, zumal es sofort lautstarke Hinweise nicht nur des Hallensprechers gab, das Schiedsrichtergespann. Auch das Dokumentieren der Torfolge gehört zu den Aufgaben der Unparteiischen, in diesem Fall Patrick Arndt und Christian Kobilke (beide Biederitz).

„Das Geschehen an diesem Sonntag macht wieder deutlich, dass menschlich fehlerhafte Entscheidungen ungeheure Auswirkungen haben, sogar Existenzen vernichten können. In unserem Fall nehmen wir lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Rechtlich, obwohl wir Recht haben, können wir nicht mit einem weiteren Punkt vom grünen Tisch belohnt, wohl aber durch eine Niederlage in einem Wiederholungsspiel sogar bestraft werden“, so HCE-Chef Jens Gienapp.

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